Zeit: Die Sorgwirkung der Subventionen

Wegen der Steuervorteile sind Plug-in-Hybride als Dienstwagen beliebt. Doch sie werden nur selten elektrisch gefahren. Das muss sich Àndern, sagen Branchenexperten.

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Performance der globalen AutomobilmÀrkte 2020/2021

  • Die globalen AutomobilmĂ€rkte sind insbesondere seit dem dritten Quartal stark vom Halbleitermangel betroffen. In Europa zeigt sich nach drei Quartalen nur eine geringe Erholung zum Vorjahr.
  • FĂŒr das Gesamtjahr 2021 wird mit einem RĂŒckgang der Absatzzahlen von rund 12 Prozent im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019 gerechnet. CAM schĂ€tzt die ProduktionsausfĂ€lle weltweit auf rund 10 Mio. Pkw.
  • Die Kombination aus ProduktionsausfĂ€llen und hoher Nachfrage fĂŒhrt jedoch zu Rekordgewinnen bei vielen Automobilherstellern

Die globalen AutomobilmĂ€rkte sind weiterhin massiv von der Halbleiter-Krise belastet. In den sieben wichtigsten AutomobilmĂ€rkten liegen die Neuzulassungen nach neun Monaten nur bei 45,6 Mio. Pkw, was einem RĂŒckgang von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019 (52,2 Mio.) entspricht. Allerdings stellt sich die Situation in den USA und in China deutlich besser dar, wo das Minus lediglich 7,9 bzw. 9,3 Prozent betrĂ€gt, wĂ€hrend in Europa 24,4 Prozent weniger Fahrzeuge im Vergleich zu 2019 abgesetzt werden konnten. FĂŒr die drei automobilen Kernregionen China, USA und Europa wird damit gerechnet, dass der Automarkt im Gesamtjahr 2021 insgesamt nur um 3 Prozent ĂŒber dem durch die Pandemie beeinflussten Vorjahr und um rund 12 Prozent unter dem Wert des Jahres 2019 liegen wird. Das sind die Ergebnisse der Studie AutomotivePERFORMANCE 2021 des Center of Automotive Management (CAM), in der regelmĂ€ĂŸig die Markt- und Absatztrends der globalen Automobilindustrie analysiert werden.

Im Einzelnen kommt China in den ersten drei Kalenderquartalen des aktuellen Jahres auf Neuzulassungen von 16,6 Mio. Pkw, was im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von fast 25 Prozent entspricht. Allerdings hat die internationale Chip-Krise die positive Gesamtentwicklung insbesondere in den letzten Monaten negativ beeinflusst. Eine Ă€hnliche Situation ergibt sich auf dem amerikanischen Markt: Zwar liegen die Neuzulassungen mit rund 11,8 Millionen Fahrzeugen[1] mehr als 13 Prozent ĂŒber dem Vorjahreswert, allerdings wird auch hier der Wachstumstrend vom globalen Mangel an Halbleitern ausgebremst. WĂ€hrend US-Hersteller wie GM und Ford ihre Produktion drosseln oder gar stoppen mĂŒssen, fĂŒhrt die erstarkte Nachfrage nach Automobilen zu Rekordtiefs bei den FahrzeugbestĂ€nden der AutohĂ€ndler. Bedingt durch den Chipmangel liegen die Zulassungszahlen im dritten Quartal 2021 in den USA sogar 14 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Besonders betroffen zeigt sich der europĂ€ische Markt, wo sich das erhoffte Absatzwachstum durch eine sich verbessernde Pandemielage im Laufe des Jahres 2021 aufgrund der sich dramatisierenden Halbleiter-Krise abschwĂ€chte. Im direkten Vergleich ergibt sich bis einschließlich September nur noch ein Plus von rund 7 Prozent gegenĂŒber 2020, obwohl im Halbjahresvergleich noch eine Steigerung der Neuzulassungen um 27 Prozent verzeichnet wurde.

In den ĂŒbrigen betrachteten AutomobilmĂ€rkten Japan, Brasilien, Russland und Indien setzt sich die bereits beschriebene Entwicklung ĂŒberwiegend fort. Indiens Absatzzahlen erholten sich innerhalb der ersten drei Kalenderquartale mit einem Plus von 51 Prozent am stĂ€rksten vom coronabedingten RĂŒckgang im Jahr 2020. Aber auch hier wird die positive Entwicklung seit Beginn des dritten Quartals von steigenden Rohstoffpreisen und dem weltweiten Chipmangel ausgebremst. Der letzte Zulassungsbericht der indischen Behörde SIAM legte fĂŒr September einen RĂŒckgang um 41 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat offen.

FĂŒr das Gesamtjahr 2021 wird nach Prognosen des Center of Automotive Management (CAM) in allen Kernregionen trotz des coronabedingten NachfrageĂŒberhangs das Marktniveau des Jahres 2019 stark verfehlt. In Europa werden aufgrund der Halbleiter-Knappheiten nur rund 12 Mio. Pkw-Neuzulassungen erwartet, wĂ€hrend in den USA mit 15,2 und in China mit 20,3 Mio. Neuzulassungen gerechnet wird. Weltweit hĂ€tten ohne die Halbleiter-Krise rund 10 Mio. Fahrzeuge mehr verkauft werden können. Am stĂ€rksten betroffen ist hier Europa, wo der NachfrageĂŒberhang auf rund 3,5 Mio. Pkw geschĂ€tzt wird.

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Die Halbleiter-Krise ist ein zweischneidiges Schwert, die zu unerwarteten Folgeeffekten fĂŒhrt: Einerseits sorgt die Kombination aus ProduktionsausfĂ€llen und hoher Nachfrage zu Rekordgewinnen bei vielen Automobilherstellern, die die knappen Chips vorwiegend in höherpreisige Fahrzeuge einbauen und zudem keine Rabatte gewĂ€hren mĂŒssen. Auf der anderen Seite leiden vor allem die Automobilzulieferer, die nach der Menge ihrer produzierten Teile entlohnt werden und daher von Produktionsstopps bzw. geringen Produktionszahlen besonders betroffen sind. Die Automobilhersteller sollten darauf achten, dass wichtige Zulieferunternehmen nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten, da sich viele Unternehmen ohnehin in einer schwierigen Transformationsphase befinden. Sonst könnten im nĂ€chsten Jahr wiederum wichtige Glieder der Wertschöpfungskette wegfallen und weitere ProduktionsausfĂ€lle drohen. Die Halbleiter-Krise wird die Branche noch mindestens bis zum FrĂŒhjahr 2022 belasten. Allerdings ist gleichzeitig in den nĂ€chsten Jahren von einem hohen Nachholbedarf bei der Pkw-Nachfrage in den KernmĂ€rkten auszugehen.“

Zur Studie: Das Center of Automotive Management (CAM) analysiert seit dem Jahr 2004 die Performance der globalen AutomobilmĂ€rkte und -hersteller. Auf Basis von GeschĂ€ftsberichten, von Markt- und Innovationskennzahlen werden die finanziellen und marktbasierten LeistungsstĂ€rken der Automobilhersteller und wichtiger Big Data Player analysiert und in den regelmĂ€ĂŸig erscheinenden AutomotivePERFORMANCE Reports veröffentlicht.

Zur Studie: https://auto-institut.de/automotiveperformance/


[1] Passenger Cars inkl. Light Commercial Vehicles

Automobilwoche: Chipmangel kostet zehn Millionen Neuwagen: Weltweite AutomÀrkte 2021 unter Vor-Corona-Niveau

Die AutoverkĂ€ufe in China, den USA und Europa dĂŒrften nach einer Studie des Branchenexperten Stefan Bratzel in diesem Jahr nur drei Prozent ĂŒber dem CoronageprĂ€gten Vorjahr liegen. „Weltweit hĂ€tten ohne die Halbleiter-Krise rund 10 Millionen Fahrzeuge mehr verkauft werden können“, teilte das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach mit. Der Absatz werde bis Jahresende „rund 12 Prozent unter dem Wert des Jahres 2019 liegen“.
Von Januar bis September liegen die Neuzulassungen in den sieben wichtigsten AutomobilmĂ€rkten (China, USA, Europa, Japan, Brasilien, Russland und Indien) demnach mit 45,6 Millionen bereits 12,7 Prozent unter denen des Vor-Corona-Jahrs 2019. Die USA und China stĂŒnden mit einstelligen RĂŒckgĂ€ngen bisher deutlich besser als Europa, wo 24,4 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt wurden als 2019.

https://www.automobilwoche.de/article/20211026/AGENTURMELDUNGEN/310269917/1276/chi