E-Mobilität in Deutschland|Kurzanalyse der Jan-März 2021

Im März 2021 wurden 65.681 Elektrofahrzeuge (BEV/PHEV) in Deutschland neu zugelassen, was einem Marktanteil vom 22,5 Prozent an den gesamten Neuzulassungen entspricht. Nur im Ausnahmemonat Dezember 2020 wurden jemals mehr E-Fahrzeuge verkauft. Im ersten Quartal 2021 steigen damit die Elektroneuzulassungen auf 142.741 Fahrzeuge, was einem Zuwachs von 173 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit wachsen Elektrofahrzeuge weiter entgegen dem rückläufigen Gesamtmarkt. Über alle Antriebe hinweg sind im ersten Quartal 2021 die Neuzulassungen um 6,4 Prozent auf 656.452 Autos gesunken (vgl. Abb. 1).

Der Marktanteil von E-Fahrzeugen liegt nach drei Monaten des Jahres 2021 nunmehr bei 21,7 Prozent. Dabei sind Plug-in-Hybride mit 11,9 Prozent deutlich stärker nachgefragt als reine Elektrofahrzeuge (BEV), die entsprechend auf einen Anteil von 9,9 Prozent kommen. Die BEV-Neuzulassungen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 64.694 Fahrzeuge (2020-Q1-3: 25.975) angestiegen, während sich die PHEVs auf 78.047 Fahrzeuge (2020-Q1-3: 26.419) fast verdreifacht haben.

Hierzu Stefan Bratzel: „Deutschland ist im ersten Quartal 2021 nach China der zweitgrößte Einzelmarkt der Elektromobilität und kann damit zunehmend eine Schrittmacherfunktion für die neue Antriebs-form entwickeln. Kritisch ist, dass die hohen E-Autozulassungen zu 55 Prozent auf die Plugin-Hybriden beruhen, die nur bei bestimmten Fahrprofilen und bei regelmäßigem Laden ökologisch sinnvoll sind. In einer aktuellen Prognose geht das CAM in den nächsten Jahren von weiteren Zuwächsen der Elektromobilität aus. Bis zum Jahr 2025 werden die jährlichen Neuzulassungen von E-Fahrzeugen auf rund 900.000 steigen, was dann einem Anteil von 27 Prozent an den Neuverkäufe entspricht. Dabei wird davon ausgegangen, dass der weit überwiegende Anteil von rund 65 Prozent reine Elektrofahrzeuge sein werden. Eine große Herausforderung bleibt die Ladeinfrastruktur, die die Akzeptanz von E-Fahr-zeugen und den künftigen Markthochlauf bremsen könnte.“

E-Mobilität: Die innovationsstärksten Automobilhersteller (Plug-In-Hybride)

• Innovationsführer bei Plug-In-Hybriden (PHEV) bleiben die deutschen Automobilkonzerne. Der Volkswagen Konzern überholt BMW und erobert die Führung im Innovationsranking zurück.
• Es zeigt sich eine hohe Korrelation zwischen der Innovations- und der Absatzstärke. Die deutschen Hersteller waren im Jahr 2020 die Marktführer bei PHEVs. Bei BMW und Daimler liegt der PHEV-Anteil an allen Elektrofahrzeugverkäufen im Jahr 2020 bei über 70 Prozent.
• Auswertungen von aktuellen Absatzzahlen in Deutschland im Jahr 2021 zeigen, dass Volkswagen, Daimler und BMW mit einem Anteil von 71,5 Prozent an den PHEV-Neuzulassungen die unangefochtenen Marktführer bleiben.

Nachdem sich BMW im Vorjahr erstmals an die Spitze des Rankings setzen konnte, kann der Volkswagen Konzern den Platz in diesem Jahr zurückerobern. BMW belegt aktuell vor Daimler den zweiten Rang. Der deutsche Marktführer Volkswagen setzt sich dank starker Innovationen im Bereich (rein-elektrischer) Reichweite und Antriebverbesserungen vor allem im Audi A3 und Q8 mit einem Vorsprung von knapp 10 Indexpunkten an die Spitze und kommt nunmehr auf eine PHEV-Innovations-stärke von 88 Indexpunkten (IP). BMW bleibt mit 79 Indexpunkten aufgrund der Geofencing-basierten Hybridsteuerung im 330e sowie dem X5 45e weiter vor Daimler (61 Indexpunkte). Daimler kann vor allem durch Verbrauchs- und Reichweitenoptimierungen im B 250e Plug-in Hybrid die PHEV-Innovationsstärke weiter erhöhen (vgl. Abbildung 1).

Mit deutlichem Abstand zu den deutschen Herstellern kommen die beiden chinesischen OEMs Geely (hier vor allem Volvo) und BYD mit 36 bzw. 30 Indexpunkten noch auf eine hohe Innovationsstärke bei PHEVs. Sowohl die Verbrauchsverbesserung des Volvo XC40 T5 Twin Engine als auch die erstmalige Segmentbesetzung bei kleinen SUVs mit dem Lynk&Co 06 PHEV führten für den Geely-Konzern im Jahr 2020 zu einer Verbesserung der Innovationsstärke. BYD profitiert von den Plug-In-Hybrid-Varianten des Denza X sowie des BYD Han, die beide auch als reinelektrische Modelle angeboten werden.

Quelle: CAM Electromobility Report 2021

In dem sich dynamisch verändernden Transformationsfeld der Elektromobilität spielt die Innovationsstärke von Automobilherstellern für den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg eine zentrale Rolle. So zeigt sich eine hohe Korrelation zwischen der Innovations- und der Absatzstärke der Automobilhersteller. Volkswagen konnte im letzten Jahr weltweit 190.500 PHEVs absetzen, während BMW und Daimler auf einen PHEV-Absatz von 148.100 bzw. 115.000 kommen. Der Anteil von PHEVs am gesamten Elektrofahrzeugabsatz (BEV/PHEV) der deutschen Hersteller ist im Jahr 2020 sehr hoch: Bei BMW machen PHEVs rund 77 Prozent des E-Autoabsatzes aus, bei Daimler sind es 70 Prozent und bei Volkswagen dagegen nur 45 Prozent.

Im Jahr 2021 bleiben die PHEV-Innovationsführer gleichzeitig die Marktführer wie aktuelle Auswertungen im wichtigen Absatzmarkt Deutschland zeigen. Insgesamt steigt der PHEV-Absatz in den ersten beiden Monaten auf 42.500 Neuzulassungen an. Die deutschen OEM-Gruppen Volkswagen, Daimler und BMW dominieren diese Antriebstechnologie mit einem Marktanteil von 71,5 Prozent. Der Volkswagen Konzern versechsfacht im Januar und Februar 2021 seine PHEV-Absätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf insgesamt 13.800 Fahrzeuge. Daimler und BMW kommen im gleichen Zeitraum jeweils auf über 8.000 abgesetzte PHEVs. Mit großem Abstand folgen Volvo (Geely) und Ford mit 3.300 bzw. 2.400 PHEV-Neuzulassungen. Ford, im Innovationsranking noch auf Platz 6, komplettiert in Deutschland die Top 5 OEMs gemessen am PHEV-Absatz.

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Die derzeit noch hohe Bedeutung von Plug-in Hybriden bei deutschen Automobilherstellern ist angesichts eines häufig hohen Realverbrauchs der Fahrzeuge aus CO2-Gründen nicht unkritisch. Plug-in-Hybride sind nur bei bestimmten Fahrprofilen und bei regelmäßigem Laden ökologisch vertretbar. Die derzeitigen Förderkulissen in Deutschland unterstützen jedoch nicht den „artgerechten“ Einsatz von Plug-in-Hybriden und sollten aus Klimaschutzgründen dringend angepasst werden. Allerdings entwickeln sich die Plug-in-Hybride auch bei deutschen Herstellern zunehmend zum Übergangsphänomen: Nach Volkswagen haben jüngst auch Daimler und BMW ihre Strategien angepasst und zielen jetzt überwiegend auf den Verkauf von reinen Elektrofahrzeugen.“

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem neuen Electro-Mobility Report 2021:

E-Mobilität in Deutschland 2021.Kurzanalyse der Absatztrends.

Der Neuzulassungen von E-Fahrzeugen steigen weiter entgegen dem rückläufigen Gesamtmarkt und erreichen im Februar einen zweistelligen Neuzulassungsanteil von 20,7 Prozent.

Die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen bleiben auch im Jahr 2021 auf hohem Niveau. Im Februar wurden in Deutschland über 40.000 Elektrofahrzeugen neu zugelassen, darunter über 18.000 rein batterieelektrische Autos. Damit steigt der Neuzulassungsanteil von E-Fahrzeugen im Februar auf 20,7 Prozent, d.h. mehr als jedes fünfte Neufahrzeug hatte bereits einen Elektroantrieb (vgl. Abb. 1). Zum Vergleich: Im Februar 2020 lag der Neuzulassungsanteil von E-Autos noch bei 6,9 Prozent. Das sind die aktuellen Ergebnisse des Electromobility Reports des CAM, der regelmäßig die Markt- und Innovationstrends der Branche bilanziert.

Abbildung 1: Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen in Deutschland im Jahr 2021 (YTD)

Im Gesamtjahr 2021 wurden bereits 34.593 Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeugen (BEV) und 42.467 PHEVs verzeichnet, was insgesamt einem Zuwachs von 136 Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit wachsen die E-Fahrzeuge weiter entgegen dem rückläufigen Gesamtzulassungstrend. In dem durch die Corona-Krise geprägten Monaten Januar und Februar gingen die Neuzulassungen um 25,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück.

Hierzu Stefan Bratzel: „Deutschland ist im Jahr 2020 nach China zum zweitgrößten Einzelmarkt für die Elektromobilität (BEV/PHEV) aufgestiegen und hat nach Absatzzahlen die USA überholt. Sollte die Dynamik anhalten könnte Deutschland diese Position halten und zunehmend eine Schrittmacherfunktion für die neuen Antrieben ausüben. Allerdings beruht die Dynamik noch überwiegend auf Plug-in Hybriden, die aktuell mehr als 55 Prozent der Neuzulassungen von E-Autos ausmachen. Plugin-Hybride sind jedoch nur bei bestimmten Fahrprofilen und bei regelmäßigem Laden ökologisch sinnvoll. Die derzeitigen Förderkulissen in Deutschland unterstützen jedoch nicht dem „artgerechten“ Einsatz von Plug-ins und sollten aus Klimaschutzgründen dringend angepasst werden.“

Abbildung 2: Bestand von Elektrofahrzeugen in Deutschland

In Deutschland ist der Bestand an reinen Elektrofahrzeugen (BEV) im Jahr 2021 (1. Januar) auf 309.000 (0,6%) und von Plug-in Hybriden (PHEVs) auf 280.000 gestiegen. Mit 590.000 Fahrzeugen machen alle Elektrofahrzeuge (BEV; PHEV) bereits 1,2% des Gesamtfahrzeugbestands in Deutschland aus (vgl. Abb. 2). Elektrofahrzeuge reduzieren derzeit jedoch noch nicht die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, sondern werden vielfach ergänzend angeschafft. Entsprechend steigt das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands im Vergleich zum Vorjahr weiter von 9,6 auf jetzt 9,8 Jahre und die Motorisierungsrate wächst von 570 auf 576 Autos pro 1.000 Einwohner.

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Kontakt

Center of Automotive Management (CAM)                           

Prof. Dr. Stefan Bratzel                                                                   

Tel.: (02202) 28 57 70                                                                     

E-Mail: stefan.bratzel@auto-institut.de                                 

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Die innovationsstärksten Automobilhersteller von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV)

  • Tesla bleibt im Bereich der reinen Elektromobilität (BEV) der weltweit innovationsstärkste Automobilhersteller. Die Volkswagen-Gruppe kommt mit deutlichem Abstand auf Rang 2. Ebenfalls Fast Follower sind der chinesischen BYD Konzern sowie die Hyundai-Gruppe.
  • In die Top-10 kommen erstmals vier chinesische Automobilhersteller. Darüber hinaus verbessern sich chinesische Newcomer wie Nio und Xpeng. Daimler und BMW landen als Follower nur im Mittelfeld. Große japanische Hersteller wie Toyota und Honda sind ebenso Nachzügler wie Ford.
  • Globaler BEV-Absatz im Konzernvergleich: Tesla bleibt im Jahr 2020 Marktführer der Elektromobilität (BEV). Volkswagen kommt erstmals auf Rang 3.

In dem sich dynamisch verändernden Transformationsfeld der Elektromobilität spielt die Innovationsstärke von Automobilherstellern für den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg eine zentrale Rolle. Das Center of Automotive Management (CAM) hat die Innovationsstärke von 32 Automobilherstellern auf Basis von 291 Neuerungen im Bereich Elektromobilität. Top-Innovator im Technologiefeld der batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) bleibt mit deutlichem Abstand Tesla. „Fast Follower“ sind Volkswagen auf Rang 2, der chinesische Hersteller BYD auf Rang 3 sowie der Hyundai Konzern auf Rang 4. In die Top-10 der innovationsstärksten BEV-Autobauer gelangen neben BYD auch Geely, BAIC und SAIC und damit erstmals vier chinesische Automobilhersteller (vgl. Abbildung 1).

Die Innovationsstärke eines Automobilherstellers wird mittels eines Indexwertes berechnet. Dabei werden die Innovationen der Elektromobilität (Serie) in den Bereichen Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung im Hinblick auf die Verbesserung des Kundennutzens systematisch bewertet (vgl. Anhang). Danach erhöht der kalifornische Branchenprimus Tesla dank starker Innovationen im Bereich Reichweite und Ladeleistung seinen Vorsprung um 45 Indexpunkte und kommt nunmehr auf eine BEV-Innovationsstärke von 159 Indexpunkten (IP). Volkswagen kann mit 123 IP und einem Zuwachs von 37 Punkten Rang 2 bestätigen, vor allem aufgrund hoher Segment-Reichweiten und Ladeleistungen des VW ID3 sowie weiterer Innovationen von Porsche (Taycan) und Audi (e-tron). BYD macht einen großen Sprung (+23 IP) auf Rang 3 und profitiert dabei von Neuerungen des BYD Han EV. Damit zieht BYD auch klar an Hyundai vorbei, die nach hohen Zuwächsen im Vorjahr im Jahr 2020 nur noch moderat zulegen können (+9 IP).

Abbildung 1: Innovationsstärke der Automobilhersteller im Technologiefeld Elektromobilität (BEV) (2020/2021)

Zur Gruppe der Follower zählt bereits Renault, die sich mit 41 Punkten auf Rang 5 noch knapp vor General Motors positionieren. Die Amerikaner können sich mit starken Innovationsleistungen (+ 22 IP) um zwei Plätze verbessern. Einen noch größeren Innovationssprung nach vorn macht Geely, die sich von Rang 15 auf Rang 7 hochkatapultieren, hauptsächlich dank Innovationen von Volvo und Polestar. Während BAIC und PSA auf Rang 8 bzw. Rang 9 im zurückliegenden Jahr nur auf sehr geringe BEV-Innovationsleistungen kommen, verbessert sich der chinesische SAIC Konzern um 10 Plätze und schafft es in die Top-10 vor allem durch Neuerungen seiner Marke Roewe mit den Modellen Marvel X und ER6.

Aufholbedarf in punkto Elektroinnovationen haben dagegen viele etablierte Automobilhersteller, die beim Wandel hin zur batterieelektrischen Mobilität nur langsam vorankommen. Dazu zählen auch die deutschen Premiumhersteller Daimler und BMW, die lediglich auf Rang 11 bzw. 13 gelangen. Während sich Daimler im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von Neuerungen in den Modellen EQC und EQV deutlich verbessern kann (+11 IP), kam BMW im letzten Jahr innovationstechnisch kaum voran (+4 IP). Enttäuschend schneiden etablierte Hersteller wie Toyota oder Honda ab, die auf Rang 23 bzw. 24 nur „Nachzügler“ (Laggards) bei batterieelektrischen Fahrzeugen sind.

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Die etablierten Automobilhersteller müssen sich wappnen, da in den nächsten Jahren eine erhebliche Innovationsdynamik nicht nur von Tesla, sondern auch von Newcomern der Elektromobilität wie Lucid Motors oder den chinesischen Herstellern Nio und Xpeng zu erwarten ist. Wer bei der E-Mobilität zu spät kommt, geht ein hohes Risiko ein.“

Die Newcomer der E-Mobilität stehen bei Investoren hoch im Kurs. Tesla ist mit 692 Mrd. Euro der mit Abstand am höchsten bewertete Automobilhersteller, während Nio auf eine Marktkapitalisierung von 72 Mrd. Euro und Xpeng bereits auf 28 Mrd. Euro kommt. Zum Vergleich: Volkswagen notiert bei 87 Mrd., Daimler bei 63 Mrd. und BMW bei 43 Mrd. Euro (Stand: (2.Februar 2021).

Stefan Bratzel: „Die Elektro-Innovationen von Herstellern können deren Absatzzahlen beflügeln. So gibt es zwischen der Innovationsstärke und dem Elektrofahrzeugabsatz (BEV) der Automobilhersteller erstaunliche Korrelationen. Unter den Top 5 der absatzstärksten OEMs sind gleichzeitig auch vier der innovationsstärksten Automobilhersteller im Bereich der reinelektrischen E-Mobilität.“

Abbildung 2: Globaler Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) im Jahr 2021

Quelle: CAM Electromobility Report 2021

Aktuelle Auswertungen der batterieelektrischen Absätze (vorläufig) im weltweiten Konzernvergleich zeigen folgendes Bild (vgl. Abbildung 2): Tesla bleibt mit rund 500.000 Fahrzeugen im Jahr 2020 mit deutlichem Abstand der Marktführer der Elektromobilität (BEV). Eine wichtige Bedeutung erlangt dabei immer mehr der chinesische Markt, wo Tesla im vergangenen Jahr bereits 135.000 Fahrzeuge absetzen konnten. Der SAIC-Konzern kommt nach Prognosen des CAM mit etwa 250.000 batterieelektrischen Fahrzeugen auf Rang 2. Vor allem das Joint Venture zwischen SAIC, GM und Wuling treibt den BEV-Absatz des SAIC-Konzerns durch Low-Budget-Modelle im Kleinstwagen-Segment (z.B. Wuling Hong Guang Mini Ev) in die Höhe. Bei diesen Modellen spielt eher die Kosteneffizienz als die Innovativität eine zentrale Rolle. Die Volkswagen Gruppe macht einen großen Sprung nach vorne und kommt nach Rang 6 im Vorjahr erstmals in die Top 3 der absatzstärksten OEMs mit 231.600 verkauften reinen Elektrofahrzeugen (+214%) im Jahr 2020. Treiber sind insbesondere die Volumenmodelle VW ID.3 und VW e-Golf sowie die Premiummodelle Audi e-tron und Porsche Taycan.

Der Hyundai Konzern (inkl. Kia) kommt im Jahr 2020 mit rund 178.000 BEVs auf den vierten Rang, wobei der Hyundai Kona EV als auch der Kia Niro EV die Absatztreiber innerhalb der Hyundai Gruppe sind. Der zweite chinesische Konzern in den Top 5 ist BYD, die im Jahr 2020 über 131.000 BEV-Pkws verkaufen.[1]

Insgesamt tragen die fünf absatzstärksten Automobilhersteller-Konzerne damit bereits etwa zur Hälfte zum weltweiten Absatz von batterieelektrischen Pkws bei. In den nächsten Jahren ist durch die großen Transformationsthemen der Branche wie der Elektromobilität mit einer weiteren Konsolidierung der Automobilhersteller zu rechnen. Dabei wird die Innovationsstärke eine wichtige Rolle für die Überlebensfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg spielen.

Anhang: Bewertung der Innovationen im Bereich Elektromobilität

Quelle: CAM

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[1] Bei einer Zusammenfassung der BEV-Absätze nach Allianzen könnte auch Renault-Nissan-Mitsubishi noch in die Top-5 gelangen.

E-Mobilität in Deutschland (2020). Update: Marktführer und Absatzanteile bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV)

  • Marktführer bei batterieelektrischen Fahrzeugen sind Volkswagen, Renault und Tesla.
  • Weit überdurchschnittliche Anteile von reinen Elektrofahrzeugen an den Neuzulassungen weisen Renault, Hyundai und Porsche auf.
  • Großer Nachholbedarf bei deutschen Premiumherstellern sowie bei den Volumenherstellern wie Fiat und Ford.


Volkswagen (Marke) ist mit 46.193 Neuzulassungen der Marktführer bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) in Deutschland im Jahr 2020 gefolgt von Renault (31.477) und Tesla (16.694) sowie Smart und Hyundai. Mit deutlichem Abstand folgen BMW, Audi und Opel (vgl. Abb. 1). Neben den reinen Elektromarken wie Tesla weisen bereits einige traditionelle Autohersteller hohe Elektroanteile (BEV) an ihren Neuzulassungen auf. Bei Renault ist mehr als jedes vierte neu zugelassene Fahrzeug (25,1%)
batterieelektrisch angetrieben, bei Jaguar fast jedes fünfte Fahrzeug. Weit überdurchschnittliche BEVAnteile weisen im Jahr 2020 auch Hyundai (15,2%) und Porsche (12,2%) sowie Nissan (11,6%) auf. Auch der Marktführer Volkswagen liegt mit 8,8 Prozent über dem Durchschnitt der BEV-Neuzulassungen in Deutschland (6,7%) (vgl. Abb. 1). Die deutschen Premiumhersteller liegen beim BEV-Absatzanteil in Deutschland noch weit unter dem Durchschnitt. Bei Mercedes machen BEVs derzeit nur 1,5 Prozent der Neuzulassungen aus, während dieser Anteil bei BMW 3,6 und bei Audi 3,9 Prozent beträgt. Unterdurchschnittlich schneiden bei diesem Vergleich auch viele Volumenhersteller ab. Während bei Opel der BEV-Anteil bei 4,8 Prozent liegt, kommen Skoda und Seat derzeit nur auf 2,6 bzw. 1,9 Prozent. Bei Fiat (1,0%) und Ford (0,1%) spielen
reine E-Fahrzeuge praktisch noch keine Rolle. Aus Konzernsicht kommt Volkswagen in Deutschland mit den Marken VW, Audi, Skoda, Porsche auf einen Absatz von 64.652 Pkw und einen leicht unterdurchschnittlichen BEV-Anteil von 6,1 Prozent. Renault-Nissan erzielt einen BEV-Anteil von 22,2 Prozent mit seinen zusammen 35.527 abgesetzten E-Fahrzeugen gefolgt von Hyundai-Kia mit 21.850 E-Fahrzeugen und einem BEV-Anteil von 12,9 Prozent. Im Gesamtjahr 2020 haben sich die Neuzulassungen für reine Elektrofahrzeuge (BEV) in Deutschland von 63.000 (2019) auf rund 194.000 Einheiten (+207%) erhöht. Der Neuzulassungsanteil hat sich von 1,75 Prozent im Jahr 2019 auf von 6,7 Prozent im Jahr 2020 fast vervierfacht.
Im globalen Vergleich kommt der Volkswagen Konzern im Jahr 2020 weltweit auf 231.600 vollelektrische Fahrzeuge, die einen Anteil von 2,5 Prozent an den gesamten Neuzulassungen des Konzerns betragen. Zum Vergleich: Tesla führt die BEV-Rangliste mit 499.500 Elektrofahrzeugen im Jahr 2020.


„Das Jahr 2020 markiert die Zeitenwende einer zunehmenden Elektrifizierung des deutschen Automobilmarkts und bedeutet für Automobilhersteller eine Neustrukturierung der Marktanteile. Automobilhersteller, die ein breites Angebot an attraktiven Elektromodellen
aufweisen, werden zu den Gewinnern zählen. Dagegen bedrohen die Versäumnisse mancher Hersteller
bei batterieelektrischen Antrieben deren Überlebensfähigkeit.“

Studienleiter Stefan Bratzel

Abbildung 1: Absatzzahlen und Neuzulassungsanteile von Herstellern (Marken) bei reinen Elektrofahrzeugen (BEV) im Gesamtjahr 2020 in Deutschland

E-Mobilität in Deutschland.

Gesamtjahresbilanz für 2020

  • Deutschland steigt im Jahr 2020 nach Prognose des CAM zum zweitgrößten Einzelmarkt für Elektrofahrzeuge auf.
  • Der Neuzulassungsanteil von E-Fahrzeugen steigt dank des Rekordmonats Dezember im Jahr 2020 auf 13,5 Prozent.

Der Dezember 2020 schließt in Deutschland mit einem Rekordabsatz von fast 83.000 neu zugelassenen Elektrofahrzeugen ab, darunter fast 44.000 rein batterieelektrische Autos. Damit steigt der Neuzulassungsanteil von E-Fahrzeugen im Dezember auf 26,6 Prozent, d.h. mehr als jedes vierte Neufahrzeug hatte bereits ein Elektroantrieb (vgl. Abb. 1).

Im Gesamtjahr 2020 wurden 395.000 Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen (BEV/PHEV) verzeichnet, wodurch sich der Marktanteil von 3,0 (2019) auf 13,5 Prozent mehr als vervierfacht hat. Die Neuzulassungen für reine Elektrofahrzeuge (BEV) erhöhen sich von 63.000 (2019) auf rund 194.000 Stück (+207%) im Jahr 2020, was einem Neuzulassungsanteil von 6,7 Prozent (2019: 1,75%) entspricht. Noch deutlich stärkere Zuwächse können im Jahr 2020 die Plug-In-Hybride (PHEV) verbuchen, deren Neuzulassungen um 342 Prozent auf rund 200.500 Fahrzeuge anwuchsen, wodurch diese Antriebsform auf einen Marktanteil von 6,9 Prozent (2019: 1,26%) kommt. Deutschland steigt nach Prognosen des CAM damit im Jahr 2020 nach China zum zweitgrößten Einzelmarkt für die Elektromobilität (BEV/PHEV) auf und hat nach Absatzzahlen die USA überholt.

Hierzu Stefan Bratzel: „Deutschland steigt dank Förderung weltweit zum zweitgrößten Einzelmarkt für die Elektromobilität auf und kann damit zunehmend eine Schrittmacherfunktion für die neue Antriebsform entwickeln. Kritisch ist, dass die hohen E-Autozulassungen noch zu mehr als 50 Prozent auf die Plugin-Hybride beruhen, die nur bei bestimmten Fahrprofilen und bei regelmäßigem Laden ökologisch sinnvoll sind. In einer aktuellen Prognose geht das CAM in den nächsten Jahren von weiteren Zuwächsen der Elektromobilität aus. Bis zum Jahr 2025 werden die jährlichen Neuzulassungen von E-Fahrzeugen auf rund 900.000 steigen, was dann einem Anteil von 27 Prozent an den Neuverkäufe entspricht. Dabei wird davon ausgegangen, dass der weit überwiegende Anteil von rund 65 Prozent reine Elektrofahrzeuge sein werden. Eine große Herausforderung bleibt die Ladeinfrastruktur, die die Akzeptanz von E-Fahrzeugen und den künftigen Markthochlauf bremsen könnte.“

Dagegen verlieren die konventionellen Antriebe in Deutschland im Jahr 2020 bereits stark an Bedeutung. Benzinbetriebene Pkw stellen nur noch 46,7 Prozent der Neuzulassungen, ein Rückgang zum Vorjahr von 12,5 Prozentpunkten (2019: 59,2%). Der Dieselanteil geht um vier Prozentpunkte auf jetzt 28,1 Prozent der Neuzulassungen zurück (2019: 32,0) (vgl. Abb. 2).

Erdgas- und Flüssiggasantriebe haben einen Anteil von 0,5 Prozent der Neufahrzeuge. Die Neuzulassungen von Hybridantrieben (ohne PHEV) kommen im Jahr 2020 auf einen Anteil von 11,2 Prozent. Alternative Antriebe (Hybrid/Elektro) haben damit in Deutschland bereits einen Anteil von 24,7 Prozent an den Neuzulassungen. Der Gesamtmarkt ging im Jahr 2020 um 19,1 Prozent auf 2.917.678 Neuzulassungen zurück.

For more information: https://auto-institut.de/e-mobility/  

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Prof. Dr. Stefan Bratzel                                                                   

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