Neue Studie von Accenture und Center of Automotive Management (CAM):Die Automobilindustrie an der Schwelle zum AI-definierten Fahrzeug

Bergisch Gladbach, 18. Mai 2026 – Software-defined Vehicles(SdV) waren lange Zielbild der Automobilindustrie. Heute sind sie ein Leistungsnachweis dafür, wer Updates zuverlässig ausliefert, wer Software wie ein Plattformunternehmen denkt– und wer noch immer mit fragmentierten Systemarchitekturen arbeitet. Wie weit die OEMs in Deutschland und weltweit auf dieser Reise sind, zeigt der Software-Defined-Future-Report 2026, den das Center of Automotive Management (CAM) gemeinsam mit Accenture entwickelt hat.

Die Kernbotschaft: KI wird im Fahrzeug kein optionales Zusatzfeature mehr sein. Damit wird eine Fähigkeit zur Grundvoraussetzung: Software zuverlässig, schnell und im großen Maßstab auszuliefern und fortlaufend zu optimieren. Wer das nicht kann, hat ein strukturelles Problem. Unabhängig davon, wie ambitioniert die KI-Strategie auf dem Papier ist. Hersteller, die das SdV-Fundament noch nicht stabil gelegt haben, riskieren, Künstliche Intelligenz auf wackeligem Untergrund aufzubauen.

Die Marschroute der Branche ist klar. Software-defined Vehicles machen Fahrzeuge zu aktualisierbaren Produkten. AI-defined Vehicles gehen einen Schritt weiter: Die KI fügt Features nicht nur hinzu, sondern entwickelt das Fahrzeug kontinuierlich weiter: durch Lernfähigkeit, verbesserte Leistung und fortschreitende Automatisierung.

Warum SdV jetzt entscheidend sind – und „ein bisschen Software“ nicht ausreicht

Software wird zum zentralen Hebel für Differenzierung und Marge in der Automobilindustrie. Die Kompetenz von SdV zeigt sich dort, wo Kunden sie direkt erleben:

  • Regelmäßige und zuverlässige Over-the-Air (OTA) Updates (Fehlerbehebungen und neue Funktionen).
  • Ein konsistentes digitales Nutzererlebnis über alle Modelle hinweg, statt vereinzelter Insellösungen.
  • Schnellere Einführung neuer Funktionen und Dienste, ohne auf den nächsten Modellzyklus warten zu müssen.
  • Ein klarer Pfad zu Level-3- bis Level-4-Automatisierung durch kontinuierliche Verbesserung von Software und Daten.
  • KI-gestützte Erlebnisse (fortschrittliche Sprachsteuerung, lernende Systeme), die sich mit der Zeit verbessern.

Zudem eröffnen SdVs neue Umsatzquellen durch kostenpflichtige Upgrades und Dienste nach dem Fahrzeugkauf. Der Report schätzt, dass SdV-bezogene Erlöse bis 2030 rund 40 Milliarden Euro erreichen und bis 2035 auf mehr als 115 Milliarden Euro anwachsen könnten.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Der Software-Defined-Future-Report 2026 unterscheidet drei SdV-Reifegrade:

  1. SdV-Vorreiter – softwarenative OEMs 

Diese Hersteller haben das Fahrzeug von Grund auf um eine einheitliche Softwareplattform und zentralisierte Rechenarchitektur aufgebaut. Sie spielen Updates in hoher Frequenz aus, kontrollieren größere Teile des Tech-Stacks im eigenen Haus und sehen ihre Fahrzeugflotte als kontinuierlich verbesserungsfähiges Produkt an. Ihr nächster Engpass liegt auf der KI-Ebene: Daten, Training, Simulation und Compute-Partnerschaften.

Fokus für AIdV:

  • Trainings- und Simulationsinfrastruktur sowie die dahinterliegenden Datenpipelines ausbauen
  • Die „Vehicle Intelligence“-Ebene im eigenen Haus halten, damit Erfahrungsdaten nicht an Dritte abfließen
  • Plattformdisziplin auch bei wachsender Modellvielfalt aufrechterhalten
  • Chip-, Cloud- und KI-Partnerschaften so wählen, dass sie Differenzierung ermöglichen statt einschränken
  • Fast Follower – starke Fortschritte, aber noch nicht vollständig skaliert 

Diese OEMs sind kurz vor SdV-fähigen Markteinführungen: wachsende OTA-Flotten, reifende Software-Stacks, erste Schritte zu zentralisierter Rechenarchitektur und aktive Partnerschaften für Cloud, Chips und KI. Die Herausforderung liegt nun in der Skalierung auf das gesamte Portfolio – mit konsistenten Standards über alle Fahrzeugbaureihen hinweg.

Fokus für SdV-Skalierung:

  • SdV-Entwicklung über alle Fahrzeugreihen ausbauen
  • Fragmentierung reduzieren: eine Architektur mit einem einheitlichen Regelrahmen
  • KI dort einsetzen, wo sie das Nutzererlebnis direkt verbessert – erweiterte Sprachsteuerung, vorausschauende UX, Assistenzfunktionen

Betriebsmodelle aufbauen, die kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen

  • Catch-up Player – fragmentierte SdV-Reife 

Diese Gruppe stemmt das Erbe mehrerer Plattformen, Multi-Marken-Komplexität, älterer Systemarchitekturen und eines Partnerökosystems, das sich nur schwer in ein kohärentes Produkt integrieren lässt. SdV-Strategien existieren, der Roll-out ist jedoch nicht einheitlich. KI-Piloten laufen, ohne auf einer sauberen, skalierbaren Plattform zu stehen.

Fokus für solide SdV-Grundlagen:

  • Plattformen konsolidieren, bevor weitere Schichten hinzukommen – Stacks und Varianten vereinfachen
  • Eine Softwarekultur etablieren, die schnelle Entscheidungen ermöglicht und hierarchische Silos abbaut
  • OTA-Fähigkeit sowie Daten- und KI-Readiness markenübergreifend standardisieren
  • „KI auf Komplexität“ vermeiden – wo das Fundament fehlt, wird KI zum Hemmschuh statt zum Katalysator

SdV sind der Einstieg – AIdV die nächste Stufe

AI-defined Vehicles kommen jenen Herstellern zu Gute, die früh in SdV-Grundlagen investiert haben: mit sauberen Datenstrukturen, disziplinierten Plattformen und der organisatorischen Fähigkeit zur kontinuierlichen Auslieferung. Wer noch am Fundament arbeitet, sollte konsequent priorisieren – und vermeiden, dass KI zur nächsten Komplexitätsstufe statt zum strategischen Beschleuniger wird.

Qualität der Software, Tragfähigkeit der Datenarchitektur, Operationalisierung von KI im Großmaßstab: Daran werden die Marktführer der Automobilindustrie von morgen gemessen. SdV-Reife ist heute die Grundvoraussetzung. AIdV-Reife ist die Kür.

Hierzu Studienleiter Prof. Dr. Stefan Bratzel:

„Das Software-defined Vehicle ist das Eintrittsticket in die nächste Evolutionsstufe der Automobilindustrie – das AI-defined Vehicle. Hersteller, die heute keine skalierbaren Software- und Datenplattformen aufgebaut haben, laufen Gefahr, dass künstliche Intelligenz im Fahrzeug nicht zum Innovationsmotor, sondern zum Komplexitätstreiber wird.“

Hierzu Globaler Leiter Software-defined Vehicle bei Accenture, Christof Horn:
„Beim Software-defined Vehicle entscheidet nicht die Summe digitaler Features, sondern die Fähigkeit, das Auto wie eine Plattform über den gesamten Lebenszyklus zu betreiben. Fast Follower müssen hier aus ihren Leuchttürmen Standards machen, Catch-up Player zuerst vereinfachen und ihre Architekturen konsolidieren. Dies schafft die Grundlage, damit KI im Fahrzeug verlässlich skaliert, echte Differenzierung geschaffen und die nächste Evolutionsstufe des AIdV erreicht werden kann.“

Über den Report

Der Software-Defined-Future-Report 2026 wurde vom Center of Automotive Management (CAM) in Zusammenarbeit mit Accenture erstellt. Die Studie zeigt, wie sich globale Automobilhersteller auf den Wandel zum Software-defined Vehicle vorbereiten. Sie kombiniert eine Desk-Analyse auf Basis der CAM-Innovationsdatenbank, eine qualitative Expertenbefragung sowie gemeinsame Expertenworkshops von CAM und Accenture. Zehn globale OEMs dienen als Beispiele für unterschiedliche SDV‑Implementierungsansätze.

Über das Center of Automotive Management (CAM):

Das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Direktor und Gründer des Automobilinstituts ist Prof. Dr. Stefan Bratzel. Weitere Details finden Sie unter https://www.auto-institut.de/ .


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Center of Automotive Management (CAM)
Prof. Dr. Stefan Bratzel
Director
Tel.: (0 22 02) 28 57 7-0
E-Mail: stefan.bratzel@auto-institut.de  
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CAM Electromobility Report 2026: Innovationsstärkste Automobilhersteller im Bereich der Elektromobilität (BEV)

2005-2026 / 22. Jahrgang

  • Geely ist der innovationsstärkste Konzern im Bereich Elektromobilität gefolgt von der Volkswagen Group und BYD. Die Top-Aufsteiger gegenüber dem Vergleichszeitraum sind neben Geely vor allem BYD, die deutschen Konzerne BMW und Mercedes-Benz sowie Renault.
  • Deutschland holt bei der Elektro-Innovationsstärke im Ländervergleich im zurückliegenden Jahr massiv auf und liegt jetzt fast gleichauf zu den chinesischen Automobilherstellern.
  • Hohe Korrelation zwischen Innovationsstärke und Elektroabsatz: Eine hohe Innovationskraft im Elektrobereich wirkt sich positiv auf die Elektroverkäufe aus. Die Top-6 der innovationsstärksten
    Elektro-Autobauer bilden gleichzeitig die Top-6 nach Elektroabsätzen im Gesamtjahr 2025 und in Q1 2026.
  • Der chinesische Hersteller BYD muss im ersten Quartal 2026 seine im letzten Jahr erlangte Führungsposition als global absatzstärkster E-Auto-Bauer wieder an den US-Hersteller Tesla abgeben. Auf den weiteren Plätzen drei und vier folgen Geely und Volkswagen.

Das Ranking der innovationsstärksten Elektroautobauer wird immer stärker von chinesischen und deutschen OEMs geprägt. Angeführt wird das Ranking erstmals von der Geely-Gruppe mit einem Gesamtwert von 209 Indexpunkten (IP), die sich im jährlichen Periodenvergleich um einen Rang verbessert und sich vor die VW Group (200 IP) und BYD (171 IP) setzt. Auf den weiteren Plätzen folgen die SAIC-Gruppe, BMW, Tesla, Mercedes-Benz, Hyundai und Renault sowie General Motors noch innerhalb der Top-10 (vgl. Abbildung 1).

Das sind die Ergebnisse des Electromobility Report 2026, das Markt- und Innovationstrends der globalen Automobilhersteller bilanziert. Das CAM-Ranking bewertet die 35 wichtigsten Automobilgruppen von reinen E-Autos (BEV) nach ihrer Innovationsstärke auf Basis von 874 einzeln bewerteten Serien-Innovationen im Zeitraum 2020 bis 2025. Allein im Jahr 2025 konnten 162 Neuerungen identifiziert und insbesondere in den Kategorien „Reichweite“, „Ladeleistung“ und „Verbrauch“ sowie „E-Auto-Ökosystem“ nach dem M.O.B.IL-Ansatz mit Indexpunkten bewertet werden.

Geely punktet nicht allein durch schiere Modellvielfalt, sondern auch durch technische Spitzenwerte einzelner Baureihen: So erreicht der Lotus Emeya eine Rekord-Ladeleistung von 450 kW im Segment, während der Zeekr Mix mit 450 kW und einem Ladevorgang von 10 auf 80 % in nur 10,5 Minuten ebenfalls Bestwerte setzt. Die VW Group präsentiert mit dem Porsche Cayenne Electric ein strukturell integriertes 113-kWh-Batteriesystem, das die Karosseriesteifigkeit erhöht, den Schwerpunkt absenkt und weniger Energie benötigt – zudem liefert die Turbo-Variante mit 850 kW (1.156 PS) und 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h den stärksten Großserien-SUV im Segment. BYD überzeugt durch ein besonders breites Innovationsportfolio: Der Han L kombiniert 1.000-kW-Dual-Gun-Laden, eine weiterentwickelte Blade-Batterie 2.0 mit Tieftemperaturladen bei –30 °C sowie einen Hochleistungsmotor mit 30.511 U/min – und auch der Tang L sowie der Yangwang U7 setzen mit bis zu 1.000 kW bzw. 500 kW Ladeleistung Maßstäbe in ihren Segmenten.

Abbildung 1: Kumulative BEV-Innovationsstärke* von globalen Automobilherstellern | 2020-2025

Quelle: CAM. Chart AI26-028.   Note: * Cumulated innovation strength of regarded OEMs (series only, A-EL & A-EVE, years: 2020-2025, previous: 2019-2024). Stellantis: Estimations for 2019 and 2020.

Zu den Aufsteigern des Jahres zählen neben Geely vor allem BYD, BMW, Renault und Mercedes-Benz. Während sich BYD um einen Platz auf Rang 3 steigern kann, zählt BMW zu den größten Aufsteigern im Ranking, die einen Sprung von Rang 10 auf Rang 5 machen. Technisch sticht dabei besonders der neue BMW iX3 der Neuen Klasse hervor, der eine elektrische Reichweite von bis zu 805 km bietet; ergänzt wird dies durch eine KI-gestützte, automatisch öffnende Ladeklappe sowie Plug & Charge Multi Contract mit bis zu zehn gleichzeitig verwaltbaren Ladeverträgen. Renault klettert von Rang 11 auf Rang 9 und erreicht einen Performance-Wert von 104 Indexpunkten. Entscheidend dafür ist die konsequente Einführung von Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) gleich in mehreren Modellen – sowohl der Renault 4 als auch der Twingo E-Tech electric verfügen über eine bidirektionale 11-kW-AC-Ladeeinheit, die das Fahrzeug als aktiven Energiespeicher für Haushalt und Stromnetz nutzbar macht. Mercedes-Benz steigert ebenfalls die Elektro-Innovationsstärke um 32 IP und kann sich dadurch auf Rang 7 stabilisieren, vor allem durch den CLA mit Top-Werten bei Verbrauch, Ladeleistung und Reichweite.

Zu den Absteigern des Jahres zählen vor allem Tesla, Hyundai und Stellantis, die zum Vergleichszeitraum jeweils um drei Plätze nach unten rutschen. Besonders auffällig ist der Absturz des Elektroauto-Pioniers Tesla, der über viele Jahre das Innovations-Ranking der Elektromobilität angeführt hat und erstmals auch aus den Top-3 herausfällt. Während Tesla in den letzten Jahren nur wenige Elektro-Innovationen hervorgebracht hat, konnten die Wettbewerber aus China und Deutschland massiv zulegen und in verschiedenen Fahrzeugsegmenten viele Neuerungen vorlegen. Eine hohe Innovationsstärke zeigt sich – teils mit Zeitverzug – häufig auch in Absatzerfolgen.

Für die deutschen Automobilhersteller stellt sich der Ausblick sehr vielversprechend dar, da sie ihre Innovationsanstrengungen im Jahr 2025 massiv erhöht haben: Im Ländervergleich machen die deutschen OEMs bei der Elektro-Innovationsstärke einen Sprung nach vorn und liegen nunmehr fast gleichauf mit den chinesischen Automobilherstellern. Auf Basis einer Gesamtinnovationsstärke aller globalen Automobilhersteller von 371 Elektro-Indexpunkten (Serie, Vorserie, Studien) liegt der Anteil der chinesischen OEMs aktuell bei 32,4% gefolgt von Deutschland mit 31,9%. In den Vorjahren konnten die deutschen OEMs nur gut 20% der Elektroinnovationsstärke für sich reklamieren, während China bei über 40% lag. Die deutschen Hersteller Volkswagen, BMW und Mercedes weisen aktuell die höchste Innovationsstärke bei den Vorserien-Neuerungen auf, die im Laufe des Jahres 2026 in den Markt kommen (vgl. Abbildung 2).

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Deutschland holt bei der Elektro-Innovationsstärke massiv auf: Mit einem Anteil von knapp 32 Prozent an der globalen Elektroinnovationsstärke liegen die deutschen OEMs inzwischen nahezu gleichauf mit chinesischen Herstellern – noch vor wenigen Jahren war der Abstand deutlich größer. BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz weisen aktuell die höchste Innovationsstärke bei Vorserien-Neuerungen auf. Das stimmt mich für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie im BEV-Segment optimistisch.“

Abbildung 2: Innovationsstärke der Elektromobilität nach OEM-Herkunftsländern

Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen in 2026 – hohe Korrelation mit der Innovationsstärke

Eine hohe Innovationskraft im Elektrobereich wirkt sich meist positiv auf die Elektroverkäufe aus. Eine hohe Stärke von kundenrelevanten Elektro-Innovationen (Reichweite, Ladezeit etc.) ist neben dem Endkundenpreis ein wichtiger kaufrelevanter Faktor insbesondere in frühen Innovationsphasen. Die Top-6 der innovationsstärksten Elektro-Automobilhersteller sind gleichzeitig die Top-6 der absatzstärksten Elektroautobauer sowohl im Gesamtjahr 2025 und als auch im 1. Quartal 2026 (vgl. Abbildung 3). Die Innovationsstärke korreliert in den Untersuchungszeiträumen stark positiv mit den Elektro-Absatzzahlen der globalen Automobilhersteller (r = 0,73).

Während im Gesamtjahr 2025 noch der chinesische BYD-Konzern mit 2,255 Mio. Einheiten klar vor Tesla mit 1,636 Mio. Pkw der absatzstärkste Elektroautohersteller (BEV) war, hat sich die Rangfolge in den ersten Monaten des Jahres 2026 wieder gedreht. Im ersten Quartal 2026 setzt sich der US-Hersteller Tesla wieder an die Spitze deutlich vor BYD, Geely und dem Volkswagen-Konzern. In den ersten drei Monaten des Jahres verkauft Tesla knapp 360.000 BEV, gefolgt von BYD mit 310.000 und Geely mit 256.000 Einheiten. Die Volkswagen Group folgt mit 200.000 Auslieferungen vor SAIC mit etwa 175.000 und Hyundai (145.000), die damit deutlich hinter den Top-3 zurückbleiben (vgl. Abbildung 3).

Abbildung 3: BEV-Absatz (Pkw) von globalen Automobilherstellern im 1. Quartal 2026 (in Tsd., Vergleich zum Vorjahresquartal)

Nur wenige Automobilhersteller können im Vergleich zum Vorjahresquartal zulegen. Hierzu zählt in den Top-5 lediglich Tesla, die ihre Verkäufe um 6,2% steigern können, während die chinesischen Hersteller wie BYD, Geely und SAIC, u.a. bedingt durch das Auslaufen der Förderung in China, massiv verlieren. Besonders auffällig ist Rückgang um 25% bei BYD, Xpeng (-33%) sowie BMW (-21%). Demgegenüber können vor allem Hyundai (+21%) und Nio (+98%) ihre Auslieferungen deutlich steigern.

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Die Daten des ersten Quartals 2026 zeigen eine klare Trendwende: Tesla hat sich mit rund 360.000 ausgelieferten BEV an die Spitze zurückgekämpft und den chinesischen Marktführer BYD deutlich distanziert. Während Tesla als einziger der Top-5-Hersteller mit einem Plus von 6,2 Prozent zulegen konnte, trifft das Auslaufen der staatlichen Förderung in China die dortigen Hersteller empfindlich – BYD verliert ein Viertel seiner Absätze, Xpeng sogar ein Drittel. Hinzu kommen ein zunehmend gesättigter Heimatmarkt sowie ein wachsender Margendruck durch den intensiven Preiswettbewerb in China. Tesla scheint derzeit noch von seinem hohen Innovationsniveau der Vergangenheit bei moderaten Preisen zu profitieren. Für den US-Hersteller zahlen sich zudem die Modellpflege sowie die vergleichsweise stabile Nachfrage in Nordamerika und Europa und eine schnelle Lieferfähigkeit aus.  Insgesamt erwarten wir ab dem zweiten Quartal 2026 eine Belebung des globalen BEV-Marktes – getragen von neuen Modellen, sinkenden Batteriekosten und einer schrittweisen Erholung der Kaufbereitschaft. Der strukturelle Wachstumstrend bei Elektrofahrzeugen bleibt intakt.“


Über den CAM Electromobility Report

Der CAM Electromobility Report analysiert regelmäßig die aktuellen Markt-, Absatz- und Innovationstrends der Elektromobilität in wichtigen Kernmärkten (z.B. China, USA, Europa und Deutschland). Gleichzeitig werden die wesentlichen Einflussfaktoren auf den Markthochlauf der Elektromobilität empirisch beleuchtet. Die Untersuchung konzentriert sich auf reine Batteriefahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV).

Weitere Informationen: https://auto-institut.de/e-mobility-2/

ANHANG: Methodik zur Berechnung der Innovationsstärke

Die CAM-Innovationsstärke im Technologiefeld der Elektromobilität (BEV, bestehend aus Neuerungen von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) und des Elektro-Ökosystems) basiert auf der systematischen Erfassung und Bewertung von Serien-Innovationen. Innovationen werden definiert als technische Neuerungen, die einen spürbaren, zusätzlichen Kundennutzen bieten. Die Innovationen werden systematisch nach dem M.O.B.IL-Ansatz bewertet. Jede Innovation erhält einen „Score“, d.h. einen kumulierten Indexwert (Innovationsstärke) entsprechend ihrer Reife (Serie vs. Konzept), Originalität (Weltneuheit vs. Unternehmensneuheit), ihrem Kundennutzen und ihrem Innovationsgrad (niedrig vs. hoch). Im Mittelpunkt der Bewertung von Innovationen im Bereich der Elektromobilität steht die CAM-Triade, bestehend aus Reichweite, Stromverbrauch und Ladeleistung, die als zentrale kundenrelevante Leistungsparameter der Elektromobilität gelten. Ergänzend werden die Segmentbesetzung (z. B. erstmalige Einführung elektrischer Antriebe in bestimmten Fahrzeugsegmenten) sowie weitere innovationsrelevante Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem Fortschritte in der Batterietechnologie, der Ladesteuerung oder verwandten Systemkomponenten. Als Serien-Innovation gelten Neuerungen, die auf mindestens einem relevanten globalen Pkw-Markt (insbesondere Europa, USA, China oder Japan) für Endkunden bestellbar sind. Im Zeitraum 2020 bis 2025 wurden insgesamt 874 Serien-Innovationen im Bereich der Elektromobilität erfasst und ausgewertet.

Über das CAM:

Das Center of Automotive Management (CAM) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung sowie für strategische Beratung an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Seine Kunden unterstützt das Auto-Institut auf Basis umfangreicher Datenbanken, insbesondere zu fahrzeugtechnischen Innovationen der globalen Automobilindustrie sowie zur Markt- und Finanz-Performance von Automobilherstellern und Automobilzulieferunternehmen. Mittels eines fundierten Branchen-Know-hows und intimer Marktkenntnisse erarbeitet das Auto-Institut individuelle Marktforschungskonzepte und praxisorientierte Lösungen für seine Kunden aus der Automobil- und Mobilitätswirtschaft.

Center of Automotive Management (CAM)

Prof. Dr. Stefan Bratzel

An der Gohrsmühle 25

51465 Bergisch Gladbach

Tel.: +49 (0) 22 02 / 28577-0

Mobil: +49 (0) 174 / 9 73 17 78

Fax: +49 (0) 22 02 / 28577-28

E-Mail: stefan.bratzel@auto-institut.de

Web: www.auto-institut.de

AutomotiveINNOVATIONS Studie/Award 2026: Die innovationsstärksten globalen Automobilkonzerne im Ranking 2026

2005-2026 / 22. Jahrgang

  • Mit BYD wird erstmals ein chinesischer Hersteller innovationsstärkster Automobilkonzern, vor der Volkswagen Group und der Mercedes-Benz Group.
  • Die Marke BYD wird außerdem die innovationsstärkste Volumenmarke. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Renault und Toyota.
  • Die aktuelle Dominanz von BYD illustriert den Umbruch in der Automobilindustrie und die technologische Vorreiterschaft chinesischer Konzerne und Volumen-Marken.
  • Unter den Premiummarken bleibt Mercedes-Benz auf Rang eins.

Die chinesischen Automobilkonzerne haben in den letzten Jahren kontinuierlich an Innovationsstärke gewonnen und standen in Summe bereits in den letzten Jahren ganz vorn. Erstmals seit der Premiere der AutomotiveINNOVATIONS Studienreihe im Jahr 2005 wird jetzt aber mit BYD ein einzelner chinesischer Hersteller weltweit innovationsstärkster Automobilkonzern, vor der Volkswagen Group und Mercedes-Benz. Die Marke BYD wird außerdem die innovationsstärkste Volumenmarke. Auf den Plätzen zwei und drei der Volumenmarken folgen Renault und Toyota.  Das sind zentrale Ergebnisse der AutomotiveINNOVATIONS Studie auf Basis von gut 867 Innovationen des Jahres 2025/2026, darunter ca. 660 Serien-Innovationen von 36 Automobilgruppen, die einzeln nach dem M.O.B.IL – Ansatz bewertet wurden. Gut 300 Serien-Innovationen stammen von etwa 70 Volumenmarken.

Die innovationsstärksten Konzerne: BYD vor VW und Mercedes

Die Rangliste der Innovationsstärksten Konzerne führt erstmals BYD mit 157 Indexpunkten (IP) klar an, gefolgt vom Vorjahressieger Volkswagen Group (143 IP) und der Mercedes-Benz Group (134 IP). Auf den Plätzen 4-6 rangieren dicht gefolgt Xiaopeng (128 IP), BMW und Geely Group. Mit deutlichem Abstand komplettieren Renault, Toyota, GM und Hyundai die Top-10 der innovationsstärksten Automobilgruppen (vgl. Abbildung 1).

BYD verteilt seine Innovationsleistung auf seine drei wichtigsten Marken BYD, Yangwang und Denza. Von der Marke BYD stammen die mit Abstand meisten Innovationen (36) und auch mit 18 die meisten Weltneuheiten. Dazu zählen etwa ein Highway-Assist nach Level 2+, der erstmals mit den Modellen Dolphin und Seagull im Kleinwagen- bzw. Minicar-Segment verfügbar ist. Das kleine elektrische SUV Atto 2 sticht durch seine Segment-Bestwerte bei Ladeleistung, Reichweite und Verbrauch heraus. Stichwort Ladeleistung: BYD baut aktuell ein Netz von 1-Megawatt-Hyperchargern auf, an denen sich in nur fünf Minuten Energie für rund 400 km Reichweite nachladen lässt. Im Van Denza D9 ist ein verbesserter, teilautonomer Autobahn-Assistent verfügbar, der jetzt auch automatisch Mautstationen passieren kann, ohne dass der Fahrer eingreifen muss.

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Mit BYD wurde nicht nur erstmals ein chinesischer Automobilkonzern Innovationsführer. Zusammen mit Xpeng und der Geely Group rangieren drei chinesische Konzerne unter Top-6 der innovationsstärksten Automobilherstellern des Jahres und heben die tektonische Verschiebung in der Automobilindustrie auf ein neues Niveau. Die Erfolgsformel basiert wesentlich auf der Kombination von breiten Kompetenzen in Zukunftstechnologien, hoher Innovationsgeschwindigkeit und niedrigen Entwicklungs- und Herstellungskosten. Das magische Innovationsdreieck von relevanten Kernkompetenzen, hoher Agilität sowie Kosteneffizienz ist in der darwinistischen Ausleseprozess der Automobilindustrie überlebenswichtig.“

Der AutomotiveINNOVATIONS Report wird vom Center of Automotive Management (CAM) seit 2005 erstellt und jährlich aktualisiert. Die aktuellen Ergebnisse des Jahres setzen sich aus über 860 einzeln nach dem M.O.B.IL-Ansatz bewerteten Innovationen zusammen, von denen 660 bereits auf wichtigen globalen Märkten vor Kunde verfügbar sind (siehe Anhang). Von diesen wiederum stammen gut 300 von Volumenmarken. Die innovativsten Konzerne, Marken und Modelle zeichnet das CAM bereits seit 2011 mit dem AutomotiveINNOVATIONS Award in zehn Kategorien aus.

Volkswagen bezieht seine Innovationsstärke von 143 Indexpunkten in diesem Jahr vor allen von den Marken Audi (87) und Porsche (30). Audi verbessert mehrere Assistenzsysteme, z.B. den Nothalteassistent im Audi Q3, der erstmals auch die Spur wechseln und im Falle einer ausbleibenden Fahrerreaktion ganz rechts anhalten kann. Über die Sprachsteuerung des Audi Assistant lassen sich jetzt auch Fahrerassistenzsysteme bedienen. Das System merkt sich Verhaltensmuster und kann diese dem jeweiligen Fahrer zuordnen. Bei Porsche sticht besonders der Cayenne Electric heraus, der in einer besonders leistungsstarken Turbo-Version erhältlich ist und über ein neues, gebogenes Touchdisplay verfügt.
Die Marke Mercedes-Benz bleibt die innovationsstärkste Premiummarke im Jahr 2026 und kommt in der Konzernwertung auf Rang drei.  Mercedes-Benz punktet bei Innovationen etwa mit dem neuen CLA, welcher den niedrigsten Stromverbrauch, die höchste Segment-Reichweite und die höchsten Ladeleistung in der Mittelklasse hat.

Renault und Toyota hinter BYD innovationsstärkste Volumenmarken

Neben der Konzernwertung wird die Marke BYD auch die innovationsstärkste Volumenmarke 2026 mit über 105 Indexpunkten (vgl. Abbildung 2). Insbesondere Innovationen im Antriebsbereich (Batterietechnologie) und bei den Fahrerassistenzsystemen führten hierzu. So ist BYD in der Lage, neue oder verbesserte Assistenzsysteme (Level 2+) zum Teil per OTA-Updates in praktisch allen Baureihen und Segmenten anzubieten, weil der Konzern konsequenter als viele europäische Marken in software-definierte Plattformen investiert hat. Dies zahlt sich nun technologisch aus und bringt insbesondere im Heimatmarkt China viele neue Kunden.

Auch Renault hat mit seinen neuen vollelektrischen Modellen R4, R5, Twingo u.a. neue Kundennutzen im Blick. Erstmals ist etwa im Minicar-Segment mit dem Twingo eine Vehicle-to-Grid-Funktion verfügbar, durch die die Kunden Strom ins Netz zurückspeisen und so Einnahmen mit ihrem E-Auto generieren können. Renault kommt auf Platz zwei, wenn auch mit spürbarem Abstand auf den Erstplatzierten

Toyota auf dem dritten Rang mit rund 46 Innovations-Indexpunkten verfügt mit dem Brennstoffzellenantrieb in Serie über ein Alleinstellungsmerkmal im Segment der oberen Mittelklasse. Die dritte Generation der Toyota-Brennstoffzelle ermöglich im Modell „Mirai“ eine Reichweitensteigerung von rund 20% auf etwa 770 km. Etwaige Ladeprobleme wie bei BEV-Fahrzeugen entfallen so, allerdings fordern die äußerst geringe Tankstellendichte bei gleichzeitig rasant steigenden Ladeleistungen von E-Autos das Fuel-Cell-Konzept heraus. Bei den Assistenzsystemen bietet Toyota erstmals in den Segmenten „Minicars“ und „Utilities“ im Aygo X bzw. Hilux eine Nothalte-Funktion an.

In den Top-10 der innovationsstärksten Volumenmarken fällt die starke Durchmischung nach Herkunftsländern auf: Vier Marken stammen aus China, zwei jeweils aus Japan und den USA und je eine aus Europa und Südkorea. Allerdings fehlen deutsche Marken. Serien-Sieger VW kommt aktuell aufgrund mangelnder Serienmodellinnovationen nur auf Rang elf, wobei die nicht bewerteten Vorserienneuerungen (z.B. VW ID.Polo) im Jahr 2026 deutliche Verbesserungen erwarten lassen.

Innovations-Spitzenreiter und Verfolger wechseln sich ab

Die Automobilbranche befindet sich angesichts des tiefgreifenden Wandels in einer Phase grundlegender Transformation, wobei sich spätestens seit 2019 eine tektonische Verschiebung der Innovationsstärke in Richtung der chinesischen Automobilhersteller zeigte: Die chinesischen Autohersteller steigerten ihre globale Innovationsstärke von 28% im Jahr 2019 auf rund 47% im Jahr 2023 und stabilisierte sich seither auf diesem sehr hohen Niveau. Bereits im Corona-Jahr 2021 überrundeten sie die über viele Jahre dominierenden deutschen Innovationsführer, die von einer globalen Innovationsstärke von 40% im Jahr 2019 auf dem Tiefpunkt von 23% im Jahr 2023 abrutschten und sich seither jedoch wieder auf 29% steigern konnten (vgl. Abbildung 3).

Studienleiter Stefan Bratzel: „Die deutschen Automobilhersteller stemmen sich im zurückliegenden Untersuchungszeitrum gegen die Übermacht der chinesischen OEM und haben die Talsohle von 2023 wieder verlassen, auch wenn der Abstand zu den Chinesen noch fast 20 Prozentpunkte beträgt. Die übrigen Auto-Nationen stagnieren auf niedrigem Niveau oder fallen deutlich ab auf Werte zwischen drei und sieben Prozent. Hier enttäuscht insbesondere Tesla, die nur noch auf Rang 24 rangieren – der mit Abstand schlechteste Wert seit Beginn der Bewertung von Tesla im Jahr 2013.“

Für eine Übersicht rund um das Thema Automobil-Innovationen hält das CAM ein spezielles Internetportal bereit, mit vielen Hintergrund-Informationen und einem kostenlosen Testzugang zum AutomotiveINNOVATIONS Dashboard – einer visuellen Aufbereitung der Innovations-Datenbank des CAM: https://automotiveinnovations.de/

Über das Center of Automotive Management (CAM):

Das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Direktor und Gründer des Auto-Instituts ist Prof. Dr. Stefan Bratzel. Weitere Details unter www.auto-institut.de.

Center of Automotive Management (CAM)
Prof. Dr. Stefan Bratzel
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E-Mail: stefan.bratzel@auto-institut.de  
www.auto-institut.de          

ANHANG: Methodik zur Berechnung der Innovationsstärke

Das Center of Automotive Management definiert eine Innovation als eine technische oder dienstleistungsbezogene Neuheit, die in direktem Zusammenhang mit PKW steht, einen konkreten, zusätzlichen Kundennutzen bietet und von den OEMs einem breiten (Fach-)Publikum entweder als serienreifes Produkt oder als entwickelter Prototyp präsentiert wird.

Der MOBIL-Ansatz bewertet Innovationen anhand mehrerer Kriterien, um deren Bedeutung für Markt und Kunden systematisch einzuordnen. Dabei wird zunächst der Innovationsgrad bestimmt, der den technischen Neuheitsgrad und den zusätzlichen Kundennutzen sowie das Potenzial zur Verbesserung der Wettbewerbsposition widerspiegelt und mithilfe einer vierstufigen Skala bewertet wird. Ergänzend werden die Originalität (Weltneuheit oder konzerninterne Neuerung), der Innovationsreifegrad (Marktnähe von Studie bis Serienreife) sowie der Innovationsfokus betrachtet, der zeigt, welche Kundennutzen-Dimensionen – etwa Wirtschaftlichkeit, Sicherheit oder Umweltfreundlichkeit – durch die Innovation adressiert werden. Die Innovationsstärke eines Konzerns, einer Marke oder eines Modells berechnet sich aus der Summe der einzeln nach dem MOBIL-Ansatz bewerteten Innovationen.

AutomotiveINNOVATIONS Studie/Award 2026: Die innovationsstärksten globalen Premiummarken im Ranking

2005-2026 / 22. Jahrgang

 Bergisch Gladbach, 15. April 2026

  • Mercedes ist der innovationsstärkste Premiumautomobilhersteller 2026 gefolgt von Xpeng
  • China greift massiv das Premiumsegment an: Erstmals kommen 6 der 10 innovationsstärksten Premiummarken aus China
  • BMW iX3 ist das innovationsstärkste Modell 2026
  • Vorankündigung: Die Bekanntgabe der innovationsstärksten Konzerne und Volumenmarken 2026 erfolgt in der kommenden Woche (KW 17)

Die deutschen Premiumautohersteller sehen sich einem immer intensiveren Wettbewerb mit chinesischen Premiummarken konfrontiert. Insbesondere im Heimatmarkt profitieren chinesische Premiumhersteller zunehmend von ihrer hohen Innovationskraft, gleichen dadurch eine fehlende Markenhistorie aus und erringen immer höhere Marktanteile. Die deutschen Premiummarken stemmen sich jedoch gegen die wachsende Innovationskraft aus China. Mercedes-Benz kann sich als innovationsstärkste Premiummarke 2026 behaupten, wenngleich Xpeng mit nur wenigen Indexpunkten Abstand folgt. BMW kommt auf den dritten Rang – vor Lokalrivale Audi. Unter den innovationsstärksten zehn Premiummarken stammen aktuell bereits sechs aus China. Von BMW kommt mit dem iX3 das innovationsstärkste Modell 2026. Das sind zentrale Ergebnisse der AutomotiveINNOVATIONS Studie auf Basis von gut 860 Innovationen des Jahres 2025/2026, darunter knapp 360 Serien-Innovationen von 36 Automobilgruppen mit 50 Premiummarken.

Der Aufstieg chinesischer Marken mit Premiumanspruch

Die chinesischen Marken haben sich viele Jahre in Bezug auf die Marktpositionierung auf das Volumensegment und technologisch auf den Elektroantrieb fokussiert. Dies hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Chinesische Marken stellen sich technologisch viel breiter auf und erweitern mit zahlreichen Innovationen ihr Technologiespektrum in den Bereichen Connectivity, Interfaces sowie ADAS und autonomes Fahren. Mit Marken wie Zeekr (Geely-Konzern), Yangwang (BYD), Wey (Great Wall), Maextro (JAC, HIMA-Allianz), Xpeng oder Nio greifen sie insbesondere die deutschen Premiumhersteller an und erringen – auch durch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis – große Marktanteile im chinesischen Premiumsegment. Der Langzeitvergleich der Innovationsstärke* von Premiumautomarken nach Ländern zeigt die umbruchartige Verschiebung (Abbildung 1): Während noch bis Ende der 2010er Jahre die deutschen Premiumhersteller mit rund 60% der weltweiten Innovationsstärke den Premiumbereich dominierten, ging dieser Anteil in Folgezeit stark zurück. Umgekehrt steigt die Innovationsstärke chinesischer Premiumhersteller von niedrigen zweistelligen Anteilen auf fast die Hälfte der weltweiten Innovationsstärke bis Mitte der 2020er Jahre an. Im Jahr 2025 können die deutschen Premiumhersteller ihren Innovationsanteil erstmals wieder signifikant auf 46% steigern, wobei jedoch vor allem US-amerikanischer Premiummarken an Bedeutung verlieren.

CAM – ABBILDUNG 1
Verteilung der Innovationsstärke* von Premiummarken nach Ländern 2016-2025

Quelle: CAM

Die deutschen Premiumhersteller behaupten sich – trotz massiv sinkender Marktanteile in China – gegen den Innovationswettbewerb aus China. Mercedes-Benz wird erneut innovationsstärkste Premiummarke mit 134 Indexpunkten, knapp vor Xpeng (128 Indexpunkte) und BMW mit 111 Indexpunkten (vgl. Abbildung 2). Die Innovations-Indexpunkte bilden die quantitative und qualitative Bewertung der Innovationen einer Marke ab. So kann etwa Mercedes-Benz aktuell 51 Serien-Innovationen für sich verbuchen, von denen knapp 50 Prozent besonders hoch bewertete Weltneuheiten sind. Im Schnitt über alle Premiummarken liegt dieser Wert bei nur etwa 25 Prozent.

Der AutomotiveINNOVATIONS Report wird vom Center of Automotive Management (CAM) seit 2005 erstellt und jährlich aktualisiert. Die aktuellen Ergebnisse des Jahres setzen sich aus über 860 einzeln nach dem M.O.B.IL-Ansatz bewerteten Innovationen zusammen, von denen 660 bereits auf wichtigen globalen Märkten vor Kunde verfügbar sind (siehe Anhang). Von diesen wiederum stammen 358 von Premiummarken. Die innovativsten Konzerne, Marken und Modelle zeichnet das CAM bereits seit 2011 mit dem AutomotiveINNOVATIONS Award in zehn Kategorien aus.

Mercedes-Benz punktet bei Innovationen etwa mit dem CLA, das den niedrigsten Stromverbrauch, die höchste Segment-Reichweite und die höchsten Ladeleistung in der Mittelklasse hat. Neu und auch im CLA verfügbar ist ein unterstützendes Assistenzsystem, das den Fahrer kooperativ etwa beim Spurhalten hilft und sich nicht bei einem manuellen Eingriff abschaltet. Innovationen von Mercedes stammen auch aus dem Connectivity-Bereich: In mehreren Baureihen lassen sich nun E-Auto-Ladesäulen vorab reservieren, außerdem kann eine Autobahnvignette z.B. für die Schweiz digital vom Fahrzeug aus erworben werden. Der Zweitplatzierte Xpeng hat neben neuen Antrieben wie einem seriellen Hybrid im Van X9 (E-Auto mit Verbrenner als Reichweiten-Verlängerer) mit Top-Werten bei Verbrauch und Reichweite auch einige neue Assistenzsysteme präsentiert. Dazu zählen etwa ein teilautonomer Wendeassistent und eine automatische Notlenkung bei plötzlich auftretenden Hindernissen, wenn das Auto im teilautonomen Modus (Level 2+) bewegt wird.

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Innovationen sind häufig Frühindikatoren für grundlegende Wettbewerbsverschiebungen und Zäsuren im Automobilmarkt. Die Steigerung der Innovationskraft von chinesischen Premiummarken zu Beginn der 2020er Jahre war Vorbote für die Eroberungsstrategie des Premiummarktes, die in China bereits in vollem Gange ist und auf die man in Europa vorbereitet sein sollte. Gegen die Erfolgsformel ‚hohe Innovationsstärke und rasante Innovationsgeschwindigkeit bei niedrigen Kosten‘ müssen sich die deutschen Premiumhersteller künftig wappnen. Es stimmt hoffnungsvoll, dass deutsche Premiumhersteller zuletzt wieder an Innovationskraft zulegen.“

Das innovationsstärkste Modell 2026 ist der BMW iX3

Ein Grund für das gute Abschneiden deutscher Premiummarken sind einige innovationsstarke Modelle, die besonders viele Neuerungen auf sich vereinigen. So bringt die frisch eingeführte Neue-Klasse-Plattform von BMW direkt das innovationsstärkste Modell 2026 hervor: Der BMW iX3. Damit erringt BMW diesen Preis das erste Mal wieder seit über zehn Jahren. Auf dem zweiten Platz folgt die CLA-Baureihe von Mercedes-Benz, auf dem dritten Rang rangiert der Van X9 von Xpeng (vgl. Abbildung 3). Insgesamt kommen fünf der zehn innovationsstärksten Premiummodelle des Jahres aus China.

Von den 48 Serien-Innovationen von BMW im Untersuchungszeitraum 2025/2026 entfallen allein 36 – und damit drei Viertel – auf die Baureihe X3/iX3. „Anhand der Neuerungen wird gut sichtbar, dass sich BMW mit der neuen Plattform breit aufstellt und alle relevanten Technologiefelder von (Elektro-)Antrieb über Assistenzsysteme bis hin zu Connectivity und Interfaces abdeckt“, so Studienleiter Stefan Bratzel.

Hoch bewertete Innovationen sind etwa der BMW Intelligent Personal Assistant, der permanent die Vorlieben und Wünsche des Fahrers antizipiert und proaktiv Vorschläge macht, auch zu in der aktuellen Fahrsituation hilfreichen Assistenzsystemen. Die Neue Klasse ist eine software-definierte Plattform mit zentralen Steuergeräten, etwa dem von BMW so genannten „Heart of Joy“. Dabei handelt es sich um eine hochintegrierte Steuerungseinheit, die erstmals die vollständige Koordination von Antrieb, Bremsen, Lenkung, Fahrzeugstabilisierung und Lademanagement übernimmt. Das sorgt für eine optimierte Fahrdynamik und eine verbesserte Effizienz.

Im neuen Mercedes-Benz CLA ist das hauseigene Betriebssystem MB.OS erstmals vollständig integriert. Damit erhält das Fahrzeug den MBUX Virtual Assistant, der u.a. generative KI nutzt, um seine Funktionen an den Gemütszustand des Fahrers anzupassen. Das kann dann je nach Stimmung des Fahrers etwa zu kürzeren Aufforderungen und Antworten oder einer fröhlicheren und gesprächigeren Ansprache führen. Außerdem ist es möglich, Funktionen und Routen auf Basis von Routinen des Fahrers vorzuschlagen. Dazu gehören die Reservierung von Parkplätzen oder die Umplanung von Terminen, wenn man sich verspätet.

Beim Xpeng X9 auf dem dritten Rang der innovationsstärksten Modelle handelt es sich um einen luxuriösen Van von 5,32 m Länge, der in China bereits verfügbar ist und im Juni 2026 auch in Deutschland auf den Markt kommen soll. Unter den 22 Innovationen dieses Modells stechen besonders die im Van-Segment hohe Reichweite des BEV-Antriebs (750 km nach CLTC-Norm), KI-gesteuerte Leseleuchten und ein ebenfalls per KI optimierter Fahrwerks-Assistent zur Verringerung von Motion Sickness hervor.

* Hier nur Innovationen, die in Serie verfügbar sind.

Für eine Übersicht rund um das Thema Automobil-Innovationen hält das CAM ein spezielles Internetportal bereit, mit vielen Hintergrund-Informationen und einem kostenlosen Testzugang zum AutomotiveINNOVATIONS Dashboard – einer visuellen Aufbereitung der Innovations-Datenbank des CAM: https://automotiveinnovations.de/

Über das Center of Automotive Management (CAM):

Das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Direktor und Gründer des Auto-Instituts ist Prof. Dr. Stefan Bratzel. Weitere Details unter www.auto-institut.de.

Center of Automotive Management (CAM)
Prof. Dr. Stefan Bratzel
Direktor
Tel.: (0 22 02) 28 57 7-0
E-Mail: stefan.bratzel@auto-institut.de  
www.auto-institut.de          

ANHANG: Methodik zur Berechnung der Innovationsstärke

Das Center of Automotive Management definiert eine Innovation als eine technische oder dienstleistungsbezogene Neuheit, die in direktem Zusammenhang mit PKW steht, einen konkreten, zusätzlichen Kundennutzen bietet und von den OEMs einem breiten (Fach-)Publikum entweder als serienreifes Produkt oder als entwickelter Prototyp präsentiert wird.

Der MOBIL-Ansatz bewertet Innovationen anhand mehrerer Kriterien, um deren Bedeutung für Markt und Kunden systematisch einzuordnen. Dabei wird zunächst der Innovationsgrad bestimmt, der den technischen Neuheitsgrad und den zusätzlichen Kundennutzen sowie das Potenzial zur Verbesserung der Wettbewerbsposition widerspiegelt und mithilfe einer vierstufigen Skala bewertet wird. Ergänzend werden die Originalität (Weltneuheit oder konzerninterne Neuerung), der Innovationsreifegrad (Marktnähe von Studie bis Serienreife) sowie der Innovationsfokus betrachtet, der zeigt, welche Kundennutzen-Dimensionen – etwa Wirtschaftlichkeit, Sicherheit oder Umweltfreundlichkeit – durch die Innovation adressiert werden. Die Innovationsstärke eines Konzerns, einer Marke oder eines Modells berechnet sich aus der Summe der einzeln nach dem MOBIL-Ansatz bewerteten Innovationen.

Neuzulassungstrends in Deutschland (Q1 2026)

  • Neuzulassungen in Deutschland Q1 2026: 699.404 Einheiten (+5,2 % ggü. Vorjahr) – VW-Konzern klarer Marktführer mit 41,6 % Marktanteil.
  • Stellantis mit 83.835 Zulassungen (+22,9 %) stark über Erwartungen; BMW Group +11,1 % (67.756 Einheiten), Mercedes-Benz -2,4 % (59.095 Einheiten) – japanische Marken verloren auf 7,2 % Marktanteil (Q1 2025: 8,1 %).
  • Q1 2026 E-Fahrzeug-Zulassungen +41,3 % auf 159.630 Einheiten – BEV-Anteil stieg von 17,0 % auf 22,8 %.
  • Gründe der positiven BEV-Entwicklung: gesunkene Neuwagenpreise, mehr Modelle (155 in 2026), bessere Reichweite & Ladeleistung – gestiegene Kraftstoffpreise dürften die BEV-Nachfrage in Deutschland weiter antreiben.
  • Teslas mit starkem Comeback (+160 % / 12.829 Einheiten).

Der deutsche Neuwagenmarkt startet angesichts geopolitischer Spannungen gut ins Jahr 2026: Mit 699.404 neu zugelassenen Fahrzeugen im ersten Quartal steigt der Markt um 5,2 % gegenüber Q1 2025. Im Vergleich der Automobilhersteller zeigt sich ein differenziertes Bild (vgl. Abbildung 1):

  • Der Volkswagen-Konzern bleibt zwar der unbestrittene Marktführer mit 291.301 Zulassungen, der Marktanteil reduziert sich jedoch leicht auf 41,6 %. Die Kernmarke VW verliert 5,3 %, während Škoda um 24,6 % zulegte und Audi um 7,1 % wächst. SEAT/Cupra schrumpft um 14,6 %.
  • Stellantis legt stark zu und kommt auf 83.835 Zulassungen (+22,9 %) und macht einem Marktanteilssprung von 10,3 % auf 12,0 %. Opel treibt die Erholung maßgeblich voran und legt um 65,5 % zu.
  • Die BMW Group wächst überdurchschnittlich auf 67.756 Zulassungen (+11,1 %)— die BMW-Kernmarke steigt um 8,1 %, MINI legt um +36,3 % zu. Mercedes-Benz gibt leicht nach mit -2,4 % auf 59.095 Einheiten.
  • Chinesische Marken zeigen den stärksten Zuwachs (+34 %) und festigen mit 35.787 Einheiten ihren Fußabdruck auf Europas größtem Automarkt.
  • Das koreanische Duo Hyundai/Kia wächst auf 38.722 Zulassungen (+13,1 %), während japanische Marken – allen voran Toyota (-14,9 %) – um 5,9 % sinken und auf einen Marktanteil von 7,2 % kommen.
  • Die US-Gruppe verzeichnet 36.787 Einheiten (+19,4 %), wobei insbesondere Tesla wieder enorm zulegt (+160 %).

Abbildung 1: Neuzulassungen (alle Antriebe) nach Herstellern/Gruppen in Q1 2026

Quelle: CAM

Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen

Die Elektromobilität in Deutschland setzt ihren Markthochlauf in den ersten drei Monaten des Jahres mit hoher Dynamik fort: Die BEV-Zulassungen steigen in Q1 2026 um 41,3 % auf 159.630 Einheiten, der BEV-Anteil klettert von 17,0 % auf 22,8 %. Im März liegt der BEV-Anteil bereits bei 24 %. Erklärungen für diese Entwicklung liefert u.a. unsere kürzliche Studie zur BEV-Marktsegmentierung: Die Anzahl der verfügbaren BEV-Modelle ist im Jahr 2026 auf 155 gestiegen, wobei der Durchschnittspreis der Fahrzeuge in den verschiedenen Segmenten deutlich gesunken ist, und technologisch bieten die Fahrzeuge eine signifikant höhere Reichweite sowie eine verbesserte Ladeleistung im Vergleich zu den Vorjahren (vgl. https://auto-institut.de/presse/entwicklungstrends-der-elektromobilitaet-segment-und-modellanalyse-der-neuzulassungen-in-deutschland-jan-maerz-2026/

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Fast jedes vierte neu zugelassene Fahrzeug im März war ein reines Elektroauto – damit wird immer mehr eine kritische Nachfrageschwelle erreicht. Diese Dynamik speist sich bislang nicht aus den gestiegenen Kraftstoffpreisen infolge des Irankrieges. Sie ist das Ergebnis eines tiefgreifenden Angebotswandels. Die Zahl von BEV-Modellen – auch in preissensitiven Segmenten – ist auf über 150 gestiegen, gerade auch von deutschen Herstellern. Und weitere Modelle – auch in niedrigeren Preissegmenten – folgen zeitnah. Der Markt steht damit an einem interessanten Punkt: Die angebotsseitige Modellreife trifft auf eine neue Nachfragekonstellation. Steigende Signalpreise an der Tankstelle werden das Interesse an Elektrofahrzeugen in diesem Jahr weiter schüren. Die staatliche Kaufprämie von bis zu 6.000 Euro wird im Laufe des Jahres zusätzlich für einen Schub für private Haushalte sorgen. 2026 kann zu einem echten Wendejahr der Elektromobilität in Deutschland. Allerdings müssen vor allem die Rahmenbedingungen in punkto Ladeinfrastruktur in Städten und Ladepreise weiter verbessert werden.“

Die Analyse der Elektro-Neuzulassungen von Herstellern nach Absatztrends und Marktanteilen zeigt die Treiber Markthochlaufs (vgl. Abbildung 2):

  • Der VW-Konzern ist der BEV-Marktgewinner mit 64.310 Einheiten (+19,4 %), wobei besonders Škoda (+94 % / 17.958 Einheiten) und Audi (+137 % / 12.462 Einheiten) stark zulegen.
  • Tesla feiert nach erheblichen Einbußen im Vorjahr ein Comeback (+160 %) und ist erneut unter den Top-3 der absatzstärksten BEV-Marken in Deutschland mit 12.829 Neuzulassungen. Wichtiger Treiber dürften hier auch die Preissenkungen sein.
  • Stellantis zeigt, dass seine Elektrostrategie in Europa zunehmend Früchte trägt: Mit einem BEV-Wachstum von 165 % auf 16.523 Einheiten und einem BEV-Anteil, der von 9,1 % auf 19,7 % steigt, zählt Stellantis zu den Gewinnern des Quartals.
  • Die BMW Group meldet solide 15.599 BEV-Einheiten (+22,2 %) mit einem BEV-Anteil von 23,0 %, während Mercedes-Benz mit 10.399 BEV-Einheiten (+46,7 %) und einem BEV-Anteil von 17,6 % (2025: 11,7 %) ebenfalls ein starkes BEV-Wachstum im Konzern verzeichnet.

Chinesische Marken können mit einem Plus von 63,9 % auf jetzt 15.005 BEV-Neuzulassungen ihren Marktanteil am deutschen Elektroautomarkt auf 9,4 % erhöhen. Treiber sind BYD mit 4.300 Einheiten (+339 %) sowie Leapmotor mit 2.872 Einheiten (+326%). Damit setzen die chinesischen Hersteller ihre Expansion in Europa angesichts des intensiven Wettbewerbs und Preiskampfes im Heimatmarkt fort.

Abbildung 2: Elektro-Neuzulassungen nach Herstellern/Gruppen in Q1 2026

Quelle: CAM


Über den Electromobility Report:

Der CAM Electromobility Report analysiert regelmäßig die aktuellen Markt-, Absatz- und Innovationstrends der Elektromobilität in wichtigen Kernmärkten (z.B. China, USA, Europa und Deutschland). Gleichzeitig werden die wesentlichen Einflussfaktoren auf den Markthochlauf der Elektromobilität empirisch beleuchtet. Die Untersuchung konzentriert sich auf reine Batteriefahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV).

Weitere Informationen: https://auto-institut.de/e-mobility-2/

Über das CAM:

Das Center of Automotive Management (CAM) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung sowie für strategische Beratung an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Seine Kunden unterstützt das Auto-Institut auf Basis umfangreicher Datenbanken, insbesondere zu fahrzeugtechnischen Innovationen der globalen Automobilindustrie sowie zur Markt- und Finanz-Performance von Automobilherstellern und Automobilzulieferunternehmen. Mittels eines fundierten Branchen-Know-hows und intimer Marktkenntnisse erarbeitet das Auto-Institut individuelle Marktforschungskonzepte und praxisorientierte Lösungen für seine Kunden aus der Automobil- und Mobilitätswirtschaft.

Center of Automotive Management (CAM)

Prof. Dr. Stefan Bratzel

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