Der Elektroabsatz in Deutschland erreicht im Juli 2020 Rekordniveau mit einem Marktanteil von 11,4 Prozent an den Neuzulassungen. Als reine Elektrofahrzeuge (BEV) wurden 16.798 Einheiten zugelassen, was einem Anteil von 5,3 Prozent entspricht. Die Plugin-Hybride (PHEV) steigen auf 19.119 Fahrzeuge (6,1%). Mit Elektroneuzulassungen von insgesamt 129.500 Fahrzeugen zwischen Januar und Juli 2020 wurde nach sieben Monaten bereits das Niveau des Vorjahres ĂŒberschritten (vgl. Abb. 1).
Nach einer aktuellen Prognose des CAM wird steigt der Elektrofahrzeugabsatz (BEV, PHEV) in Deutschland im Gesamtjahr auf 250.000 Pkw. Im Vergleich zum Vorjahr wĂ€re dies eine Steigerung von 230 Prozent. Der Marktanteil von Elektrofahrzeugen wird auf 8,9 Prozent steigen. Das zeigen die neuesten Auswertungen des âElectromobility Report 2020â des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, indem die Markt-, Absatz- und Innovationstrends der E-MobilitĂ€t regelmĂ€Ăig bilanziert werden.
Insgesamt zeigt sich eine deutliche Erholung des Gesamtmarktes. Im Juli 2020 liegen die Neuzulassungen nur noch um 5,4 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Der AbsatzrĂŒckgang betrĂ€gt zwischen Januar und Juli jetzt 30,1 Prozent. FĂŒr das Gesamtjahr geht das CAM von 2,8 Mio. Neuzulassungen aus, was einem MarktrĂŒckgang von 19 Prozent entspricht.
Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: âDie ElektromobilitĂ€t in Deutschland nimmt zunehmend Fahrt auf. Entgegen dem Gesamtzulassungstrend steigen die Neuzulassungen der E-Fahrzeuge kontinuierlich. Hierzu trĂ€gt auch maĂgeblich die InnovationsprĂ€mie der Bundesregierung bei, die die preisliche WettbewerbsfĂ€higkeit der E-Fahrzeuge gesteigert hat und zusĂ€tzlich die Akzeptanz der E-MobilitĂ€t erhöht. Plugin-Hybride, die wesentlich zum Wachstum beitragen, können auch eine positiven Klima- bzw. Umweltbeitrag leisten. Dazu mĂŒssen diese jedoch âartgerechtâ genutzt werden, wozu insbesondere das regelmĂ€Ăige Aufladen der Batterie zĂ€hlt. Die Hersteller und die Bundesregierung sollten dies im Sinne der Umwelt durch entsprechende MaĂnahmen bzw. Regulationen sicherstellen. â
Electromobility Report
Im CAM Electromobility Report werden regelmĂ€Ăig der E-MobilitĂ€tsmarkt und die Absatzentwicklung der Automobilhersteller analysiert. Im Mittelpunkt stehen die KernmĂ€rkte China, USA und die EuropĂ€ische Union. Unter Anderem werden unter BerĂŒcksichtigung von SchlĂŒsselfaktoren wie Ladeinfrastrukturen, Regularien, Modellpaletten und den E-MobilitĂ€tsstrategien der OEM verschiedene Markthochlaufszenarien fĂŒr 2025/2030 entworfen. Der Bericht nutzt verschiedene Methoden und Informationsquellen wie beispielsweise die Datenbanken CAM AutomotiveINNOVATIONS und -PERFORMANCE, Web-Recherchen und Experteninterviews, um EntscheidungstrĂ€gern zuverlĂ€ssige Einblicke in die ElektromobilitĂ€t zu bieten.
In den USA sind 2019 und im ersten Halbjahr 2020 rund 55 Millionen Autos zurĂŒckgerufen worden. Das heiĂt, es wurden nahezu zweieinhalb Mal mehr Fahrzeuge in die WerkstĂ€tten zurĂŒckbeordert als im gleichen Zeitraum als Neuwagen verkauft wurden. Auch die deutschen Hersteller zeigten deutliche SchwĂ€chen.
Die Anzahl der zurĂŒckgerufenen Fahrzeuge der globalen Hersteller belĂ€uft sich allein im Referenzmarkt USA zwischen 2019 und 2020 (1. Halbjahr) auf 55 Mio. Pkw. Die RĂŒckrufquoten erreichen mit 219 Prozent (2019) bzw. 266 Prozent (2020) ein sehr hohes Niveau. Damit wird ein Allzeit-Negativrekord zwischen 2014 und 2019 erreicht mit RĂŒckrufen von mehr als 250 Mio. Pkw allein in den USA.
Die US-Hersteller Ford, General Motors (GM) und Fiat-Chrysler (FCA) mussten im Jahr 2019 die meisten Fahrzeuge in die WerkstĂ€tten beordern. Die höchsten RĂŒckrufquoten weisen neben Subaru und Ford die deutschen Hersteller Volkswagen (Konzern), Daimler und BMW auf. In der ersten HĂ€lfte von 2020 sind die japanischen Hersteller Toyota, Nissan, Honda sowie Ford und BMW besonders betroffen.
Die RĂŒckrufe der Automobilhersteller bewegen sich weiter auf sehr hohem Niveau. Nach Berechnungen des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach wurden auf dem Referenzmarkt USA im Gesamtjahr 2019 37,5 Mio. Pkw wegen Sicherheitsproblemen zurĂŒckgerufen. Im ersten Halbjahr 2020 waren es bereits ĂŒber 17,45 Mio. Pkw (inkl. LCV). Damit liegt die RĂŒckrufquote, die die Zahl der zurĂŒckgerufenen Fahrzeuge an den Neuzulassungen des Jahres ausdrĂŒckt, mit 219 Prozent im Jahr 2019 (2018: 159 %) bzw. mit 266 Prozent im ersten Halbjahr 2020 wiederum ungewöhnlich hoch. In den letzten fĂŒnf Jahren (2014â2019) wurde ein Allzeit-Negativrekord von ĂŒber 250 Mio. (!) zurĂŒckgerufenen Fahrzeugen allein im Referenzmarkt USA erreicht, was einer durchschnittlichen RĂŒckrufquote 243 Prozent entspricht. D.h. es wurden nahezu zweieinhalb Mal mehr Fahrzeuge in die WerkstĂ€tten zurĂŒckbeordert als im gleichen Zeitraum als Neuwagen verkauft wurden (vgl. Abbildung 1). Ein GroĂteil der betroffenen zurĂŒckgerufenen Modelle bezieht sich entsprechend auf weiter zurĂŒckliegende Baujahre. Das sind die zentralen Ergebnisse der CAM Studie âRĂŒckruf-Trends der globalen Automobilhersteller 2019/2020â.
AutomotiveINNOVATIONS Awards 2020: Volkswagen innovativster Konzern vor BMW und Vorjahressieger Daimler / Bereits 23 Prozent der weltweiten InnovationsstĂ€rke aus China / E-Auto-Pionier Tesla ĂŒberrascht mit Preis in der Kategorie âAutonomes Fahren und Sicherheitâ / Bosch, Bridgestone, Schaeffler Paravan und Faurecia in Kooperation mit ZF sind erfolgreichste Zulieferer / Bekanntgabe der Gewinner im âDigital Automotive Talkâ mit Moderator Markus Lanz (14. Juli 17 – 19 Uhr)
Die AutomotiveINNOVATIONS Studie des CAM bilanziert die Innovationen von 42 globalen Automobilgruppen mit 96 Marken nach quantitativen und qualitativen Kriterien. Dadurch entsteht ein Gesamtbild der InnovationstÀtigkeit der Automobilbranche in den Technologiefeldern.
Im kurzen Videoclip erklÀrt Studienleiter Prof. Dr. Stefan Bratzel die Methodik der AutomotiveINNOVATIONS Studie, den M.O.B.IL- Ansatz zur Bewertung der Innovationen und der InnovationsstÀrke der Automobilhersteller. Gleichzeitig werden einige Ergebnisse der aktuellen Studie erlÀutert, die auf Basis von 1.465 Innovationen der globalen Automobilhersteller im Jahr 2019/20 beruht.