• Neuzulassungen in Deutschland Q1 2026: 699.404 Einheiten (+5,2 % ggü. Vorjahr) – VW-Konzern klarer Marktführer mit 41,6 % Marktanteil.
  • Stellantis mit 83.835 Zulassungen (+22,9 %) stark über Erwartungen; BMW Group +11,1 % (67.756 Einheiten), Mercedes-Benz -2,4 % (59.095 Einheiten) – japanische Marken verloren auf 7,2 % Marktanteil (Q1 2025: 8,1 %).
  • Q1 2026 E-Fahrzeug-Zulassungen +41,3 % auf 159.630 Einheiten – BEV-Anteil stieg von 17,0 % auf 22,8 %.
  • Gründe der positiven BEV-Entwicklung: gesunkene Neuwagenpreise, mehr Modelle (155 in 2026), bessere Reichweite & Ladeleistung – gestiegene Kraftstoffpreise dürften die BEV-Nachfrage in Deutschland weiter antreiben.
  • Teslas mit starkem Comeback (+160 % / 12.829 Einheiten).

Der deutsche Neuwagenmarkt startet angesichts geopolitischer Spannungen gut ins Jahr 2026: Mit 699.404 neu zugelassenen Fahrzeugen im ersten Quartal steigt der Markt um 5,2 % gegenüber Q1 2025. Im Vergleich der Automobilhersteller zeigt sich ein differenziertes Bild (vgl. Abbildung 1):

  • Der Volkswagen-Konzern bleibt zwar der unbestrittene Marktführer mit 291.301 Zulassungen, der Marktanteil reduziert sich jedoch leicht auf 41,6 %. Die Kernmarke VW verliert 5,3 %, während Škoda um 24,6 % zulegte und Audi um 7,1 % wächst. SEAT/Cupra schrumpft um 14,6 %.
  • Stellantis legt stark zu und kommt auf 83.835 Zulassungen (+22,9 %) und macht einem Marktanteilssprung von 10,3 % auf 12,0 %. Opel treibt die Erholung maßgeblich voran und legt um 65,5 % zu.
  • Die BMW Group wächst überdurchschnittlich auf 67.756 Zulassungen (+11,1 %)— die BMW-Kernmarke steigt um 8,1 %, MINI legt um +36,3 % zu. Mercedes-Benz gibt leicht nach mit -2,4 % auf 59.095 Einheiten.
  • Chinesische Marken zeigen den stärksten Zuwachs (+34 %) und festigen mit 35.787 Einheiten ihren Fußabdruck auf Europas größtem Automarkt.
  • Das koreanische Duo Hyundai/Kia wächst auf 38.722 Zulassungen (+13,1 %), während japanische Marken – allen voran Toyota (-14,9 %) – um 5,9 % sinken und auf einen Marktanteil von 7,2 % kommen.
  • Die US-Gruppe verzeichnet 36.787 Einheiten (+19,4 %), wobei insbesondere Tesla wieder enorm zulegt (+160 %).

Abbildung 1: Neuzulassungen (alle Antriebe) nach Herstellern/Gruppen in Q1 2026

Quelle: CAM

Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen

Die Elektromobilität in Deutschland setzt ihren Markthochlauf in den ersten drei Monaten des Jahres mit hoher Dynamik fort: Die BEV-Zulassungen steigen in Q1 2026 um 41,3 % auf 159.630 Einheiten, der BEV-Anteil klettert von 17,0 % auf 22,8 %. Im März liegt der BEV-Anteil bereits bei 24 %. Erklärungen für diese Entwicklung liefert u.a. unsere kürzliche Studie zur BEV-Marktsegmentierung: Die Anzahl der verfügbaren BEV-Modelle ist im Jahr 2026 auf 155 gestiegen, wobei der Durchschnittspreis der Fahrzeuge in den verschiedenen Segmenten deutlich gesunken ist, und technologisch bieten die Fahrzeuge eine signifikant höhere Reichweite sowie eine verbesserte Ladeleistung im Vergleich zu den Vorjahren (vgl. https://auto-institut.de/presse/entwicklungstrends-der-elektromobilitaet-segment-und-modellanalyse-der-neuzulassungen-in-deutschland-jan-maerz-2026/

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Fast jedes vierte neu zugelassene Fahrzeug im März war ein reines Elektroauto – damit wird immer mehr eine kritische Nachfrageschwelle erreicht. Diese Dynamik speist sich bislang nicht aus den gestiegenen Kraftstoffpreisen infolge des Irankrieges. Sie ist das Ergebnis eines tiefgreifenden Angebotswandels. Die Zahl von BEV-Modellen – auch in preissensitiven Segmenten – ist auf über 150 gestiegen, gerade auch von deutschen Herstellern. Und weitere Modelle – auch in niedrigeren Preissegmenten – folgen zeitnah. Der Markt steht damit an einem interessanten Punkt: Die angebotsseitige Modellreife trifft auf eine neue Nachfragekonstellation. Steigende Signalpreise an der Tankstelle werden das Interesse an Elektrofahrzeugen in diesem Jahr weiter schüren. Die staatliche Kaufprämie von bis zu 6.000 Euro wird im Laufe des Jahres zusätzlich für einen Schub für private Haushalte sorgen. 2026 kann zu einem echten Wendejahr der Elektromobilität in Deutschland. Allerdings müssen vor allem die Rahmenbedingungen in punkto Ladeinfrastruktur in Städten und Ladepreise weiter verbessert werden.“

Die Analyse der Elektro-Neuzulassungen von Herstellern nach Absatztrends und Marktanteilen zeigt die Treiber Markthochlaufs (vgl. Abbildung 2):

  • Der VW-Konzern ist der BEV-Marktgewinner mit 64.310 Einheiten (+19,4 %), wobei besonders Škoda (+94 % / 17.958 Einheiten) und Audi (+137 % / 12.462 Einheiten) stark zulegen.
  • Tesla feiert nach erheblichen Einbußen im Vorjahr ein Comeback (+160 %) und ist erneut unter den Top-3 der absatzstärksten BEV-Marken in Deutschland mit 12.829 Neuzulassungen. Wichtiger Treiber dürften hier auch die Preissenkungen sein.
  • Stellantis zeigt, dass seine Elektrostrategie in Europa zunehmend Früchte trägt: Mit einem BEV-Wachstum von 165 % auf 16.523 Einheiten und einem BEV-Anteil, der von 9,1 % auf 19,7 % steigt, zählt Stellantis zu den Gewinnern des Quartals.
  • Die BMW Group meldet solide 15.599 BEV-Einheiten (+22,2 %) mit einem BEV-Anteil von 23,0 %, während Mercedes-Benz mit 10.399 BEV-Einheiten (+46,7 %) und einem BEV-Anteil von 17,6 % (2025: 11,7 %) ebenfalls ein starkes BEV-Wachstum im Konzern verzeichnet.

Chinesische Marken können mit einem Plus von 63,9 % auf jetzt 15.005 BEV-Neuzulassungen ihren Marktanteil am deutschen Elektroautomarkt auf 9,4 % erhöhen. Treiber sind BYD mit 4.300 Einheiten (+339 %) sowie Leapmotor mit 2.872 Einheiten (+326%). Damit setzen die chinesischen Hersteller ihre Expansion in Europa angesichts des intensiven Wettbewerbs und Preiskampfes im Heimatmarkt fort.

Abbildung 2: Elektro-Neuzulassungen nach Herstellern/Gruppen in Q1 2026

Quelle: CAM


Über den Electromobility Report:

Der CAM Electromobility Report analysiert regelmäßig die aktuellen Markt-, Absatz- und Innovationstrends der Elektromobilität in wichtigen Kernmärkten (z.B. China, USA, Europa und Deutschland). Gleichzeitig werden die wesentlichen Einflussfaktoren auf den Markthochlauf der Elektromobilität empirisch beleuchtet. Die Untersuchung konzentriert sich auf reine Batteriefahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV).

Weitere Informationen: https://auto-institut.de/e-mobility-2/

Über das CAM:

Das Center of Automotive Management (CAM) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung sowie für strategische Beratung an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Seine Kunden unterstützt das Auto-Institut auf Basis umfangreicher Datenbanken, insbesondere zu fahrzeugtechnischen Innovationen der globalen Automobilindustrie sowie zur Markt- und Finanz-Performance von Automobilherstellern und Automobilzulieferunternehmen. Mittels eines fundierten Branchen-Know-hows und intimer Marktkenntnisse erarbeitet das Auto-Institut individuelle Marktforschungskonzepte und praxisorientierte Lösungen für seine Kunden aus der Automobil- und Mobilitätswirtschaft.

Center of Automotive Management (CAM)

Prof. Dr. Stefan Bratzel

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