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Die innovationsstärksten Automobilhersteller der E-Mobilität 2022.

Globales Innovationsranking und Absatzprognose

  • Tesla bleibt der weltweit innovationsstärkste Automobilhersteller im Bereich der batterieelektrischen Mobilität (BEV). Der VW-Konzern behauptet sich auf Rang 2, während sich Hyundai auf Rang 3 verbessert. Chinesische Automobilhersteller erreichen Bestwerte in der E-Mobilität: BYD, Geely (inkl. Volvo) und SAIC zeigen sich enorm innovationsstark und kommen auf die Plätze 4, 5 und 7
  • Ford belegt weiter nur Rang 18 und ist ebenso Nachzügler der batterieelektrischen Mobilität wie Honda und Toyota, die sich aus innovationstechnischer Sicht teilweise aufstrebenden Start-Ups wie Rivian, Lucid, Nio oder Xiaopeng geschlagen geben müssen.
  • Globaler Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen steigt nach Prognosen des CAM von 4,6 Millionen im zurückliegenden Jahr auf 6,7 Millionen im Jahr 2022.

Der globale Hochlauf der Elektromobilität führt zu einer Neuordnung der Automobilindustrie. Dabei spielt die Innovationsstärke von Automobilherstellern eine zentrale Rolle. Im Rahmen des jährlich aktualisierten „Electromobility Report 2022“ des Center of Automotive Management (CAM) wurde die kumulierte Innovationsstärke von über 30 Automobilkonzernen im Zeitraum zwischen 2012 und 2021 im Bereich batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) systematisch erfasst und bewertet. Auf Basis von insgesamt mehr als 700 einzeln bewerteten Serieninnovationen bleibt der US-amerikanische Elektroautopionier Tesla mit deutlichem Abstand Top-Innovator. Die Volkswagen Group führt auf Rang 2 das Feld der „Fast Follower“ an, während Hyundai sich in diesem Jahr im Kampf um Rang 3 knapp gegen den chinesischen Mischkonzern BYD durchsetzen konnte. Mit SAIC und Geely schaffen neben den deutschen Premiumherstellern BMW und Mercedes-Benz zwei weitere asiatische Hersteller den Einzug in die Top 10. Absatzstarke Hersteller wie Toyota, Honda und Ford bleiben vorerst Nachzügler der Elektromobilität (vgl. Abb. 1).

Die Innovationsstärke eines Automobilherstellers wird mittels eines Indexwertes berechnet. Dabei werden die serienreifen Innovationen im Bereich „Elektromobilität“ in den Feldern Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung im Hinblick auf die Verbesserung des Kundennutzens systematisch erfasst und bewertet (vgl. Anhang). Nach dieser Methodik erhöht der kalifornische Elektroautobauer Tesla auch im Kalenderjahr 2021 seinen Vorsprung als Top-Innovator um mehr als 23 Indexpunkte (IP) und kommt nunmehr auf eine kumulierte BEV-Innovationsstärke von rund 176 IP. Verantwortlich für diesen Aufwärtstrend ist beispielsweise die Reichweitenerhöhung der Mittelklasse-Limousine Model 3 von 580 km auf 614 km (WLTP) im Rahmen eines Softwareupdates. Damit erreicht das Fahrzeug einen erneuten Segment-Bestwert und kann sich u.a. vom BMW i4 mit 590 km (WLTP) abheben. Der Volkswagen Konzern kann seinen Abstand zu Tesla nicht verkürzen, da im Kalenderjahr 2021 die Innovationsstärke nur leicht um 10,6 IP steigt. Unter anderen führt der Porsche Taycan eine Neuerung des Allradantriebs ein, die es ermöglicht den vorderen Elektromotor nahezu vollständig abzukoppeln, wodurch der Stromverbrauch reduziert wird.

Die Hyundai Motor Group kommt erstmals auf Rang 3 und kann sich mit einer Gesamt-Innovationsstärke von 76,9 IP gegen den chinesischen Großkonzern BYD durchsetzen. Als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Elektro-Offensive der Premium-Tochtermarke Genesis anzuführen. Mit der Veröffentlichung der G80e-Limousine und des Mid-size SUV GV60 erzielen beide Modelle in puncto Ladeleistung mit bis zu 350 kW Gleichstrom neue Segment-Bestwerte, wodurch sich die Wartezeit an der Ladesäule für Kunden erheblich reduziert. BYDs Innovationszugewinn ist hauptsächlich auf die Einführung des Elektro-Kleinwagens „Dolphin“ zurückzuführen. Dieser ist nun auch mit der speziellen auf Lithium-Eisenphosphat basierenden Blade-Batterie ausgestattet, wodurch das Fahrzeug weniger brandanfällig ist und laut Herstellerangaben einen Zeitraum von 8 Jahren mit einer berechneten Reichweite von 1,2 Millionen Kilometern übersteht. Der chinesische Hersteller verpasst zwar knapp den dritten Rang, bestätigt aber mit einer Gesamt-Innovationsstärke von über 76 IP seine Rolle als Fast Follower.

Abbildung 1: Kumulierte BEV-Innovationsstärke globaler Automobilhersteller – Top 25 (Serie, 2012-2021)

Quelle: CAM.    Anmerkungen: * Kumulierte Innovationsstärke hier betrachteter OEMs (Serie, 2012- 2021) **Addition von FCA und PSA (bereinigt); eingeschränkte Vergleichbarkeit der Daten ab 2016 mit den Vorjahren aufgrund einer leicht veränderten Methodik (insb. strengere Maßstäbe der Innovationsdefinition, Höherbewertung von Weltneuheiten).

Der chinesischen Automobilkonzern Geely kommt erstmals in die Top-5 dank einer starken Innovationssteigerung um fast 21 IP, die im Wesentlichen durch die Marken Zeekr und Polestar getragen wird. So überzeugt die auf der SEA-Plattform basierende Elektro-Premiumlimousine Zeekr 001 mit einer NEFZ-Reichweite von 712 km, wodurch der bisherige Segment-Bestwert des Arcfox Alpha S mit knapp 700 km (auch NEFZ) überboten wurde. Polestars Innovationen betreffen neben der Einführung der leichteren Single Motor Variante des Polestar 2 mit einem niedrigeren Gesamt-Stromverbrauch insbesondere Konzernneuheiten via Over-the-Air-Updates. So erhalten Kunden der Dual Motor Variante einerseits eine softwarebasierte Leistungssteigerung und darüber hinaus eine an Google Maps geknüpfte Batterie-Vorkonditionierung, um möglichst hohe Ladeleistungen abrufen zu können.

Während der 2021 entstandene 14-Marken-Konzern Stellantis auf Basis vorheriger Innovationen von Fiat-Chrysler und PSA bereinigt auf Platz 6 zu verorten ist, kommt mit SAIC auf Rang 7 ein weiterer chinesischer Automobilhersteller auf vordere Ränge. Ursächlich für diese Entwicklung sind u.a. zwei Produkteinführungen der Submarke „Maxus“. Diese veröffentlichte einen Minivan namens „MIFA 9“ mit einer Reichweite von bis zu 560 km (NEFZ) sowie einen Pick-Up-Truck mit der Bezeichnung T90, dessen elektrische Reichweite mit 535 km (NEFZ) den zweitbesten Segmentwert hinter dem Rivian R1T erreicht. Die deutschen Premiumhersteller BMW und Mercedes-Benz können dank des Ausbaus ihrer Elektro-Modellpalette durch den BMW i4 und iX bzw. den Mercedes-Benz EQA und EQS in die Top 10 aufschließen, die überwiegend neue Segment-Benchmarks in den Bereichen Reichweite, Ladeleistung und Verbrauch setzen.

Renault und General Motors rutschen dagegen ab: Während Renault trotz Einführung des verbrauchsarmen Dacia Spring Electric (mittlerweile nicht mehr bestellbar) um 6 Plätze auf Rang 11 zurückfällt, kommt der US-Konzern General Motors trotz einer unbefriedigenden Innovationsperformance im Kalenderjahr 2021 mit knapp 44 Innovationspunkten noch auf Rang 10 (Vorjahr: 6). Konzerninterne Verbesserungen von Reichweite und Stromverbrauch durch den Chevrolet Bolt EUV, Menlo EV und den Buick Velite 6 EV bewahren die Amerikaner vor einem schlimmeren Abstieg. Der Renault Allianzpartner Nissan, im Jahr 2015 noch auf Platz 3 der innovationsstärksten BEV-Hersteller, kommt nur noch auf Rang 17.

Als Nachzügler der reinen Elektromobilität bleiben etablierte Automobilherstellern wie Tata (JLR), Ford, Mazda sowie Toyota und Honda. Dagegen entwickeln automobile Newcomer wie Rivian, Lucid, Nio, GAC oder Xpeng mit ihren Neuerungen trotz weniger Serienfahrzeuge im Markt bereits eine hohe Innovationsstärke. So gelang es dem US-amerikanischen Start-Up Lucid Motors mit dem Lucid Air (Dream Edition) ein Fahrzeug auf die Straße zu bringen, das mit einer gelisteten EPA-Reichweite von umgerechnet 837 km und einer Batteriekapazität jenseits der 100 kWh selbst Flaggschiffe wie einen Mercedes-Benz EQS (770 km WLTP) übertrifft. Das von Amazon unterstützte Unternehmen Rivian schafft es sogar, mit R1T und dem R1S zwei neue Fahrzeuge parallel zu launchen, die ebenfalls Bestwerte in ihren Segmenten erreichen. Vor diesem Hintergrund fällt der Aufholbedarf von traditionellen Automobilgiganten wie Toyota oder Honda mit 5 respektive 3 IP umso stärker ins Gewicht.

Studienleiter Stefan Bratzel: „Der Elektromobilität wächst in allen großen Automobilregionen weit überdurchschnittlich zum Gesamtmarkt. Auch im laufenden Jahr 2022 werden hohe Zuwächse erwartet. Es zeigt sich, dass die innovationsstarken Automobilhersteller im Bereich batterieelektrischer Fahrzeuge auch zu den Marktführern der E-Mobilität zählen. Das gilt nicht nur für Tesla, sondern etwa auch für chinesische Automobilhersteller. Mit dem Zeitalter der Elektromobilität verändert sich dabei zunehmend die angestammte Branchenstruktur und Rangordnung der Automobilhersteller. Auch hier gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

Analog zur Innovationstätigkeit im Bereich der Elektromobilität rechnet das Center of Automotive Management für das Kalenderjahr 2022 abermals mit einer deutlichen Steigerung der globalen BEV-Absatzzahlen. Auf Basis des kontinuierlich steigenden Fahrzeugangebots sowie zunehmender Produktionskapazitäten von batterieelektrischen Fahrzeugen wird im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um rund 50 Prozent von 4,6 Millionen auf über 6,7 Millionen BEVs prognostiziert. Die in Abb. 2 ausgewählten Automobilhersteller dürften mit insgesamt über 5 Millionen verkauften BEVs den Löwenanteil zu diesem Ergebnis beisteuern.

Abbildung 2: BEV-Absatz ausgewählter Automobilhersteller 2021 (inkl. Prognose 2022)

Quelle: CAM.    Anmerkungen: * SAIC Motor inkl. SAIC-GM-Wuling (SGMW) ** Stellantis BEV-Absatz 2021 geschätzt.

Der größte BEV-Absatz wird voraussichtlich, wie in den Vorjahren, vom US-Elektroautobauer Tesla mit über 1,3 Millionen verkauften Fahrzeugen erwartet. Die Absatzprognose stützt sich auf den erneuten Auslieferungsrekord im 1. Quartal 2022 mit über 310.000 Einheiten und berücksichtigt insbesondere den geplanten Produktionshochlauf der Gigafactories in Texas, USA sowie Grünheide in Deutschland. Insgesamt ist zu erwarten, dass weitere relevante Player wie SAIC, Volkswagen oder BYD im Zuge ihrer Elektrifizierungsstrategie schrittweise zum globalen Marktführer Tesla aufschließen werden und dabei der Meilenstein von über 500.000 verkauften Elektrofahrzeugen innerhalb eines Jahres immer öfter überboten wird.

Die deutschen Premiumhersteller BMW und Mercedes-Benz liegen mit ihren aktuellen BEV-Absätzen zwar analog zur kumulierten Innovationsstärke mit rund 100.000 Fahrzeugen immer noch eher im Mittelfeld, allerdings wird im Rahmen der Ausdehnung des Modellangebots für das Kalenderjahr 2022 eine Verdopplung auf circa 200.000 Einheiten erwartet. Während die Automotive Start-Ups Xiaopeng und Nio zeitversetzt zum Branchenprimus Tesla ihre Produktion und Absätze kontinuierlich hochfahren, liegen etablierte Hersteller wie Ford oder Toyota aktuell noch weit zurück. Strategische Neuaufstellungen wie beim US-Autobauer dürften sich erst in den kommenden Jahren vollends auswirken.


Anhang: Bewertung der Innovationen im Bereich Elektromobilität

Quelle: CAM

Über das CAM:

Das Center of Automotive Management (CAM) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung sowie für strategische Beratung an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Seine Kunden unterstützt das Auto-Institut auf Basis umfangreicher Datenbanken, insbesondere zu fahrzeugtechnischen Innovationen der globalen Automobilindustrie sowie zur Markt- und Finanz-Performance von Automobilherstellern und Automobilzulieferunternehmen. Mittels eines fundierten Branchen-Know-hows und intimer Marktkenntnisse erarbeitet das Auto-Institut individuelle Marktforschungskonzepte und praxisorientierte Lösungen für seine Kunden aus der Automobil- und Mobilitätswirtschaft.


Center of Automotive Management (CAM)

Prof. Dr. Stefan Bratzel

An der Gohrsmühle 25

51465 Bergisch Gladbach

Tel.: +49 (0) 22 02 / 28577-0

Mobil: +49 (0) 174 / 9 73 17 78

Fax: +49 (0) 22 02 / 28577-28

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Web: www.auto-institut.de

Export gebrauchter Elektrofahrzeuge.

Legale Tricks kosten Steuerzahler dreistellige Millionenbeträge

Ein erheblicher Teil der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen (BEV) findet sich nicht im Fahrzeugbestand in Deutschland wieder. Während zwischen Januar und September 236.695 reine Elektrofahrzeuge neu zugelassen wurden, erhöhte sich die Elektroflotte (BEV) in Deutschland nur um 207.435 Fahrzeuge (87,6%). Entsprechend fehlen rund 29.260 Elektro-Pkw bzw. rund 12,4 Prozent der neu zugelassenen Pkw im Bestand (Abb. 1).

Es besteht der Verdacht, dass bei einem Teil der Pkw-Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeugen zwar die Förderprämien bzw. der BAFA-Umweltbonus von 9.000 bzw. 7.500 Euro eingestrichen wird, jedoch die Fahrzeuge nach wenigen Monaten als junge Gebrauchtwagen ins Ausland weiterverkauft werden.  Das ist legal, da nach den BAFA-Regelungen nur eine Mindesthaltedauer von 6 Monaten eingehalten werden muss, um Umweltbonus zu erhalten.

Abbildung 1: Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen (BEV) und Pkw-Bestandsveränderung in Deutschland (Jan-Sept. 2021)

Quelle: KBA, CAM

Stichproben bei einzelnen Automobilherstellern zeigen, dass die Diskrepanz zwischen Neuzulassungen und Fahrzeugbestandszuwachs bei manchen Modellen noch eklatanter ist. Tesla realisierte in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 rund 26.000 Neuzulassungen in Deutschland. Rund 4.800 Pkw bzw. 18,5 Prozent tauchen jedoch später im deutschen Fahrzeugbestand nicht mehr auf. Bei BMW beträgt die Differenz sogar 20,6 Prozent. Hyundai und VW liegen mit 11,9 bzw. 11,0 Prozent leicht unter dem Durchschnitt. Aber auch beim Marktführer VW gehen fast 6.000 Elektrofahrzeuge dem deutschen Fahrzeugbestand verloren (Abb. 2).

Der Wiederverkauf ins Ausland lohnt sich trotz des Wertverlusts aufgrund der Höhe der Förderungen und der geringen Mindesthaltedauer. So haben sich einige Händler darauf spezialisiert gebrauchte Elektrofahrzeuge nach 6 Monaten ins Ausland mit Gewinn weiterzuverkaufen. In Dänemark entfällt etwa für gebrauchte Elektrofahrzeuge bei einer Fahrleistung von mehr als 6.000 km die Luxussteuer bei der Zulassung. Das schafft eine hohe Nachfrage und hohe Preise für junge gebrauchte Elektrofahrzeuge.

Abbildung 2: Anteil des Pkw-Flottenverlustes bei Elektrofahrzeugen (BEV) in Deutschland bei ausgewählten Automobilherstellern (Jan-Sept. 2021)

Quelle: KBA, CAM

Entsprechend führt die hohe BAFA-Umweltprämie zu unerwünschten Nebenwirkungen, da diese häufig nicht im deutschen Fahrzeugbestand verbleiben. Im Gesamtjahr 2021 gingen für die Kaufprämie Förderanträge für Anschaffung 625.260 E-Fahrzeugen beim Bafa ein, wofür der Staat die Rekordsumme von 3,1 Milliarden Euro bereitstellte.

Durch die Steuertricks subventioniert der deutsche Staat damit die Elektromobilität im Ausland. Nach konservativen Schätzungen des CAM dürften allein im Jahr 2021 bis zu 240 Millionen Euro an staatliche Fördergelder für reine Elektrofahrzeuge nicht zweckgemäß verwendet werden. Inklusive des durch die Automobilhersteller eingebrachten Teils der Anschaffungsförderprämie werden Fahrzeuge, die als junge Gebrauchtwagen ins Ausland exportiert werden, mit rund 360 Millionen Euro subventioniert.

Hierzu Stefan Bratzel: „Die derzeitigen Förderkulissen der Elektromobilität führen entsprechend zu unerwünschten Nebeneffekten und erheblichen Marktverzerrungen. Der Gesetzgeber sollte zeitnah entsprechende Anpassungen der Umweltprämie vornehmen. Möglich wäre etwa die Erhöhung der Mindesthaltedauer der Elektrofahrzeuge von 6 Monaten auf 2 bis 3 Jahre. Darüber hinaus sollte längerfristig statt der Anschaffung eher die Nutzung von Elektrofahrzeugen begünstigt werden. Denkbar wären z.B.  kostenfreie Kontingente für das Laden der E-Fahrzeuge in den ersten 3 Jahren.“

Grundsätzlich besteht auch bei Förderung von Plug-in-Hybriden (PHEV) dringender Anpassungsbedarf. PHEVs werden überwiegend von gewerblichen Kunden als Dienstwagen angeschafft, u.a. aufgrund des um die Hälfte reduzierten geldwerten Vorteils. Häufig werden die PHEVs dann jedoch nicht regelmäßig an der Steckdose geladen, sondern überwiegend mit dem Verbrennungsmotor gefahren, wodurch ähnliche CO2-Emissionen entstehen wie bei Benzinfahrzeugen. Eine Förderung sollte sich künftig nicht am Normverbrauch, sondern an Realverbrauch orientieren.

Innovative strength of the global automobile manufacturer

Volkswagen, BMW and Daimler as well as Tesla have remained the most innovative global automotive groups in the multi-year analysis since 2016, ahead of Hyundai, Ford and Stellantis. With BYD, Great Wall and Geely, three Chinese OEMs made it into the top 10 for the first time. Overall, the Chinese automobile manufacturers have been among the big winners in recent years and can significantly increase their innovation performance. The Japanese manufacturers in particular are losing their innovative strength, with the world’s top-selling OEM Toyota only ranking 13th. At the same time, automotive start-ups such as Xpeng, Nio, Rivian and Lucid are pushing their way into the world market with a high degree of innovation. These are the core results of the current AutomotiveINNOVATIONS study by the Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, which assesses the vehicle-technical innovations of 30 automobile groups with over 80 automobile brands. The long-term comparison is based on around 2,900 innovations that were introduced in series models between 2016 and 2021 (first half of the year). All innovations were evaluated according to quantitative and qualitative criteria (MOBIL approach, see below).

German OEMs occupy podium places

The German automobile manufacturers have so far been able to maintain their strong innovation performance even in the transformation phase of the industry since 2015. The Volkswagen Group with the core brands VW, Audi and Porsche is ahead in the innovation ranking with 366 (and 410) index points despite a slight decline in both comparison periods (2016-18 and 2019-21) (see Fig. 1). The innovation performance in the years 2019-21 will be supported in particular by innovations in the technology fields of electric drive as well as interfaces and display concepts.

BMW moved up to second place among the most innovative manufacturers with 282 index points (+ 37%) and ousted Daimler to third place in a head-to-head race. During this period, BMW generated 125 world and group novelties ready for series production, such as the active traffic light assistant of the Urban Cruise Control System, which independently detects red traffic lights and comes to a standstill in front of them. With the launch of its new Mercedes-Benz S-Class (2020), Daimler is presenting numerous innovations such as the MBUX interior assistant or the digital light, which can warn of construction sites using symbols projected on the street, among other things. Overall, the Stuttgart-based company is just behind its core competitor with 118 identified and individually assessed world and group innovations.

Figure 1: Innovative strength of global automobile manufacturers (group level) – Ranking Top 15

Source: CAM

Tesla and Hyundai dominate midfield, while Ford and Chinese OEMs are the most innovative drivers

The US electric car manufacturer Tesla achieved a strong fourth place in both observation periods despite only four models in series production. With world firsts from the technological fields of electric drive (e.g. range optimization Model S) and driver assistance systems (e.g. Navigate on Autopilot Model 3) ready for series production, Tesla can even increase its innovative strength by around 37 percent. Hyundai can assert itself in fifth place with innovations such as the best power consumption value of the Kia e-Soul (2019) in the minivan segment. However, the gap between the South Koreans and Tesla and the top 3 has widened somewhat.

One of the biggest winners in the period comparison is surprisingly the US company Ford, which moved up to 6th place and improved by five places. In total, since 2019, Ford has produced around twice as many series innovations with more than 65 group and world firsts than in the first observation period. The main reasons for this positive development are innovative models such as the Ford Mustang Mach-E (2020), which sets new standards in terms of electric range in the medium-size SUV segment, or the Ford F-150 (2020), the world’s first Pick-up truck can receive new or improved assistance systems via Over-The-Air Updates (OTA).

In addition to Ford, the Chinese car manufacturer are gaining in importance in innovation ranking. With an increase in innovative strength of more than 300 percent, BYD is experiencing the greatest growth of all automobile manufacturers considered in the period comparison. A broad electric offensive is primarily responsible for this, as BYD already had a large number of purely electric vehicles (BEV) in various segments at an early stage (e.g. BYD Song PRO as a medium-size SUV, BYD Han EV in the upper middle class or BYD Song MAX as a minivan). In addition, BYD benefits from the Didi D1 developed in cooperation with Didi Chuxing (Chinese mobility provider), an electric vehicle of the lower middle class specially designed for ride-hailing purposes, which has special features such as a rainbow-colored “pick-up light”. In the second observation period (2019-21), Great Wall also increased its innovative strength significantly with a plus of more than 160 percent and brought series-ready world novelties onto the market, such as a gesture-based, autonomous parking function in the Wey Mocha (2021). SAIC is increasing its innovative strength primarily due to an expanded range of electric vehicles (e.g. Roewe Ei5, Roewe ER6 or Maxus T90) and thanks to the introduction of the Baojun E300, a fully electric mini car that can already drive semi-autonomously according to SAE level 2 as standard.


Study leader Stefan Bratzel: “Electromobility, connectivity and autonomous driving lead to a dramatic change that will reorganize the industry over the next 10 years. In spite of all prophecies of doom, the German automotive groups are currently very innovative and cover a wide range of technologies with their innovations. However, due to the high level of innovation, this positive snapshot is not a long-term guarantee of survival. Already today, Tesla and other newcomers, especially from China, score with a high level of innovation and put the established manufacturers under enormous competitive pressure. In the transformation phase of the industry, comprehensive competencies in the areas of electromobility, connected services and autonomous driving will become the decisive conditions for success and survival for automobile manufacturers. „


Geely, GM and Toyota lose their innovative strength and lose most of the places in the ranking

The biggest losers in the period comparison include Geely, which is the only Chinese company to show a decline in innovative strength in the second observation period, as well as General Motors (GM) and the large Japanese group Toyota. Geely, whose innovative strength is significantly influenced by the Swedish subsidiary brands Volvo and Polestar, was unable to maintain its very high level of innovation in the previous period and fell from sixth to tenth place. The US company General Motors cannot build on the innovative strength of the first period and has slipped from ninth to twelfth place. Despite the introduction of new, innovative models such as the GMC Hummer EV, which sets new standards with a maximum charging power of up to 350 kW, GM missed a place in the top 10 with an innovation performance that was down by around 10 percent. The example of Toyota shows that stagnation in a dynamic competitive environment makes it difficult to catch up with the competition. While other corporations have often been able to increase their innovative strength in the high double-digit percentage range, Toyota remains at about the same level of innovation as in the first period, slipping from tenth place to thirteenth. With Nissan and Honda, other Japanese manufacturers are deteriorating. While Nissan has dropped from 14th to 16th, Honda has lost 7 places and is now only 19th. Tata Motors, too, was unable to maintain the high level of innovation of its premium brands Jaguar and Land Rover in the previous period and slipped from rank 8 to 17.

Figure 2: CAM AutomotiveINNOVATIONS Newcomer Ranking 2021

Source: CAM

Xpeng leads the newcomer innovation ranking ahead of US start-up Lucid

With the entry of Chinese and American newcomers, the global automotive market is fundamentally changing. Against this background, the CAM has created a separate newcomer ranking, which compares the innovative strength of the four electric start-ups Xpeng, Lucid, Nio and Rivian in the observation period 2019-21 (1st half of the year) (see Fig. 2). The Chinese automobile manufacturer Xpeng secured first place with world firsts in the key innovation field of connectivity (e.g. OTA-capable operating system Xmart OS in the Xpeng G3). With its only model to date, the Lucid Air, the US start-up Lucid Motors is setting new standards in terms of electric range (up to 830 km according to the EPA cycle), impresses with its high charging power (up to 300 kW) and is overall in second place. Nio, another Chinese player, brought a completely new approach to electromobility to the road with its battery change concept launched in 2018 and thus achieved third place. The EV start-up Rivian Automotive, supported by the large corporation Amazon, is in fourth place with a stock market valuation of over 80 billion US dollars and a previously marginal delivery volume.

Figure 3: Innovative strength of 25 automobile manufacturers (group level) in a period comparison for the years 2016-2021

Source: CAM

Methodology:

The aim of the CAM innovation study is to analyze the innovation trends in the automotive industry and the innovative strength of companies. Since 2005, between 600 and 1,200 technical vehicle innovations from automobile manufacturers have been recorded annually, each of which is classified according to around 50 defined criteria such as technology field, innovation type, model, etc. and are systematically assessed according to the M.OB.IL approach (Maturity, Originality, Benefit , Innovation level). The CAM defines innovations as novelties that offer new or additional customer benefits compared to the status quo. For example, world novelties that are available in series and have a high level of customer benefit are rated higher than me-too or group innovations that are only available as a pre-series or study (prototype). This results in an index value for every innovation, which can be condensed into total values ​​for individual groups or brands. A methodology overview can be found here:  http://www.automotiveinnovations.de/download/MOBIL-Approach.pdf

About the study:

The overall study AutomotiveINNOVATIONS 2021, which comprises more than 150 pages with more than 100 graphics, figures and tables, can be ordered for a fee at https://auto-institut.de/automotiveinnovations-2/. On the basis of over 600 categorized and individually assessed vehicle technology innovations of the year 2020/21 alone, it identifies the future trends of 30 automotive groups with 80 brands from Europe, Japan, the USA and China, among others.

About the CAM:

The Center of Automotive Management (CAM) is an independent, scientific institute for empirical automotive and mobility research as well as for strategic advice at the University of Applied Sciences (FHDW) in Bergisch Gladbach. CAM supports its customers on the basis of extensive databases, in particular on vehicle technology innovations in the global automotive industry as well as on the market and financial performance of automobile manufacturers and automotive suppliers. Using well-founded industry know-how and intimate knowledge of the market, CAM develops individual market research concepts and practice-oriented solutions for its customers in the automotive and mobility industries.

Methodology:

The aim of the CAM innovation study is to analyze the innovation trends in the automotive industry and the innovative strength of companies. Since 2005, between 600 and 1,200 technical vehicle innovations from automobile manufacturers have been recorded annually, each of which is classified according to around 50 defined criteria such as technology field, innovation type, model, etc. and are systematically assessed according to the M.OB.IL approach (Maturity, Originality, Benefit , Innovation level). The CAM defines innovations as novelties that offer new or additional customer benefits compared to the status quo. For example, world novelties that are available in series and have a high level of customer benefit are rated higher than me-too or group innovations that are only available as a pre-series or study (prototype). This results in an index value for every innovation, which can be condensed into total values ​​for individual groups or brands. A methodology overview can be found here:  http://www.automotiveinnovations.de/download/MOBIL-Approach.pdf

About the study:

The overall study AutomotiveINNOVATIONS 2021, which comprises more than 150 pages with more than 100 graphics, figures and tables, can be ordered for a fee at https://auto-institut.de/automotiveinnovations-2/. On the basis of over 600 categorized and individually assessed vehicle technology innovations of the year 2020/21 alone, it identifies the future trends of 30 automotive groups with 80 brands from Europe, Japan, the USA and China, among others.

About the CAM:

The Center of Automotive Management (CAM) is an independent, scientific institute for empirical automotive and mobility research as well as for strategic advice at the University of Applied Sciences (FHDW) in Bergisch Gladbach. CAM supports its customers on the basis of extensive databases, in particular on vehicle technology innovations in the global automotive industry as well as on the market and financial performance of automobile manufacturers and automotive suppliers. Using well-founded industry know-how and intimate knowledge of the market, CAM develops individual market research concepts and practice-oriented solutions for its customers in the automotive and mobility industries.



Center of Automotive Management (CAM)

Prof. Dr. Stefan Bratzel

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51465 Bergisch Gladbach

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Innovationsstärke der globalen Automobilhersteller

Volkswagen, BMW und Daimler sowie Tesla bleiben in der Mehrjahresbetrachtung seit 2016 die in- novationsstärksten globalen Automobilkonzerne vor Hyundai, Ford und Stellantis. Mit BYD, Great Wall, Geely kommen erstmals drei chinesische OEM in die Top-10. Insgesamt zählen die chinesischen Automobilhersteller zu den großen Gewinnern der letzten Jahre und können ihre Innovationsleis- tungen erheblich steigern. An Innovationskraft verlieren vor allem die japanischen Hersteller, wobei der weltweit absatzstärkste OEM Toyota nur noch auf Rang 13 kommt. Gleichzeitig drängen Auto- motive Start-ups wie Xpeng, Nio, Rivian und Lucid mit hoher Innovationsdynamik in den Weltmarkt. Das sind die Kernergebnisse der aktuellen AutomotiveINNOVATIONS Studie des Center of Automo- tive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, die die fahrzeugtechnischen Innovationen von 30 Au- tomobilkonzernen mit über 80 Automobilmarken bilanziert. Basis des Langzeitvergleichs sind rund 2.900 Neuerungen, die zwischen 2016 und 2021 (1. Halbjahr) in Serienmodellen hervorgebracht wur- den. Die Bewertung aller Neuerungen erfolgte nach quantitativen und qualitativen Kriterien (MOBIL- Ansatz, siehe unten).

Deutsche OEMs belegen Podiumsplätze

Die deutschen Automobilhersteller können ihre starken Innovationsleistungen bislang auch in der Transformationsphase der Branche seit 2015 halten. Der Volkswagen Konzern mit den Kernmarken VW, Audi und Porsche liegt über beide Vergleichsperioden (2016-18 bzw. 2019-21) im Innovationsran- king mit 366 (bzw. 410) Indexpunkten trotz eines leichten Rückgangs vorn. (siehe Abb. 1). Die Innova- tionsleistung in den Jahren 2019-21 wird insbesondere von Innovationen in den Technologiefeldern elektrischer Antrieb sowie Bedien- und Anzeigekonzepte getragen.

Auf Rang 2 der innovationsstärksten Hersteller rückt BMW mit 282 Indexpunkten vor (+37%) und verdrängt in einem Kopf-an-Kopf-Rennen Daimler auf Rang 3. BMW generiert in dieser Periode 125 serienreife Welt- und Konzernneuheiten, wie dem aktiven Ampelassistenten des Urban Cruise Control Systems, welcher eigenständig rote Ampeln erkennt und vor diesen zum Stillstand kommt. Daimler, jetzt Mercedes-Benz Cars, präsentiert mit der Neuvorstellung seiner neuen Mercedes-Benz S-Klasse (2020) zahlreiche Neuerungen wie den MBUX-Interieur-Assistenten oder das Digital Light, welches u.a. durch auf Straße projizierte Symbole vor Baustellen warnen kann. Insgesamt liegen die Stuttgarter mit 118 identifizierten und einzeln bewerteten Welt- und Konzernneuheiten knapp hinter ihrem Kernwettbewerber.

Abbildung 1: Innovationsstärke der globalen Automobilhersteller (Konzernebene) – Ranking Top 15

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Quelle: CAM

Tesla und Hyundai dominieren Mittelfeld, Ford und chinesische OEMs steigern Innovationskraft am stärksten

Der US-Elektroautobauer Tesla erreicht in beiden Betrachtungsperioden trotz weniger Baureihen einen starken vierten Rang. Durch serienreife Weltneuheiten aus den Technologiefeldern elektrischer Antrieb (z.B. Reichweitenoptimierung Model S) und Fahrerassistenzsysteme (z.B. Navigate on Autopi- lot Model 3) kann Tesla seine Innovationskraft sogar um rund 37 Prozent steigern. Hyundai kann sich mit Innovationen, wie einem Stromverbrauchs-Bestwert des Kia e-Soul (2019) im Segment der Mini- vans, auf dem fünften Platz behaupten. Allerdings hat sich der Abstand der Südkoreaner zu Tesla und den Top 3 etwas vergrößert.

Zu den größten Gewinnern im Periodenvergleich zählt überraschend der US-Konzern Ford, der auf Rang 6 vorrückt und sich um fünf Plätze verbessert. Insgesamt konnte Ford seit 2019 mit mehr als 65 Konzern- und Weltneuheiten rund doppelt so viele Serieninnovationen hervorbringen als in der ersten Betrachtungsperiode. Ursächlich für diese positive Entwicklung sind vor allem innovative Modelle wie der Ford Mustang Mach-E (2020), welcher in puncto elektrische Reichweite neue Maßstäbe im Seg- ment der Medium-Size SUV setzt oder der Ford F-150 (2020), der als weltweit erster Pick-up Truck via Over-The-Air Updates (OTA) neue oder verbesserte Assistenzsysteme erhalten kann.

Neben Ford gewinnen insbesondere die chinesischen Konzerne an Bedeutung im Innovationsranking. So erfährt BYD mit einer Steigerung der Innovationskraft um mehr als 300 Prozent das größte Wachs- tum aller im Periodenvergleich betrachteten Automobilhersteller. Verantwortlich dafür ist vor allem eine breite Elektrooffensive, da BYD bereits zu einem frühen Zeitpunkt eine Vielzahl an rein elektri- schen Fahrzeugen (BEV) in diversen Segmenten (z.B. BYD Song PRO als Medium-Size SUV, BYD Han EV in der oberen Mittelklasse oder BYD Song MAX als Minivan) hervorgebracht hat. Darüber hinaus pro- fitiert BYD von dem in Kooperation mit Didi Chuxing (chinesischer Mobilitätsanbieter) entwickelten Didi D1, einem speziell für Ride-Hailing-Zwecke konzipiertem Elektrofahrzeug der unteren Mittelklasse, das über spezielle Features wie einem regenbogenfarbenen „Pick-up-Light“ verfügt. Auch Great Wall legt in der zweiten Betrachtungsperiode (2019-21) mit einem Plus von mehr als 160 Prozent deutlich an Innovationskraft zu und bringt serienreife Weltneuheiten wie eine gestenbasierte autonome Aus- parkfunktion im Wey Mocha (2021) auf den Markt. SAIC steigert seine Innovationsstärke vor allem aufgrund eines ausgeweiteten Angebots an Elektrofahrzeugen (z.B. Roewe Ei5, Roewe ER6 oder Maxus T90) und dank der Einführung des Baojun E300, einem vollelektrischen Kleinstwagen, der bereits se- rienmäßig nach SAE-Level 2 teilautonom fahren kann.

Studienleiter Stefan Bratzel: „Elektromobilität, Vernetzung und autonomes Fahren führen zu einem dramatischen Wandel, der in den nächsten 10 Jahren zu einer Neuordnung der Branche führt. Die deutschen Automobilkonzerne besitzen allen Unkenrufen zum Trotz derzeit eine sehr hohe Innovations- stärke und decken mit ihren Neuerungen eine hohe Breite an Technologien ab. Allerdings ist diese po- sitive Momentaufnahme aufgrund der hohen Innovationsdynamik keine langfristige Überlebensgaran- tie. Bereits heute punkten Tesla und weitere Newcomer insbesondere aus China mit einer hohen Inno- vationskraft und setzen die etablierten Hersteller unter enormen Wettbewerbsdruck. In der Transfor- mationsphase der Branche werden umfassende Kompetenzen in den Bereichen Elektromobilität, Connected Services und Autonomens Fahren zu den entscheidenden Erfolgs- und Überlebensbedingun- gen der Automobilhersteller.“page3image30324032

Geely, GM und Toyota büßen an Innovationskraft ein und verlieren die meisten Plätze im Ranking

Zu den größten Verlierern im Periodenvergleich zählen neben Geely, der als einziger chinesischer Konzern eine rückläufige Innovationsstärke im zweiten Betrachtungszeitraum aufweist, auch General Motors (GM) und der japanische Großkonzern Toyota. Geely, dessen Innovationskraft maßgeblich von den schwedischen Tochtermarken Volvo und Polestar beeinflusst wird, kann seine sehr hohe Innova- tionsstärke in der Vorperiode nicht halten und fällt vom sechsten auf den zehnten Platz zurück. Auch der US-amerikanische Konzern General Motors kann nicht an die Innovationsstärke in der ersten Peri- ode anknüpfen und rutscht von dem neunten auf den zwölften Rang ab. Trotz Einführung neuer, innovativer Modelle wie dem GMC Hummer EV, welcher mit einer maximal erreichbaren Ladeleistung von bis zu 350 kW neue Maßstäbe setzt, verpasst GM mit einer um circa 10 Prozent gesunkenen Innovati- onsleistung eine Platzierung in den Top 10. Das Beispiel Toyota zeigt, dass Stagnation in einem dyna- mischen Wettbewerbsumfeld den Anschluss an die Konkurrenz erschwert. Während andere Konzerne ihre Innovationskraft häufig im hohen zweistelligen Prozentbereich steigern konnten, verbleibt Toyota auf etwa dem gleichen Innovationsniveau wie in der ersten Periode und rutscht damit von Platz zehn auf dreizehn ab. Mit Nissan und Honda verschlechtern weitere japanische Hersteller. Während Nissan von Rang 14 auf Rang 16 zurückfällt, büßt Honda 7 Plätze ein und kommt nur noch auf Rang 19. Auch Tata Motors kann die hohe Innovationsstärke seiner Premiumarken Jaguar und Land Rover in der Vor- periode nicht halten und rutscht von Rang 8 auf Rang 17 ab.

Abbildung 2: CAM AutomotiveINNOVATIONS Newcomer Ranking 2021

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Quelle: CAM
Xpeng führt das Newcomer-Innovationsranking vor US-Start-up Lucid an
Durch den Eintritt chinesischer und amerikanischer Newcomer verändert sich der globale Automobilmarkt grundlegend. Vor diesem Hintergrund hat das CAM ein gesondertes Newcomer-Ranking erstellt, welches die Innovationsstärke der vier Elektro-Start-ups Xpeng, Lucid, Nio und Rivian in der Betrach- tungsperiode 2019-21 (1. HJ) gegenüberstellt (siehe Abb. 2). Dabei sichert sich der chinesische Auto- mobilhersteller Xpeng mit Weltneuheiten im Schlüsselinnovationsfeld Connectivity (z.B. OTA-fähiges Betriebssystem Xmart OS im Xpeng G3) den ersten Platz. Das US-amerikanische Start-up Lucid Motors setzt mit seinem bisher einzigen Modell, dem Lucid Air, neue Maßstäbe in puncto elektrischer Reich- weite (bis zu 830 km nach EPA-Zyklus), überzeugt mit hoher Ladeleistung (bis zu 300 kW) und liegt insgesamt auf Rang zwei. Nio, ein weiterer chinesischer Player, brachte mit seinem 2018 gestarteten Batteriewechselkonzept einen völlig neuen Ansatz der Elektromobilität auf die Straße und erreichtdamit den dritten Platz. Das durch den Großkonzern Amazon unterstütze EV-Start-up Rivian Automo- tive liegt ungeachtet der Börsenbewertung von über 80 Milliarden US-Dollar und eines bisher margi- nalen Auslieferungsvolumens auf Platz vier.

Abbildung 3: Innovationsstärke von 25 Automobilherstellern (Konzernebene) im Periodenvergleich der Jahre 2016-2021

Methodik:

Ziel der CAM-Innovationsstudie ist die Analyse der Innovationstrends der Automobilindustrie sowie der Innovationsstärke der Unternehmen. Seit dem Jahr 2005 werden dazu jährlich zwischen 600 und 1.200 fahrzeugtechnische Innovationen der Automobilhersteller erfasst, die jeweils nach ca. 50 defi- nierten Kriterien wie Technologiefeld, Innovationstyp, Modell etc. klassifiziert und nach dem M.OB.IL- Ansatz (Maturity, Originality, Benefit, Innovation Level) systematisch bewertet werden. Als Innovatio- nen definiert das CAM Neuerungen, die einen neuen oder zusätzlichen Kundennutzen im Vergleich zum Status Quo bieten. Dabei werden etwa Weltneuheiten, die in Serie verfügbar sind und einen ho- hen Kundennutzen haben, höher bewertet als Me-too- bzw. Konzern-Neuheiten, die lediglich als Vor- serie oder Studie (Prototyp) vorliegen. So ergibt sich für jede Innovation ein Indexwert, der zu Gesamt- werten für einzelne Konzerne oder Marken verdichtet werden kann. Eine Methodik-Übersicht findet sich hier: http://www.automotiveinnovations.de/download/MOBIL-Approach.pdf

Über die Studie:

Die Gesamtstudie AutomotiveINNOVATIONS 2021, die mehr als 150 Seiten mit mehr als 100 Grafiken, Abbildungen und Tabellen umfasst, kann unter https://auto-institut.de/automotiveinnovations-2/ kostenpflichtig bestellt werden. Sie identifiziert auf Basis von über 600 kategorisierten und einzeln be- werteten, fahrzeugtechnischen Neuerungen des Jahres 2020/21 die Zukunftstrends von 30 Automo- bilkonzernen mit 80 Marken u.a. aus Europa, Japan, den USA und China.

Über das CAM:

Das Center of Automotive Management (CAM) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung sowie für strategische Beratung an der Fachhoch- schule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Seine Kunden unterstützt das Auto-Institut auf Basis umfangreicher Datenbanken, insbesondere zu fahrzeugtechnischen Innovationen der globalen Automobilindustrie sowie zur Markt- und Finanz-Performance von Automobilherstellern und Automo- bilzulieferunternehmen. Mittels eines fundierten Branchen-Know-hows und intimer Marktkenntnisse erarbeitet das Auto-Institut individuelle Marktforschungskonzepte und praxisorientierte Lösungen für seine Kunden aus der Automobil- und Mobilitätswirtschaft.

Center of Automotive Management (CAM)

Prof. Dr. Stefan Bratzel An der Gohrsmühle 25 51465 Bergisch Gladbach

Tel.: +49 (0) 22 02 / 28577-0 Mobil: +49 (0) 174 / 9 73 17 78 Fax: +49 (0) 22 02 / 28577-28

E-Mail: stefan.bratzel@auto-institut.de Web: www.auto-institut.de

Auto-Universe: The Connected Car Players 2021

  • Das Auto-Universum 2021 vergleicht die Positionierung und Leistungsfähigkeit wesentlicher Unternehmensgruppen im Zukunftsfeld Connected Car (CC).
  • Innerhalb des Universums sticht Tesla als einziger Automotive OEM heraus, der in puncto Marktkapitalisierung zu den Top 4 Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet aufschließt.
  • Künftig wird die Konkurrenz zwischen etablierten Automobilherstellern und Unternehmen anderer „Universen“ wie Digital Player und Mobility Provider um die Mobilität der Zukunft weiter zunehmen.

Das bisherige „Universum“ der Automobilbranche, indem die etablierten Automobilhersteller die dominante Rolle innehaben und fast im Alleingang die Spielregeln bestimmen, löst sich schrittweise auf. Neue Akteursgruppen drängen mit hoher Dynamik in die Auto- und Mobilitätswelt, die sich dadurch grundlegend verändert. Hierzu zählen „Mobility Provider“ wie Uber und Lyft oder „Big Data Player“ wie Apple, Alphabet und Baidu. Allerdings agieren diese neuen Akteure nicht nach den Spielregeln und Prinzipien des alten Auto-Universums. Da sich die Mobilitätsbranche von einer bislang dominanten Hardware-Orientierung hin zu einer Software- und Dienstleistungsorientierung entwickelt, stoßen die „Paralleluniversen“ zunehmend aufeinander. Das ist das Ergebnis einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) bei der die aktuelle Positionierung und Leistungsfähigkeit von großen Akteursgruppen verschiedener Universen in den Bereichen „Connected Car“ und „Mobilitätsdienstleistungen“ analysiert wurden. Im Poster „Auto Universe 2021: The Connected Car Players“ sind die wichtigsten Ergebnisse kompakt zusammengefasst.

Marktkapitalisierung: Tesla als einziger Automobilhersteller auf Niveau der großen Big Data Player

Die Akteure der verschiedenen Universen differieren erheblich bei der Marktkapitalisierung, was an der Größe der als „Planeten“ dargestellten Unternehmen gut abgelesen werden kann (vgl. Abb. 1). Während selbst bei großen Automobilherstellern wie Ford, General Motors oder BMW die aktuelle Marktkapitalisierung weit unter umgerechnet 100 Mrd. Euro liegt, erreichen Big Data Player wie Alphabet, Amazon und Microsoft mehr als das Zehnfache. Auch die Unternehmensbewertung großer Mobility Provider bzw. Start-ups wie Uber oder Didi Chuxing ist höher als die vieler etablierter Autobauer. Während die Bewertung der meisten Automobilhersteller seit Jahren nahezu stagniert, kann einzig der US-Elektroautopionier Tesla an die weiterhin zunehmende Börsenbewertung der Digital Player anknüpfen. Insgesamt muss sich aber die große Mehrheit der Automobilhersteller mit „Angreifern“ aus den Paralleluniversen auseinandersetzen, die meist sehr viel stärker sind als sie selbst.

Abbildung 1: Auto Universe 2021: The Connected Car Players

Quelle: CAM / AutomotiveIT   Kostenfreies Poster in Kooperation mit CarIT und Cisco Systems hier downloaden

Innovationsstärke der Automobilhersteller im Bereich „Connected Car“ wird immer wichtiger

Im Universum der Automobilhersteller spielt für deren Zukunftsfähigkeit der Bereich „Connected Car“ eine immer wichtigere Rolle. Darunter werden vernetzungsrelevante Neuerungen aus den Technologiefeldern Sicherheitssysteme/ADAS, Informations- und Kommunikationssysteme sowie Bedien- und Anzeigekonzepte verstanden. Während aus der CAM Innovations-Datenbank im Zeitraum von 2009 bis 2014 rund 1.800 fahrzeugtechnische Innovationen hervorgingen, konnten zwischen 2015 bis 2020 bereits knapp 3.400 einzelne Innovationen in den drei Technologiefeldern empirisch ermittelt werden. Insgesamt entfallen mittlerweile über 50 Prozent aller Innovationen der Hersteller auf die Connected-Car-Bereiche. Die Innovationsstärke der Automobilhersteller im Bereich Connected Car wurde auf Basis der Neuheiten durch einen Indexwert abgebildet. Die Rangfolge wird in der Abbildung (Poster) als Umlaufbahn dargestellt, d.h. die Innovationsstärke der OEMs steigt mit der Nähe zur „Sonne“. Der Volkswagen-Konzern ist danach im Kalenderjahr 2020 der innovativste Autohersteller im CC-Bereich und kommt mit seinen 34 Innovationen auf eine Innovationsstärke von 87 Indexpunkten. Den zweiten Rang belegt Daimler mit rund 77 Punkten und liegt damit deutlich vor dem Kernwettbewerber BMW, welcher mit 54 Indexpunkten den dritten Platz erreicht. Tesla kommt mit 32 Indexpunkten nicht über den neunten Platz hinaus, während die chinesischen Großkonzerne Great Wall und SAIC die Ränge vier und sieben belegen.

Big Data Player erweitern ihre digitalen Ökosysteme auf den Bereich (Auto-)Mobilität

Spieler aus dem Universum der Internet-Plattformen erweitern ihre digitalen Dienstleistungen auf den Bereich Auto und Mobilität. Alphabet (Google) betreibt Mobilitätsportale und ist mit Waymo nach wie vor stärkster Player im Bereich Autonomes Fahren. Chinesische Internetgiganten wie Baidu, Tencent und Alibaba dominieren mit Ihren Plattformen den Großteil des relevanten Datenverkehrs. Damit kontrollieren diese Player den digitalen Kundenkontakt. In der Abbildung sind die Internet-Player anhand ihrer Kompetenzstärke im Bereich der Zukunftsmobilität geordnet. Das Big Data Universum wird im Wesentlichen von den US-Konzernen Alphabet, Apple, Amazon und Microsoft dominiert. Diese Unternehmen gehören zu den weltweit wertvollsten Firmen und übertreffen die Börsenwerte der Automobilhersteller und Zulieferer oftmals um ein Vielfaches. Angesichts der höheren Profitabilität des Datengeschäfts ist nicht zu erwarten, dass die Big-Data-Player die Automobilindustrie in deren angestammten Geschäftsfeld – der Automobilproduktion – angreifen werden. Vielmehr sind die Datendienstleister dabei, das Geschäft mit den weit profitableren (Mobilitäts-)Dienstleistungen rund um Daten- und Software weiter zu erschließen. Sie sind bereits jetzt zu ernstzunehmenden Konkurrenten  – aber auch Kooperationspartner – der Automobilhersteller geworden.

Betreiber digitaler Mobilitäts-Plattformen werden immer stärker

Wichtige Player im neu entstehenden Mobility Universum werden künftig Plattform-Anbieter von Mobilitätsdienstleitungen sein. Im aktuellen „MobilitySERVICES Report 2021“ wurden rund 400 einzelne Mobilitätsdienstleistungen analysiert und bewertet. Gesamthaft erreichen Uber und Didi Chuxing die höchste Servicestärke. Die führenden Unternehmen entwickeln zunehmend umfassende „Ökosysteme einer Sharing-Mobilität“, die auf ihren Digital-Portalen nicht mehr nur diverse Fahrdienste, sondern weitere Services wie Liefer- oder Logistikdienstleistungen kombinieren. Zusätzlich werden neue Geschäftsfelder wie Leasing oder Ladedienste für Elektroautos aufgebaut. Der Marktführer Didi hat z.B. den chinesischen Automobilhersteller BYD beauftragt nach seinen Vorgaben ein speziell für den Sharing-Bereich zugeschnittenes Elektrofahrzeug entwickeln und bauen zu lassen. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen intensiv im Bereich des autonomen Fahrens. Die Entwicklung der Unternehmenswerte von Dienstleistern wie Uber oder Didi ist enorm und übersteigt die Unternehmenswerte der meisten etablierten Automobilhersteller. Für die Automobilhersteller, die sich auch zu Mobilitätsdienstleistern weiterentwickeln wollen, sind die Mobility Provider wichtige Wettbewerber bzw. Kooperationspartner.

Etablierte und neue Automobilzulieferer im Wettbewerb um das Connected Car

Angestammte und neue Automobilzulieferer sind weitere wichtige Player im Bereich Connected Car. Sie könnten im neuen Mobility Universum zu den „Hidden Champions“ werden, wenn sie die richtigen Wachstums- und Zukunftsfelder der Vernetzung und des autonomen Fahrens adressieren. Diese First-Tier-Supplier sind im Automotive-Bereich weniger sichtbar als Automobilhersteller, entwickeln und produzieren aber viele von den OEMs an den Endkunden veräußerte CC-Innovationen. Hinsichtlich des Umsatzes im Automotive-Bereich liegen Bosch, Denso, Continental, ZF und andere angestammte Zulieferer vorn und nutzen dieses Potenzial für ihre Innovationstätigkeit im Bereich Connected Car. Neue Player aus der Unterhaltungselektronik wie Nvidia und Mobileye (Intel) haben sich in kurzer Zeit zu wichtigen Zulieferern der Branche entwickelt, was u.a. an der hohen Marktkapitalisierung abgelesen werden kann.


Studienleiter Stefan Bratzel: „Die Unternehmen befinden sich nicht mehr nur innerhalb ihres eigenen Universums im Wettbewerb, sondern konkurrieren zunehmend auch mit den Spielern der anderen Universen. Insgesamt kommt es zu einem „Kampf der Welten“ um die Vorherrschaft bei der Mobilität der Zukunft. Langfristig entsteht ein neues „Auto-Mobility Universe“, das von wenigen Akteuren kontrolliert wird.“

Weitere Informationen: https://auto-institut.de/connectivity-2/

E-Mobilität in Deutschland 2021

  • Das Jahr 2021 wird mit einem Rekord in Deutschland von rund 350.000 Pkw-Neuzulassungen für reine Elektrofahrzeuge (BEV) enden; für das Jahr 2022 wird mit weiterem Wachstum der BEV- Neuzulassungen auf 450.000 Pkw gerechnet
  • Marktführer von reinen Elektrofahrzeugen ist die Marke VW; meist verkauftes Modell ist das Tesla Model 3; große Unterschiede zwischen Automobilherstellern bei der Elektroquote
  • Die Gesamtzulassungen sind im Deutschland im Jahr 2021 mit rund 2,65 Mio. Pkw so niedrig wie zuletzt im Jahr 1985.

In Deutschland werden im Gesamtjahr 2021 rund 350.000 Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeu- gen (BEV) realisiert werden (+80%). Dies entspricht fast einer Verdopplung des Marktanteils von 6,7 auf 13 Prozent. Nach 11 Monaten liegen die BEV-Neuzulassungen bei 307.000 Fahrzeugen (Marktanteil 12,8%). Im November 2021 wurde mit über 40.000 Neuzulassungen ein Spitzenwert beim Marktanteil von reinen E-Fahrzeugen von 20,3 Prozent erreicht, was einer Verdopplung zum Vorjahresmonat dar- stellt. Der BEV-Marktanteil hat sich nach der Erhöhung der Elektroprämien von 3,7 Prozent im Juni 2020 fast kontinuierlich erhöht (vgl. Abb. 1). Treiber ist neben der Förderung auch die zunehmende Verfügbarkeit von entsprechenden Modellangeboten der Automobilhersteller. Das zeigen die neues- ten Auswertungen des „Electromobility Report 2021“ des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, indem die Markt-, Absatz- und Innovationstrends der E-Mobilität regelmäßig bilanziert werden.Deutschland wird im Jahr 2021 nach China und den USA der drittgrößte Einzelmarkt für reine Elektro- fahrzeuge. In China wird für das Gesamtjahr mit rund 2,7 Mio. Elektro-PKWs gerechnet. Bis Ende No- vember wurden bereits 2,3 Mio. BEVs verkauft, was einem Marktanteil von 12 Prozent entspricht. Für die USA schätzt das CAM die BEV-Absätze im Gesamtjahr auf rund 440.000 Pkw.

Marktführer bei reinen Elektrofahrzeugen in Deutschland ist die Marke VW gefolgt von Tesla, Renault, Hyundai und Smart. Von Januar bis November 2021 setzte VW rund 64.000 Pkw ab, während Tesla auf 33.000, Renault auf 26.000 und Hyundai auf 24.000 Elektro-Pkw kommt.

  • Bei Volkswagen ist der VW Up mit 25.454 Fahrzeugen noch vor dem ID3 (25.201) und dem ID4(11.384) das meistverkaufte Modell.
  • Bei Tesla dominiert mit 29.166 Fahrzeugen das Model 3, das gleichzeitig das meistverkaufte Elekt-rofahrzeug darstellt. Das Model Y von Tesla liegt bereits bei einem Absatz von 3.834 Fahrzeugen.
  • Renault kommt mit dem Zoe auf 20.165 Fahrzeuge und dem Twingo auf 6.036 Pkw.
  • Bei Hyundai verkauft sich der Kona vor dem Ioniq5 am besten mit 16.069 bzw. 5.825 Pkw.

Abbildung 1: Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen (BEV) in Deutschland 2020/2021 YTD

Quelle: KBA, CAM Electromobility Report 2021; Dez 2021=CAM Prognose

Die Bedeutung von reinen Elektrofahrzeugen für den Gesamtabsatz in Deutschland differiert zwischen Automobilherstellern erheblich. Neben den reinen Elektrofahrzeugherstellern wie Tesla, Smart oder Polestar liegt bei einigen Marken der Elektroanteil an den Neuzulassungen weit über dem Durchschnitt von 12,8 Prozent. Bei Renault und Hyundai machen BEVs bereits 28 bzw. 24,7 Prozent ihres Gesamt- absatzes in Deutschland aus, und auch bei Peugeot und Mini liegt die Elektroquote deutlich über 20 Prozent. Signifikant über dem BEV-Marktdurchschnitt liegen auch VW, Fiat, Kia sowie Nissan und Honda. Bei Porsche ist bereits fast jeder sechste Fahrzeugverkauf (17,4%) ein reines Elektroauto (Taycan) (vgl. Abbildung 2). Hersteller, die bereits ein attraktives BEV-Portfolio aufgebaut haben, können damit von einem starken Nachfragewachstum in Deutschland profitieren.

Demgegenüber ist bei vielen Herstellern der (reine) Elektroanteil an den Neuzulassungen noch gering. Dazu zählen insbesondere die deutschen Premiumhersteller BMW (6,8%), Audi (7,5%) und Mercedes (5,2%), bei denen die Verkäufe der Plug-in-Hybride (PHEVs) die BEVs um mehr als das Doppelte (BMW, Audi) bzw. Fünffache (Mercedes) überschreiten. Niedrige BEV-Anteile weisen auch Volumenmarken wie Seat (4,1%), Volvo (2,6%) oder etwa Ford (1,9%) auf, die wiederum ein Vielfaches an PHEVs abset- zen. Mazda und der Low-Cost Spezialist Dacia haben keine PHEV-Modelle im Angebot, die BEV-Ver- käufe von Einzelmodellen wie des MX-30 oder des Modells Spring summieren sich auf 8,7 bzw. 6,3 Prozent ihrer Neuzulassungen.

Beim japanischen Weltmarktführer Toyota spielt die reine Elektromobilität praktisch noch keine Rolle: Nur 45 Elektrofahrzeuge der Marke Toyota bzw. 41 Lexus wurden bislang im Jahr 2021 in Deutschland zugelassen, ihre BEV-Quote ist entsprechend vernachlässigbar. Selbst der PHEV-Anteil ist mit 3,6 Pro- zent sehr niedrig. Allerdings kündigte Toyota vor kurzem an, 30 BEV-Modelle bis zum Jahr 2030 anzu- bieten, was einem Strategiewechsel gleichkommt.

Abbildung 2: Absatz von Elektrofahrzeugen (BEV) und Anteil am Gesamtabsatz der Automobilhersteller (Marken)

Quelle: CAM
Hierzu Stefan Bratzel: „Deutschland positioniert sich immer stärker als Elektrofahrzeugmarkt. Derzeit liegen die Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeugen nur leicht vor den Plug-in-Hybriden, die sich im Gesamtjahr auf rund 330.000 Neuzulassungen summieren werden. Zusammengenommen werden damit rund 680.000 Elektro-Pkw neu auf die Straße kommen, wodurch Deutschland nach dieser Zähl- weise im weltweiten Vergleich sogar der zweitgrößte Einzelmarkt der Elektromobilität ist.“

Quelle: CAM
Hierzu Stefan Bratzel: „Deutschland positioniert sich immer stärker als Elektrofahrzeugmarkt. Derzeit liegen die Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeugen nur leicht vor den Plug-in-Hybriden, die sich im Gesamtjahr auf rund 330.000 Neuzulassungen summieren werden. Zusammengenommen werden damit rund 680.000 Elektro-Pkw neu auf die Straße kommen, wodurch Deutschland nach dieser Zähl- weise im weltweiten Vergleich sogar der zweitgrößte Einzelmarkt der Elektromobilität ist.“

Abbildung 2: Absatz von Elektrofahrzeugen (BEV) und Anteil am Gesamtabsatz der Automobilhersteller (Marken)

Quelle: CAM

Hierzu Stefan Bratzel: „Deutschland positioniert sich immer stärker als Elektrofahrzeugmarkt. Derzeit liegen die Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeugen nur leicht vor den Plug-in-Hybriden, die sich im Gesamtjahr auf rund 330.000 Neuzulassungen summieren werden. Zusammengenommen werden damit rund 680.000 Elektro-Pkw neu auf die Straße kommen, wodurch Deutschland nach dieser Zähl- weise im weltweiten Vergleich sogar der zweitgrößte Einzelmarkt der Elektromobilität ist.“

Die Verlängerung der Förderung wird auch im Jahr 2022 die Nachfrage beflügeln. Das CAM erwartet für 2022 Neuzulassungen von rund 450.000 BEV und 400.000 PHEV. Eine große Herausforderung bleibt die Ladeinfrastruktur, die die Akzeptanz von E-Fahrzeugen und den künftigen Markthochlauf bremsen könnte.

Insgesamt werden in Deutschland im Jahr 2021 aufgrund der Chip-Krise jedoch nur 2,65 Mio. Pkw neu zugelassen werden (-9,2%). Die Gesamtzulassungen sind damit so niedrig wie zuletzt im Jahr 1985. Für das Jahr 2022 wird mit einer Verbesserung der Teileversorgung und einer deutlichen Belebung des Gesamtmarktes auf 3,25 Mio. gerechnet.

For more information: https://auto-institut.de/e-mobility/

Kontakt

Center of Automotive Management (CAM) Prof. Dr. Stefan Bratzel
Tel.: (02202) 28 57 70
E-Mail: stefan.bratzel@auto-institut.de www.auto-institut.de

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