• Mit dem Übergang zur Elektromobilität verschieben sich die Kräfteverhältnisse im deut
    schen Automarkt. Chinesische Hersteller ziehen mit den japanischen gleich (je 6,7 % Markt
    anteil), Tesla verdreifacht seine Neuzulassungen; viele etablierte Hersteller verlieren
    Marktanteile.
  • Elektromobilität im Massenmarkt angekommen: Rekord-Marktanteil von 34,5 % im Sep
    tember 2026 (88.599 BEV); nach neun Monaten bereits 604.144 BEV-Neuzulassungen (+58
    %) – mehr als im gesamten Jahr 2025.
  • CAM bestätigt für 2026 die Prognose von 825.000 bis 850.000 BEV-Neuzulassungen; das
    obere Ende der Spanne wird wahrscheinlicher.

Bergisch Gladbach, den 06.10.2026,

In Deutschland verschieben sich mit dem Übergang der Elektromobilität von der Nische zum Massen markt zunehmend die Kräfteverhältnisse zwischen den Automobilherstellern. Von Januar bis September 2026 konnten insbesondere chinesische Automobilhersteller und Tesla erheblich an Marktanteilen gewinnen, während viele etablierte Automobilhersteller aus Deutschland oder Japan im wachsen den Gesamtmarkt Marktanteile verlieren. Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten 2.221.798 Pkw neu zugelassen, ein Plus von 5,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Volkswagen-Konzern bleibt mit weitem Abstand Marktführer. Allerdings sinken sowohl der Marktanteil (von 41,7 auf 39,5 %) als auch das Absatzvolumen (-0,4 %). Deutlich verliert die Kern marke VW (-5,7%), während vor allem Skoda (+12,8%) zulegen kann. Besonders stark gewinnen dagegen die chinesischen Hersteller, deren gemeinsamer Marktanteil nach drei Quartalen des Jahres 2026 um 2,4 Prozentpunkte auf jetzt 6,7 % steigt. Mit 148.102 Neuzulassungen liegen sie inzwischen nahezu gleichauf mit der Gruppe der japanischen Hersteller (148.403). Zu den Absatzgewinnern aus China zählt vor allem BYD, das mit 42.788 Pkw (+262%) bereits Volvo mit 38.454 Neuzulassungen (14,4%) überholt hat. Auch MG, Leapmotor und Xpeng legen deutlich zu. Zu den Gewinnern zählt auch der amerikanische Elektrofahrzeuganbieter Tesla, der mit 44.810 Pkw (+202%) insgesamt noch vor BYD rangiert.

Der Stellantis-Konzern kann als zweitgrößter Anbieter seinen Marktanteil in Deutschland leicht auf 11,6% (+0,2 Prozentpunkte) erhöhen, wozu vor allem Opel als absatzstärkste Marke (+6,1 %) und Fiat (+22,1 %) beitragen. Leichte Zugewinne des Marktanteils erzielt auch BMW mit einem Plus von 0,2 Prozentpunkten auf nunmehr 10,0 %, während Mercedes trotz eines Absatzplus von 2 % leicht Marktanteile verliert (8,8 %; -0,3 Prozentpunkte). Die japanischen Hersteller verlieren deutlich: Ihr Marktanteil sinkt von 7,7 auf 6,7 %, das Absatzvolumen um 8,6 %. Der Rückgang umfasst fast alle Marken; Toyota muss als volumenstärkster Anbieter ein Minus von 19,2 % verkraften. Mazda ist mit einem Plus von 22,8 % die positive Ausnahme im japanischen Lager.

Die koreanischen Hersteller Hyundai und Kia können ihren Marktanteil bei 5,6 % stabilisieren. Die Renault-Gruppe steigert ihren Marktanteil leicht auf 4,7 % (+0,1 Prozentpunkte), getragen von der Kernmarke Renault (+19,5 %). Dagegen verliert Ford im wachsenden deutschen Markt nach neun Monaten 10,1 % an Absatzvolumen.

Abbildung 1: Neuzulassungen von Pkw (alle Antriebe) nach Herstellern/Gruppen, Jan bis Sept 2026

Quelle: CAM | KBA

Besonders dynamisch entwickelt sich der Markt für batterieelektrische Pkw (BEV). Von Januar bis September 2026 wurden 604.144 BEV neu zugelassen – 58 % mehr als im Vorjahreszeitraum und bereits mehr als im gesamten Jahr 2025 (545.142). Ihr Anteil an den Neuzulassungen stieg von 18,1 % auf 27,2 %. Im Jahresverlauf kletterte der monatliche BEV-Anteil von 22,0 % im Januar auf den Rekordwert von 34,5 % im September. Mit 88.599 Einheiten (+94,7 %) war der September zugleich der zweitstärkste BEV-Monat überhaupt; mehr waren es nur im Dezember 2022 (104.325), als Käufer vor der Kürzung des Umweltbonus Zulassungen vorzogen. Dagegen stagniert der Marktanteil von Plug-in-Hybriden bei rund 11%(Jan–Sept:11,1 %). Im September wurden 27.861 PHEV neu zugelassen, was einem Marktanteil von 10,8 % entspricht. Gemeinsam kommen BEV und PHEV damit auf 45,4 % der Pkw-Neuzulassungen.  Gleichzeitig verlieren klassische Verbrennungsmotoren erheblich an Bedeutung. Die Neuzulassungen von Benzinern gingen im September um 29,2 % auf 44.632 Fahrzeuge zurück, Diesel um 20,1 % auf 23.058 Einheiten im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zusammen erreichten Benzin und Diesel nur noch einen Marktanteil von 26,4 % – deutlich weniger als die BEV allein.

Abbildung 2: Anteil von Elektrofahrzeugen (BEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) an den Pkw-Neuzulassungen in Deutschland, Jan–Sept 2026

Quelle: CAM | KBA

Hierzu Studienleiter Prof. Dr. Stefan Bratzel:
„Das Elektroauto ist in Deutschland im Massenmarkt angekommen: Im September war mehr als jeder dritte Neuwagen ein reines E-Auto, und nach neun Monaten sind bereits mehr BEV neu zugelassen als im gesamten Jahr 2025. Getragen wird der Hochlauf vor allem vom deutlich breiteren Angebot attraktiver E-Modelle, aber auch von der staatlichen Förderung und den hohen Kraftstoffpreisen. Zugleich verschieben sich die Kräfteverhältnisse nachhaltig: Tesla und die chinesischen Hersteller gewinnen mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis Marktanteile, viele etablierte Hersteller verlieren. Der Elektromarkt wächst – aber nicht automatisch für die deutschen Hersteller. Sie müssen den Hochlauf jetzt mit wettbewerbsfähigen Kosten und bezahlbaren Modellen in eigene Marktanteile und Skaleneffekte übersetzen. Wer hier nicht mithalten kann, gehört mittelfristig zu den Verlierern. Die Politik sollte den Markthochlauf mit verlässlichen Rahmenbedingungen absichern, vor allem bei Ladeinfrastruktur und Ladepreisen. Für das Gesamtjahr erwarten wir 825.000 bis 850.000 neue Elektroautos – das obere Ende der Spanne wird immer wahrscheinlicher.“

Über den Electromobility Report:

Der CAM Electromobility Report analysiert regelmäßig die aktuellen Markt-, Absatz- und Innovationstrends der Elektromobilität in wichtigen Kernmärkten (z.B. China, USA, Europa und Deutschland). Gleichzeitig werden die wesentlichen Einflussfaktoren auf den Markthochlauf der Elektromobilität empirisch beleuchtet. Die Untersuchung konzentriert sich auf reine Batteriefahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV).

Weitere Informationen: https://auto-institut.de/e-mobility/

Über das CAM:

Das Center of Automotive Management (CAM) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung sowie für strategische Beratung an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Seine Kunden unterstützt das Auto-Institut auf Basis umfangreicher Datenbanken, insbesondere zu fahrzeugtechnischen Innovationen der globalen Automobilindustrie sowie zur Markt- und Finanz-Performance von Automobilherstellern und Automobilzulieferunternehmen. Mittels eines fundierten Branchen-Know-hows und intimer Marktkenntnisse erarbeitet das Auto-Institut individuelle Marktforschungskonzepte und praxisorientierte Lösungen für seine Kunden aus der Automobil- und Mobilitätswirtschaft.

Center of Automotive Management (CAM)

Prof. Dr. Stefan Bratzel

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Mobil: +49 (0) 174 / 9 73 17 78

Fax: +49 (0) 22 02 / 28577-28

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