âOb sich ein solches Konzept durchgesetzt, da bin ich tatsĂ€chlich skeptisch. Ich glaube, dass die Autoindustrie im Moment sehr stark das Thema der Batterie-elektrischen MobilitĂ€t in den nĂ€chsten Jahren verfolgen wirdâ, sagt Prof. Stefan Bratzel. Trotzdem lobt er die Arbeit des TĂŒftlers Roland Gumpert: âEr ist natĂŒrlich ein toller Erfinder, wenn man so will, ein tolles Unternehmen, und es sind ja gerade diese kleinen Unternehmen, diese Start-ups, die ja neue Ideen einbringen und damit eben auch DenkanstöĂe fĂŒr gröĂere Automobilhersteller geben.â
Der weltweite Automobilmarkt hat im vergangenen Jahr einen vor allem Corona-bedingten RĂŒckgang erfahren. Der Pkw-Absatz der globalen Automobilhersteller ist im Gesamtjahr 2020 um 14,5 Prozent auf 70,8 Millionen geschrumpft. Besonders massive EinbuĂen von mehr als 20 Prozent mussten unter anderem Mitsubishi (-33%), PSA (-28%), JLR (-24%) sowie Ford, Nissan und FCA (alle: -22%) verkraften. DemgegenĂŒber konnten die Newcomer Tesla (+36%) oder Nio (+112%) ihre AbsĂ€tze sogar steigern. Auch BMW (-8%) und Toyota (-10%) entwickelten sich besser als der Gesamtmarkt.
Allerdings stellt sich die Situation fĂŒr die Automobilhersteller in den wichtigsten AutomobilmĂ€rkten China, USA und Europa teilweise ganz anders dar. Das lĂ€sst sich aus der aktualisierten Marktpositionierungsmatrix des CAM ablesen. So konnten von einem trotz Corona sehr robusten Automobilmarkt China (-1,8%) die deutschen Hersteller sowie Tesla ĂŒberdurchschnittlich profitieren. Umso mehr als diese Hersteller in China bereits eine starke Marktposition innehaben. BMW setzt dort bereits ĂŒber 33 Prozent seiner Fahrzeuge ab und erhöhte seinen Absatz um 7,4 Prozent. Daimler konnte dort 9 Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen, wobei China eine Marktrelevanz von 32 Prozent fĂŒr den Konzern besitzt. Tesla erzielte in China im vergangenen Jahr ein Plus von 217 Prozent, wodurch das Unternehmen dort nunmehr ĂŒber 27 Prozent aller Fahrzeuge verkauft.
Von einem stark rĂŒcklĂ€ufigen Automobilmarkt Europa (-23,6%) sind besonders hart jene Autohersteller betroffen, die dort eine starke Marktposition besitzen. PSA setzt rund 87 Prozent seiner weltweit verkauften Fahrzeuge ab, wodurch sich das negative Wachstum von -28 Prozent auf einen AbsatzrĂŒckgang von fast 850.000 Fahrzeuge summiert. Bei Nissan schlĂ€gt dagegen das Absatzminus in gleicher Höhe aufgrund der niedrigeren Marktrelevanz von 8,1 Prozent lediglich mit VolumenrĂŒckgang von 125.000 Fahrzeugen durch. MarktfĂŒhrer Volkswagen setzt in Europa fast 35 Prozent seiner weltweit verkauften Fahrzeuge ab und kommt im Jahresvergleich nur auf ein Minus von 21,4 Prozent, was jedoch einem AbsatzrĂŒckgang von 867.000 Fahrzeugen entspricht.
Im Automarkt USA brachen die VerkĂ€ufe im Gesamtjahr 2020 um 14,5 Prozent ein. GroĂe Verlierer sind dabei JLR (-35%) und Nissan (-33%). Der VW Konzern kann mit einem Minus von 12 Prozent sogar Marktanteile hinzugewinnen. Allerdings hat der US-Markt fĂŒr Volkswagen mit 6,3 Prozent an den weltweiten VerkĂ€ufen nur eine relativ niedrige Marktrelevanz. Toyota kommt in den USA durch eine leicht ĂŒberdurchschnittliche Leistung in 2020 (-11,3%) wieder auf zweithöchsten Marktanteil (nach GM, aber vor Ford ). Der weltweit absatzstĂ€rkste japanische Automobilhersteller verkauft dort ĂŒber 22 Prozent seines weltweiten Absatzes.
Die aktualisierte Marktpositionierungsmatrix des CAM liefert eine aktuelle Ăbersicht ĂŒber dieâŻStĂ€rke und die AbhĂ€ngigkeiten der globalen Automobilhersteller in den wichtigsten AutomobilmĂ€rken USA, China, Europa, Russland und Brasilien. Dabei werden sowohl Marktanteile, das Absatzwachstum und die Marktrelevanz fĂŒr den jeweiligen Hersteller in den wichtigsten AutomobillĂ€ndern abgetragen.
âą E-MobilitĂ€t erhöht sich im ersten Quartal 2021 in den Kernregionen Europa und China stark. China ist derzeit der gröĂte E-Fahrzeugmarkt. âą Hohe Dynamik von Plug-In-Hybriden in Europa. Batterieelektrische Fahrzeuge dominieren beim Wachstum der E-MobilitĂ€t in China.
Die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen (BEV/PHEV) nehmen in den Kernregionen China und Europa im ersten Quartal 2021 stark zu. China ist dabei knapp vor Europa der gröĂte Elektromarkt. Insgesamt wurden 489.000 E-Fahrzeuge in China neu zugelassen, darunter 408.000 BEV und 81.000 PHEV. Das entspricht fast einer VerfĂŒnffachung der E-Fahrzeugzulassungen im Vergleich zum Corona-geprĂ€gten Vorjahreszeittraum. Der Marktanteil steigt von 3,5 auf 9,6 Prozent.
In Europa (EU+EFTA+UK) wurden im ersten Quartal 452.901 Elektrofahrzeuge (BEV/PHEV) neu zugelassen, darunter 202.410 reine E-Fahrzeuge (BEV) und 250.491 Plug-in Hybride (PHEV). WĂ€hrend im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der Zuwachs von BEV bei 54,6% liegt, steigerten sich die PHEV-Neuzulassungen um 153,5%.
In den wichtigsten europĂ€ischen MĂ€rkten der E-MobilitĂ€t spiegelt sich die deutlich ansteigende Dynamik wider. Deutschland bleibt auch in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 im weltweiten Vergleich der zweitgröĂte Einzelmarkt der ElektromobilitĂ€t. Auf dem deutschen Markt verdreifacht sich der Absatz der Plug-In-Hybriden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 78.000 Fahrzeuge. Der Marktanteil der PHEVs liegt dabei bei 11,9%. DarĂŒber hinaus wurden rund 64.694 batterieelektrische Fahrzeuge im ersten Quartal in Deutschland zugelassen, wodurch der BEV-Neuzulassungsanteil auf 9,9 Prozent steigt. Somit wird mehr als jedes fĂŒnfte Fahrzeug, das im ersten Quartal 2021 in Deutschland zugelassen wurde, elektrisch betrieben (21,7%).
Frankreich ist in Europa der zweitgröĂte EV-Markt mit 61.585 Neuzulassungen. In den ersten drei Monaten 2021 wurden erstmals mehr Plug-In-Hybride als batterieelektrische Fahrzeuge zugelassen. Mit rund 230% Wachstum ist hier auch die stĂ€rkste Dynamik in den betrachteten MĂ€rkten zu erkennen. In absoluten Zahlen wurden 31.146 PHEV und 30.439 BEV im ersten Quartal in Frankreich neuzugelassen.
Abbildung 1: EV-Neuzulassungen in ausgewÀhlten LÀndern 2020/2021
Auch in UK und Norwegen sind auffÀllige Wachstumszahlen im Bereich der Plug-In-Hybride zu beobachten. In UK verdoppelt sich die Zahl der neuzugelassenen PHEVs von 13.745 in Q1 2020 auf 26.613 PHEVs in Q1 2021. Gesamthaft wurden rund 58.000 EVs (BEV+PHEV) in den ersten drei Monaten in UK zugelassen. In Norwegen dominieren weiterhin die BEVs, wobei der Marktanteil nur leicht auf 52,8% steigt. Die PHEV können ihren Marktanteil in Norwegen hingegen um rund 10 Prozentpunkte auf 29,2% steigern. Damit entfallen in Norwegen bereits 82% der Neuzulassungen auf EVs. Nur noch 18% machen Verbrenner und sonstige Antriebsarten aus.
Abbildung 2: EV-Marktanteil in ausgewÀhlten LÀndern 2020/2021
China bleibt im Jahr 2021 bei batterieelektrischen Fahrzeugen mit deutlichem Abstand vor Europa vorn. Dazu tragen gerade auch einheimische Hersteller mit entsprechenden Modellen bei. Der Wuling Hongguang Mini EV, der auf der Auto Shanghai jĂŒngst auch in einer Cabrio-Version vorgestellt wurde und nach Europa kommen soll, wurde dabei doppelt so hĂ€ufig zugelassen wie das Tesla Model 3. In den ersten drei Monaten des aktuellen Jahres wurden fast 100.000 Wuling Hongguang Mini EVs in China neuzugelassen. Auf Platz zwei und drei folgen das Tesla Model 3 mit mehr als 50.000 Neuzulas-sungen und der BYD Han EV mit mehr als 20.000 Neuzulassungen.
Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: âChina und Europa sind derzeit die Treiber der ElektromobilitĂ€t. Innerhalb Europas ĂŒbernimmt Deutschland fĂŒr die ElektromobilitĂ€t dabei zunehmend eine Schrittmacherfunktion. Allerdings ist der stark steigende Anteil von Plug-in Hybriden bei E-Fahrzeugzulassungen in Deutschland und Europa nicht unkritisch, die vor allem auch durch die Förderkulissen begĂŒnstigt wurden. Da sie hĂ€ufig nicht regelmĂ€Ăig geladen werden, betragen die realen CO2-Emissionen jedoch nicht selten ein Vielfaches der Normwerte. Die Politik und Automobilhersteller sind gefordert hier Abhilfe zu schaffen. FĂŒr den Markthochlauf von reinen Elektrofahrzeugen bleibt die Dichte und VerlĂ€sslichkeit der Ladeinfrastruktur die gröĂte Herausforderung.â
Im MĂ€rz 2021 wurden 65.681 Elektrofahrzeuge (BEV/PHEV) in Deutschland neu zugelassen, was einem Marktanteil vom 22,5 Prozent an den gesamten Neuzulassungen entspricht. Nur im Ausnahmemonat Dezember 2020 wurden jemals mehr E-Fahrzeuge verkauft. Im ersten Quartal 2021 steigen damit die Elektroneuzulassungen auf 142.741 Fahrzeuge, was einem Zuwachs von 173 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit wachsen Elektrofahrzeuge weiter entgegen dem rĂŒcklĂ€ufigen Gesamtmarkt. Ăber alle Antriebe hinweg sind im ersten Quartal 2021 die Neuzulassungen um 6,4 Prozent auf 656.452 Autos gesunken (vgl. Abb. 1).
Der Marktanteil von E-Fahrzeugen liegt nach drei Monaten des Jahres 2021 nunmehr bei 21,7 Prozent. Dabei sind Plug-in-Hybride mit 11,9 Prozent deutlich stÀrker nachgefragt als reine Elektrofahrzeuge (BEV), die entsprechend auf einen Anteil von 9,9 Prozent kommen. Die BEV-Neuzulassungen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 64.694 Fahrzeuge (2020-Q1-3: 25.975) angestiegen, wÀhrend sich die PHEVs auf 78.047 Fahrzeuge (2020-Q1-3: 26.419) fast verdreifacht haben.
Hierzu Stefan Bratzel: âDeutschland ist im ersten Quartal 2021 nach China der zweitgröĂte Einzelmarkt der ElektromobilitĂ€t und kann damit zunehmend eine Schrittmacherfunktion fĂŒr die neue Antriebs-form entwickeln. Kritisch ist, dass die hohen E-Autozulassungen zu 55 Prozent auf die Plugin-Hybriden beruhen, die nur bei bestimmten Fahrprofilen und bei regelmĂ€Ăigem Laden ökologisch sinnvoll sind. In einer aktuellen Prognose geht das CAM in den nĂ€chsten Jahren von weiteren ZuwĂ€chsen der ElektromobilitĂ€t aus. Bis zum Jahr 2025 werden die jĂ€hrlichen Neuzulassungen von E-Fahrzeugen auf rund 900.000 steigen, was dann einem Anteil von 27 Prozent an den NeuverkĂ€ufe entspricht. Dabei wird davon ausgegangen, dass der weit ĂŒberwiegende Anteil von rund 65 Prozent reine Elektrofahrzeuge sein werden. Eine groĂe Herausforderung bleibt die Ladeinfrastruktur, die die Akzeptanz von E-Fahr-zeugen und den kĂŒnftigen Markthochlauf bremsen könnte.â
Mit der HYMER Connect App haben wir das Thema Digitalisierung in der Reisemobilbranche einen entscheidenden Schritt vorangetrieben. Als smartes Ăkosystem vereint HYMER Connect die Steuerung zahlreicher Fahrzeugkomponenten sowie die Anzeige von Fahrzeuginformationen in einer einzigen digitalen Plattform und ist damit branchenweit die erste KonnektivitĂ€tslösung ihrer Art. Den Bedarf fĂŒr eine solche Anwendung haben wir 2017 in einer ersten umfassenden Marktuntersuchung zum Thema âKonnektivitĂ€t in der Reisemobilbrancheâ ermittelt. Zusammen mit Prof. Dr. Bratzel und dem Center of Automotive Management konnten wir wissenschaftlich belegen, dass sich vernetzte (MobilitĂ€ts-)Dienstleistungen bis 2025 zum erfolgsentscheidenden Wertschöpfungsmerkmal fĂŒr die Reisemobilbranche entwickeln werden. Zudem hat unsere ergĂ€nzende Konsumentenbefragung ergeben, dass es gerade im Bereich Interface & Vernetzung eine groĂe Nachfrage geben wird. Vor diesem Hintergrund haben wir mit der HYMER Connect App in nur drei Jahren eine marktreife KonnektivitĂ€tslösung geschaffen. Unsere HYMER B-Klasse MasterLine ist ab dem neuen Modelljahr als erstes Modell mit integrierter Connect-Funktion im Handel und damit das erste âechte Connected Mobile Homeâ auf dem Markt.