Electromobility Report 2020 – E-Mobilität in Deutschland.

Der Elektroabsatz in Deutschland erreicht im Oktober 2020 wiederum ein Rekordniveau mit einem Marktanteil von 17,6 Prozent an den Neuzulassungen (Sept. 2020: 15,6%). Als reine Elektrofahrzeuge (BEV) wurden 23.158 Einheiten zugelassen, was einem Neuzulassungsanteil von 8,4 Prozent entspricht. Die Plugin-Hybride (PHEV) steigen auf 24.859 Fahrzeuge (9,1%). Insgesamt wachsen die Elektroneuzulassungen auf 251.998 Pkw zwischen Januar und Oktober 2020 (vgl. Abb. 1).

Das CAM hebt für das Gesamtjahr seine Prognose leicht an. Der Elektrofahrzeugabsatz (BEV, PHEV) in Deutschland steigt für das Gesamtjahr danach statt auf 300.000 jetzt auf 335.000 Pkw-Neuzulassungen (2019: 108.600). Der Marktanteil von Elektrofahrzeugen (BEV, PHEV) an den Neuzulassungen wird dann rund 12 Prozent erreichen. Das zeigen die neuesten Auswertungen des „Electromobility Report 2020“ des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, indem die Markt-, Absatz- und Innovationstrends der E-Mobilität regelmäßig bilanziert werden.

Die Neuzulassungen von Elektroautos steigen damit weiter entgegen dem rückläufigen Trend des Gesamtmarktes. Im Oktober 2020 sind die Pkw-Neuzulassungen insgesamt um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Der Absatzrückgang des Gesamtmarktes beträgt zwischen Januar und Oktober jetzt 23,4 Prozent. Für das Gesamtjahr geht das CAM von 2,8 Mio. Neuzulassungen aus, was einem Marktrückgang von 19 Prozent entspricht. Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Das Jahr 2020 markiert eine Zeitenwende hin zur Elektromobilität mit erstmals zweistelligen Neuzulassungsanteilen in Deutschland. Hierzu trägt auch wesentlich die Innovationsprämie der Bundesregierung bei, die die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der E-Fahrzeuge gesteigert hat und zusätzlich die Akzeptanz der E-Mobilität erhöht. Plug-in Hybride, die insbesondere bei SUVs eine große Rolle spielen, tragen zu mehr als 50 Prozent zum Elektroboom bei. Umso mehr ist durch entsprechende Regulation sicherzustellen, dass diese PHEV nicht nur laut Papiernorm, sondern auch in der Realität geringe CO2-Emissionen ausstoßen.“

Electromobility Report
Im CAM Electromobility Report werden regelmäßig der E-Mobilitätsmarkt und die Absatzentwicklung der Automobilhersteller analysiert. Im Mittelpunkt stehen die Kernmärkte China, USA und die Europäische Union. Unter Anderem werden unter Berücksichtigung von Schlüsselfaktoren wie Ladeinfrastrukturen, Regularien, Modellpaletten und den E-Mobilitätsstrategien der OEM verschiedene Markthochlaufszenarien für 2025/2030 entworfen. Der Bericht nutzt verschiedene Methoden und Informationsquellen wie beispielsweise die Datenbanken CAM AutomotiveINNOVATIONS und -PERFORMANCE, Web-Recherchen und Experteninterviews, um Entscheidungsträgern zuverlässige Einblicke in die Elektromobilität zu bieten.

Connected Car Innovation (CCI) 2020

Volkswagen wieder innovativster Connected-Car-Player

Volkswagen-Konzern erobert Spitze des Innovationsrankings zurück – Tesla dominiert beim autonomen Fahren – OEMs zeigen sich weniger innovationsfreudig – Automobilexperte Bratzel: Innovationen müssen zur technologischen Reife geführt werden

Hannover. Der Volkswagen-Konzern ist nach einem Jahr Pause wieder der innovationsstärkste Automobilhersteller bei Fahrzeugvernetzung, automatisiertem Fahren und Infotainment/Bedienung. Im neuen Connected-Car-Innovation-Index (CCI) des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach und der Automobil-Fachzeitschrift carIT konnten die Wolfsburger den Premiumhersteller Daimler, der im Vorjahr mit deutlichem Vorsprung das Ranking dominierte, auf Platz zwei verweisen. BMW behauptet sich auf dem dritten Platz vor den US-Autobauern Ford und Tesla sowie den Koreanern von Hyundai. Weit zurückgefallen auf Rang zwölf ist der Geely-Konzern, der sich im Vorjahr noch hinter den Top Drei einreihen konnte. Schwach ist zudem das Abschneiden der absatzstarken Hersteller Fiat Chrysler, Honda und Toyota, die als Low Performer bei Connected-Car-Innovationen zu bezeichnen sind.

Insgesamt zeigen sich die 30 globalen Automobilhersteller bei digitaler Fahrzeugtechnologie weniger innovationsfreudig als in den Vorjahren. Trotz eines weiterhin hohen Niveaus sackte der Anteil der Connected-Car-Neuheiten im Vergleich zu den Innovationen aller anderen Technologiefelder von 53 auf 46 Prozent ab. Absolut ging die Zahl der CC-Innovationen von rund 650 in den Vorjahren auf 576 in diesem Jahr zurück, wie das CAM ermittelte. „Viele OEMs fokussieren sich mittlerweile auf die Elektrifizierung ihres Modellportfolios,“ erklärt Studienleiter und CAM-Direktor Prof. Stefan Bratzel. „Innovationen im Connected-Car-Bereich haben eine Art Plateau erreicht, auf dem sie erst einmal zu einer gewissen technologischen Reife geführt werden müssen.“

Die Rückeroberung des Innovationsthrons verdankt Volkswagen derweil einer beispiellosen Marken-, Segment- und Modellvielfalt, innerhalb derer zahlreiche Weltneuheiten bei Fahrerassistenz- und Sicherheitssystemen, Bedien- und Anzeigekonzepten sowie Informations- und Kommunikationssystemen auf den Markt gebracht wurden. Dabei ist Konzerntochter Audi nicht mehr der Innovationsmotor im Unternehmen: Die Ingolstädter steuern nur noch ein wenig mehr als ein Drittel der CC-Innovationsstärke bei, während die Kernmarke VW dank Neuheiten in Golf VIII und Passat (Facelift) mittlerweile fast die Hälfte ausmacht. „Audi konnte im Bewertungszeitraum keine nennenswerten Fahrzeugvorstellungen präsentieren und leidet momentan zudem unter der Unruhe in der Unternehmensführung“, sagt Stefan Bratzel.

Zum ersten Mal hat das Center of Automotive Management auch einen detaillierten Blick auf die einzelnen Technologiefelder geworfen, aus denen sich der CCI-Index zusammensetzt. „In der aktuellen Studie konnten wir zwar insgesamt einen leichten Rückgang der CC-Innovationen feststellen – eine Entwicklung, die jedoch nicht auf den Bereich Fahrerassistenz zutrifft“, betont Bratzel. Dessen Anteil hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 23 auf 27 Prozent erhöht. „Das verwundert mich wenig, denn die Hersteller pumpen viel Geld in die Weiterentwicklung des automatisierten Fahrens, der Cashcow der Zukunft,“ so der Automobilexperte.

Vorne mit dabei ist hier E-Autobauer Tesla: Die Kalifornier konzentrieren sich fast ausschließlich auf Technologien des teil- und hochautomatisierten Fahrens bis SAE Level 2+. Bestes Beispiel: Das System „Navigate on Autopilot“, mit dem Teslafahrer auf dem Highway ohne Zutun automatisch die Spur wechseln können, ist im zweiten Jahr infolge die am höchsten bewertete Serieninnovation im CCI-Index. „Gemessen an der geringen Zahl der Baureihen, dem weiterhin marginalen Absatz und Umsatz, ist die Performance der Kalifornier immer wieder beeindruckend“, unterstreicht Studienleiter Stefan Bratzel.

Weitergehende Analysen und Hintergründe zur Connected-Car-Innovation-Studie 2020 und das PDF zum Download sind unter https://auto-institut.de/connectivity/ und www.cci.car-it.com abrufbar.

Hintergrund zur Studie: Der Connected-Car-Innovation-Index ist eine jährlich durchgeführte Studie, die die Leistungs- und Innovationsstärke von 30 Automobilherstellern (Connected-Car-Index) und deren Heimatländern (Länderindex) in den Bereichen vernetztes Fahrzeug und Mobilitätsdienstleistungen anhand verschiedener Indikatoren empirisch erhebt und vergleicht. Alle Innovationen weltweit werden vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach erhoben und ausgewertet. Im Fokus stehen fahrzeugtechnische Innovationen, die in Bezug zur Vernetzung des Fahrzeugs mit seiner Umwelt oder seinen Insassen stehen. Daneben gibt es Bewertungsfaktoren wie Marktstärke der Autohersteller sowie Dienstleistungs- und Service-Innovationen. Weitere Daten zur Studie steuert Partner Cisco bei.

Spiegel Online: Autokonzerne streiten über Antrieb der Zukunft

„Zunächst einmal ist es nicht zielführend, wenn der VDA und wesentliche Vertreter der Autoindustrie uneinig sind“, sagt Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automobive Management in Bergisch Gladbach. „Es wäre wesentlich sinnvoller, wenn man sich fragt, was kurzfristig zu weniger CO2-Ausstoß im Pkw-Verkehr führen könnte. Nach meiner Einschätzung kommt man dann auf die Elektromobilität“, sagt Bratzel, und meint damit die Batterievariante.

Wasserstoff bleibe dennoch ein Zukunftsthema, vor allem für den Schwerlastverkehr. „Doch das Thema Wasserstoff lässt sich nicht allein auf den Verkehr und schon gar nicht auf den Pkw-Verkehr beschränken“, so Bratzel. „Dafür müssen die komplette Industrie und alle Branchen in den Blick genommen werden.“

https://www.spiegel.de/auto/elektroauto-oder-wasserstoff-streit-um-antrieb-der-zukunft-spaltet-deutsche-autoindustrie-a-b4e3a9e6-60f0-4957-a0d7-10c814fcfac3

Handelsblatt: „Die Autohersteller üben gehörigen Druck auf die Zelllieferanten aus“

Ford und BMW mussten wegen Batterieproblemen Rückrufe anmelden. Das liegt auch an der schnell wachsenden Elektronachfrage, sagt Autoprofessor Stefan Bratzel.

Düsseldorf Stefan Bratzel leitet das Center of Automotive Management (CAM) an der Fachhochschule Bergisch Gladbach. Der Systemwechsel zum Elektroauto kann aus seiner Sicht noch die eine oder andere negative Überraschung bereithalten.

Herr Bratzel, Ford und BMW melden brennende Batterien bei ihren neuen Plug-in-Hybriden. Sind das Einzelfälle?
Die Sicherheit der Batterien wird auch auf weitere Zukunft ein zentrales Thema bleiben.

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autoexperte-stefan-bratzel-die-autohersteller-ueben-gehoerigen-druck-auf-die-zelllieferanten-aus/26282394.html?share=twitter&ticket=ST-2613669-lotxVgDbwyYEISTOBrxf-ap1

E-Mobilität in Deutschland: Absatztrends Jan-Sept 2020

Der Elektroabsatz in Deutschland erreicht im September 2020 wiederum ein Rekordniveau mit einem Marktanteil von 15,6 Prozent an den Neuzulassungen (Aug. 2020: 13,2%). Als reine Elektrofahrzeuge (BEV) wurden 21.188 Einheiten zugelassen, was einem Neuzulassungsanteil von 8,0 Prozent entspricht. Die Plugin-Hybride (PHEV) steigen auf 20.127 Fahrzeuge (7,6%). Insgesamt wachsen die Elektroneuzulassungen auf 203.981 Pkw zwischen Januar und September 2020 (vgl. Abb. 1).

Das CAM erhöht für das Gesamtjahr seine Prognose. Für den Elektrofahrzeugabsatz (BEV, PHEV) in Deutschland werden für das Gesamtjahr statt 250.000 nunmehr 300.000 Pkw-Neuzulassungen erwartet (2019: 108.600). Der Marktanteil von Elektrofahrzeugen (BEV, PHEV) wird dann auf 10,7 Prozent steigen. Das zeigen die neuesten Auswertungen des „Electromobility Report 2020“ des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, indem die Markt-, Absatz- und Innovationstrends der E-Mobilität regelmäßig bilanziert werden.

Die Neuzulassungen von Elektroautos steigen damit weiter überdurchschnittlich zum Gesamtmarkt in Deutschland. Im September 2020 sind die Pkw-Neuzulassungen insgesamt um 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Der Absatzrückgang des Gesamtmarktes beträgt zwischen Januar und September jetzt 25,5 Prozent. Für das Gesamtjahr geht das CAM von 2,8 Mio. Neuzulassungen aus, was einem Marktrückgang von 19 Prozent entspricht.

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Das Jahr 2020 markiert eine Zeitenwende hin zur Elektromobilität mit erstmals zweistelligen Neuzulassungsanteilen. Hierzu trägt auch wesentlich die Innovationsprämie der Bundesregierung bei, die die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der E-Fahrzeuge gesteigert hat und zusätzlich die Akzeptanz der E-Mobilität erhöht. Eine Herausforderung für die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen bleibt mittelfristig der Aufbau der Ladeinfrastruktur, die im Hinblick auf Versorgungsdichte sowie faktische Verfügbarkeit und Verlässlichkeit noch deutliches Verbesserungspotential hat.“