Chip suppliers need to be treated differently given their strategic importance to the industry, said Stefan Bratzel from the Center for Automotive Management.
„You have seen the problems that arise when you treat the chip companies like other suppliers and stop the calls,“ he said.
Der neue Mobility Services Report zeigt, dass der Selektionsprozess in den MobilitÀtsökosystemen von morgen an Fahrt gewinnt. Warum autonomes Fahren zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden könnte, verrÀt MobilitÀtsexperte Stefan Bratzel im Interview.
âAutonomes Fahren wird fĂŒr die MobilitĂ€t zum Game Changerâ
Der neue Mobility Services Report zeigt, dass der Selektionsprozess in den MobilitÀtsökosystemen von morgen an Fahrt gewinnt. Warum autonomes Fahren zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden könnte, verrÀt MobilitÀtsexperte Stefan Bratzel im Interview.
Heâs Steering Volkswagen, With His Eyes on Beating Tesla
Herbert Diess, the chief executive, seeks to cast VW as a dynamic, modern company, but his style risks the ire of its powerful works council.
„One thing that Diess does is positive, he keeps reminding – even when no one in Wolfsburg wants to hear it – that Tesla ist the benchmark“, said Stefan Bratzel, director of the Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach, Germany.
Die dritte Ausgabe des Mobility Services Report (MSR) fokussiert die Entwicklungstrends im Bereich MobilitĂ€tsdienstleistungen in den wichtigsten Marktregionen der Welt. Das Center of Automotive Management (CAM) hat ĂŒber 400 Services von Automobilherstellern, Digitalplayern und Mobility Providern in den Bereichen Fahrdienstvermittlung, Carsharing, multimodale Dienste sowie Micromobility nach quantitativen und qualitativen Kriterien erfasst und bewertet.
Die MobilitĂ€tsdienstleistungen sind ungeachtet der HeterogenitĂ€t der verschiedenen Servicefelder insgesamt in einer Konsolidierungs- und Reifephase. Dabei wirkt die Pandemie insgesamt als ein Katalysator, indem es den Ausleseprozess unter den Anbietern beschleunigt und die Neigung zu Kooperationen erhöht. Bei vielen MobilitĂ€tsservices steht bereits der reale (MobilitĂ€ts-)Nutzen und die Entwicklung nachhaltig profitabler GeschĂ€ftsmodelle der Anbieter im Vordergrund . Die Trends in den einzelnen MobilitĂ€tsdienstleistungsfeldern sind darĂŒber hinaus jedoch noch recht heterogen.
Fahrdienstvermittlung ist das gröĂte und bedeutendste MobilitĂ€tsdienstleistungsfeld, bei dem mittel- und langfristig durch autonomes Fahren erhebliche Umsatzpotenzialen zu erwarten sind. Im Sample wurden 111 Services in sieben Fahrdienstbereichen wie Taxiportale, Privattaxi oder autonome Shuttles untersucht. Die Servicetypen Privattaxis und Taxi-Portale bilden zunehmend oligopolistische Marktstrukturen heraus, d.h. nur wenige Unternehmen besitzen eine hohe Marktdurchdringung. Dominiert wird dieser Markt von Mobility Providern/Start-ups, wĂ€hrend Automobilhersteller – mit Ausnahme des BMW/Daimler-Joint Ventures (z.B. Free Now) – keine relevante Rolle als Anbieter spielen. Am stĂ€rksten sind die Services in den USA und in China verbreitet, wo Uber und Lyft bzw. Didi Chuxing den Markt kontrollieren. Gesamthaft erreichen Uber und Didi Chuxing die höchste ServicestĂ€rke. Die fĂŒhrenden Unternehmen entwickeln zunehmend umfassende âĂkosysteme einer Sharing-MobilitĂ€tâ, die auf ihren Digital-Portalen nicht mehr nur diverse Fahrdienste und auch Lieferservices kombinieren. ZusĂ€tzlich werden neue GeschĂ€ftsfelder wie Leasing oder Ladedienste fĂŒr Elektroautos aufgebaut. Der MarktfĂŒhrer Didi hat z.B. einen Automobilhersteller beauftragt nach seinen Vorgaben ein speziell fĂŒr den Sharing-Bereich zugeschnittenes Elektrofahrzeug entwickeln und bauen zu lassen. DarĂŒber hinaus engagiert sich das Unternehmen intensiv im Bereich des autonomen Fahrens. Durch die hohe Zahl von Kunden- und Fahrzeugen und der entsprechenden MarktstĂ€rke der Mobility Provider könnten Fahrzeughersteller lĂ€ngerfristig zu Lieferanten der Sharing-Anbieter herabgestuft werden.
Vollautonomes bzw. fahrerloses Fahren eröffnet völlig neue GeschĂ€ftsfelder im Sharing-Umfeld, jedoch hĂ€ngt der Erfolg wesentlich von der Entwicklung âstrategischer Kompetenzenâ ab. Dabei handelt es sich um interne und externe Wissenselemente, Humanressourcen, technische Ressourcen sowie um GeschĂ€ftsprozesse. Die Analyse der Entwicklungstrends im Bereich des autonomen Fahrens bzw. der autonomen Fahrdienste zeigt dabei erhebliche Kompetenzunterschiede zwischen den Akteuren, wobei zwei zentrale Wertschöpfungsfelder bzw. âProfit Poolsâ des autonomen Fahrens unterschieden werden können: Erstens, das autonome Fahrsystem, dessen technische Entwicklung umfangreiche Kompetenzen in den Bereichen Hardware-, Software und Daten (insbes. Sensorik, Aktuatorik, Fahrschlauch-Algorithmus, Cybersecurity) erfordert. Im Akteursvergleich hat derzeit die Alphabet-Tochter Waymo die höchsten Kompetenzen beim (voll-)autonomen Fahren. Ein Feld mit technologisch hoch bewerteten Playern besteht aus Intel (Mobileye), GM (Cruise) sowie Amazon, Baidu und Pony.AI. Im oberen Mittelfeld befinden sich ferner die Automobil-OEMs Volkswagen, Hyundai und Tesla, deren strategische Kompetenzen auf Ă€hnlichem Niveau liegen. WĂ€hrend weiteren Digitalunternehmen bzw. Mobility Providern wie Didi Chuxing, AutoX oder Apple mit mittleren bis hohen Kompetenzen noch Chancen bei der Entwicklung der autonomen Fahrsysteme besitzen, erscheint ein GroĂteil der etablierten Automobilhersteller als abgeschlagen.
Shared Mobility Services bieten MobilitĂ€tsoptionen ohne Autobesitz, mit denen auch die kommerzielle Nutzung des autonomen Fahrens realisiert werden kann. Neben der technologischen Entwicklung des autonomen Fahrsystems zĂ€hlen als zweites Element daher auch die Service-Kompetenzen, also das Know-how, die Ressourcen und Assets rund um den Betrieb von (autonomen) Fahrdiensten bzw. MobilitĂ€ts-Plattformen zu den strategischen Kompetenzfeldern des autonomen Fahrens: Als wichtig erscheinen spezielles Know-how als Betreiber von autonomen Fahrdiensten sowie gleichzeitig die Existenz und QualitĂ€t von Fahrdienst- bzw. MobilitĂ€tsplattformen. Die MobilitĂ€tsplattform stellt einen Marktplatz fĂŒr MobilitĂ€tsangebote dar und bringt diese mit einer möglichst hohen Kundennachfrage zusammen. In diesem Zukunftsfeld setzt sich aktuell eine Gruppe mit Top-Innovatoren von der Konkurrenz ab. Zu dieser Gruppe gehört wiederum Alphabet mit Waymo und Google Maps, der chinesische MobilitĂ€tsdienstleister Didi Chuxing sowie Intel mit Mobileye und Moovit. Die OEMs nehmen momentan mit weitem Abstand zu den vorherigen Gruppen eine Verfolgerposition ein und haben verglichen mit der Spitzengruppe in diesen Kompetenzfeldern groĂen Aufholbedarf.
Innerhalb des MobilitĂ€tsdienstleistungsfeldes Carsharing wurden 47 Anbieterservices untersucht, die sich in die Servicetypen Free-float, stationsbasiert und Peer-to-Peer Carsharing aufteilen. GröĂter Free-Floating-Anbieter ist das Joint-Venture von BMW und Daimler âYour Nowâ mit seinem Dienst ShareNow. Bei ShareNow zeigt sich jedoch im Vergleich zu den Vorjahren eine Konsolidierung, da sowohl die bedienten StĂ€dte als auch die Zahl der Kunden rĂŒcklĂ€ufig sind. Stationsbasiertes Carsharing ist insbesondere in China auf Wachstumskurs. Die drei groĂen chinesischen Anbieter Gofun (Shouqi), BAIC Mobility und EVCard (SAIC) verfĂŒgen ĂŒber die gröĂten Fahrzeugflotten. Das Peer-2-Peer Carsharing wird von drei groĂen Unternehmen beherrscht: Nach Kundenanzahl handelt es sich bei Turo um den gröĂten Anbieter, gefolgt von Getaround und Free2Move (bislang bekannt als âTravelcarâ). Insgesamt lassen sich hier vier Trends identifizieren: Immer mehr Dienstleister elektrifizieren ihre Free-Floating-Flotten in mehreren StĂ€dten, z.B. Share Now (BMW/Daimler), Free2Move (Stellantis) oder WeShare (VW). Knapp 40 Prozent der Free-Floating-Carsharing-Anbieter in Europa arbeiten bereits mit einer 100-prozentigen Elektroflotte. Mehrere Carsharing-Anbieter testen oder starten bereits multimodale Angebote. Ziel ist die bessere Vernetzung der Carsharing-Angebote mit anderen VerkehrstrĂ€gern. Im Bereich des Peer-to-Peer-Carsharings setzt sich – wie bislang schon beim Free-floating – ein digitaler Buchungsprozess immer mehr durch. Neben der Nutzung von Standard-Pkws fĂŒr das Carsharing experimentieren die Betreiber mit Special Purpose Vehicles, d.h. speziellen Fahrzeugen fĂŒr den Carsharing-Einsatz. Der Fokus liegt entweder auf einer verbesserte Haltbarkeit oder einem geringeren Platzbedarf der Fahrzeuge in den InnenstĂ€dten
âąAus der Perspektive der relevanten Akteure von Mobility Services ergeben sich folgende Befunde: Unter den globalen Automobilherstellern ist eine starke Polarisierung von wenigen engagierten Unternehmen und vielen eher passiven Akteuren festzustellen. Die in vielen FĂ€llen recht allgemeinen und unkonkreten strategischen Aussagen vieler Automobilhersteller sind meist dem Umstand geschuldet, dass vernetzte MobilitĂ€tsdienstleistungen ein relativ neues GeschĂ€ftsfeld darstellt, das bislang nicht zu ihren Kernkompetenzen zĂ€hlte. Die Analyse der MobilitĂ€tsangebote zeigt, dass viele OEMs entsprechend noch kaum praktische Erfahrungen mit Mobility Services haben. So bieten groĂe etablierte OEMs wie Honda, Ford oder Nissan bislang kaum entsprechende Dienste an. Unter den betrachteten chinesischen OEMs ist â mit Ausnahme von SAIC und Geely â das Angebot von Mobility Services ebenfalls noch schwach ausgeprĂ€gt. Das gilt auch fĂŒr Startups wie Nio oder auch Tesla, die den Sharing-Bereich bislang weitgehend ausgeblendet haben.
Aus der Analyse der VerfĂŒgbarkeit und der qualitativen Marktdurchdringung (Zahl der Kunden, Fahrzeuge etc.) von MobilitĂ€tsdienstleistungen schneiden unter 30 Automobilherstellern nur drei Konzerne sehr gut ab: Daimler (330 Indexpunkte), BMW (263 IP) und Stellantis (248 IP). Mit deutlichem Abstand folgen im Mittelfeld die VW Group, Toyota, SAIC, Renault und Geely (165-150 IP) sowie Hyundai (119 IP) und Ford (100 IP). Geely und General Motors haben im Vergleich zum Vorjahr mehrere PlĂ€tze im Ranking verloren, wĂ€hrend Stellantis (Vorjahr noch getrennt: PSA und Fiat-Chrysler), Toyota und SAIC zu den Aufsteigern zĂ€hlen.
Allerdings sind die Automobilhersteller im Sharing-Universum alles andere als allein. So zeigt sich, dass die etablierten Automobilhersteller im intensiven Wettbewerb mit spezialisierten Mobility Providern und groĂen Digital Playern stehen, welche in vielen MobilitĂ€tsdienstleistungsfeldern sogar dominieren. Automobilhersteller spielen im Service-Hauptfeld Carsharing eine wichtige Rolle: Daimler, Stellantis und BMW fĂŒhren das Feld an, vor allem wegen der starken Position beim Free-floating Carsharing. Ăhnlich bei den multimodalen Diensten: Auch hier liegen die genannten drei mit ihren Marken FreeNow/Reach Now (Daimler, BMW) bzw. Free2Move (Stellantis) vorn. Ganz anders sieht die Wettbewerbssituation im Bereich der Fahrdienstvermittlung aus: Dominiert wird das Feld von den Mobility Playern, allen voran den groĂen globalen âNew Mobilityâ-Firmen Didi Chuxing und Uber, die mit Abstand am stĂ€rksten sind. Das betrifft nicht nur die Gesamtwertung, sondern auch wichtige Servicetypen wie Taxi-Portal, Ridesharing und die Privattaxi- und Chauffeursdienste. Lediglich Daimler und BMW spielen u.a. mit FreeNow in diesem Bereich (noch) eine relevante Rolle. Auch der Bereich Micro-Mobility ist keine DomĂ€ne der Automobilhersteller. Hier sind fast ausschlieĂlich Mobility Provider Startups vertreten, wobei der wichtigste Anbieter Neutron mit der Marke Lime ist, gefolgt von Didi Chuxing (âDidi Bikeâ), Meituan, Bird, Tier, Youon (âHellobikeâ) und Nextbike.