- Mercedes-Benz größter Aufsteiger im Elektro-Innovationsranking: Geely bleibt Spitzenreiter, Tesla fällt erstmals aus den Top-10.
- Im 1. Halbjahr 2026 liegen Mercedes-Benz und BYD mit je rund 40 Indexpunkten knapp vor der Volkswagen Group (39 IP) an der Spitze der Innovationsstärke.
- Globaler BEV-Absatz im 1. Halbjahr 2026: BYD bleibt trotz eines Rückgangs von 15 Prozent knapp vor Tesla die Nummer eins. Mit Geely und SAIC stellen chinesische Konzerne drei der fünf größten E-Auto-Hersteller.
- Deutschland: BEV-Neuzulassungen steigen von Januar bis September um 58 Prozent. Chinesische Hersteller verdoppeln ihren Absatz, die VW Group verliert deutlich Marktanteile
Das Ranking der innovationsstärksten Elektroautobauer wird weiterhin von chinesischen und deutschen Unternehmen dominiert. Im aktuellen Untersuchungszeitraum 2021 bis 1.HJ 2026 wurden insgesamt 910 Serien-Innovationen von 38 Automobilhersteller-Gruppen im Bereich der Elektromobilität erfasst und bewertet. Innovationsführer im Bereich der Elektromobilität ist die Geely-Gruppe mit 207 Indexpunkten (IP), die knapp vor der VW Group (204 IP) und BYD (192 IP) liegt. Mit Mercedes-Benz Group (147 IP) und BMW (135 IP) landen zwei weitere deutsche Hersteller in den Top-5 (vgl. Abbildung 1). Das sind die Ergebnisse des Electromobility Report 2026, der regelmäßig die Markt- und Innovationstrends der globalen Automobilhersteller bilanziert. Das CAM-Ranking bewertet die Innovationsstärke der wichtigsten globalen Automobilgruppen im Bereich reiner E-Autos (BEV) auf Basis ihrer Serien-Innovationen nach dem M.O.B.IL-Ansatz (weitere Informationen im Anhang). Größter Aufsteiger gegenüber dem vorherigen Ranking ist die Mercedes-Benz Group, die sich von Rang 7 auf Rang 4 verbessert. SAIC verschlechtert sich mit 124 IP von Rang 4 auf Rang 6. Hyundai (122 IP), Renault (107 IP), General Motors (86 IP) und Stellantis (83 IP) komplettieren die Top-10 der innovationsstärksten Elektroautobauer und können sich jeweils um einen Rangplatz verbessern. Tesla rutscht dagegen von Rang 6 auf Rang 11 ab und gelangt damit erstmals seit Beginn des Elektro Rankings im Jahr 2016 (Tesla: Rang 1) nicht mehr unter die zehn innovationsstärksten Elektroautobauer. Schwach bleiben im Bereich der Elektromobilität weiterhin auch die japanischen Automobilhersteller: Toyota verbessert sich nunmehr immerhin auf Rang 15 (17) im Vergleich von 38 Herstellen, während Nissan lediglich Rang 18 bzw. Honda nur Rang 22 belegen. Die deutschen Automobilhersteller setzen damit im ersten Halbjahr 2026 im Bereich Elektromobilität ihren technologischen Aufholprozess zu den chinesischen Elektroautobauern fort. Mit Mercedes-Benz, Volkswagen und BMW zählen drei deutsche Konzerne zu den sechs innovationsstärksten Herstellern des Halbjahres. Auf Basis von 120 bewerteten Serien Innovationen erreichen die Mercedes-Benz Group und BYD jeweils rund 40 Indexpunkte. Die Volkswagen Group folgt mit 39 IP knapp dahinter und bringt mit 24 Serien-Innovationen mit Abstand die meisten Neuerungen auf den Markt. Mercedes Benz erzielt die hohe Innovationsstärke mit nur 14 Neuerungen, BYD sogar mit nur 10. Beide punkten also mit besonders hochwertigen Einzelinnovationen. Geely folgt mit 27 IP vor Hyundai (24 IP), BMW (16 IP) und General Motors (12 IP).
Abbildung 1: Top-15 der Elektro-Innovationsstärke (2021 – 1. Halbjahr 2026) und Zuwachs im 1. Halb
jahr 2026

Quelle: CAM Electromobility Report 2026
Die Serien-Innovationen des ersten Halbjahres 2026 setzen vor allem bei den zentralen Kundenkriterien Reichweite, Ladeleistung und Verbrauch sowie beim Elektro-Ökosystem (V2H, V2G) an. Mercedes punktet u.a. mit hohen Reichweiten seiner Modelle in verschiedenen Segmenten (EQS, VLE) und ermöglicht bidirektionale Ladefunktionen (Vehicle-to-Grid, Vehicle-to-Home), ähnlich wie BMW. BYD ist mit Flash-Charging Vorreiter beim Schnellladen und erreicht mit dem Denza Z9 GT eine Ladeleistung von bis zu 1.500 kW über einen einzigen Ladeanschluss. Die europäische Version lädt in rund neun Minuten von 10 auf 97 Prozent, selbst bei minus 30 Grad Celsius. Auch Geely erreicht mit dem Lynk & Co 10+ dank optimiertem Ultra-Schnellladen bis zu zwei Kilometer Reichweite pro Sekunde und lädt in weniger als neun Minuten von 10 auf 97 Prozent. Beim Verbrauch punktet hingegen der VW ID.3 Neo. Ein neuer APP350-Elektromotor, ein effizienterer Antriebsstrang und ein intelligentes Thermomanagement steigern die Reichweite der 79-kWh-Batterie auf segmentbeste 629 Kilometer (WLTP) bei einem Verbrauch ab 14,3 kWh/100 km.
Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: „Die Innovationsführerschaft in der Elektromobilität wird weiterhin maßgeblich von chinesischen und deutschen Herstellern geprägt. Besonders bemerkenswert ist die Aufholbewegung von Mercedes-Benz, während Geely und BYD über einen längeren Zeitraum eine hohe Innovationsstärke zeigen. Tesla dagegen verliert im Innovationswettbewerb deutlich an Boden. Entscheidend ist inzwischen nicht mehr allein, wer Elektroautos anbietet, sondern wer bei Reichweite, Ladeleistung, Effizienz und Kosten die überzeugendsten Gesamtpakete auf den Markt bringt. Die chinesischen Hersteller zeigen dabei zunehmend, dass sie ihre technologische Stärke auch in Marktanteile übersetzen können, inzwischen auch in Deutschland. Eine Verdopplung ihrer E-Auto-Neuzulassungen ist ein deutliches Warnsignal für die etablierten Hersteller.“
Globaler BEV-Absatz im Vergleich der Automobilhersteller
Zwischen der Elektro-Innovationsstärke und dem weltweiten Absatz ist ein Zusammenhang erkennbar, wenn auch nicht durchgängig. Die chinesischen Hersteller BYD, Geely und SAIC sowie Tesla und die Volkswagen Group zählen zu den absatzstärksten Elektroautobauern weltweit.
BYD bleibt mit 867.000 verkauften E-Autos der weltweit absatzstärkste Hersteller, verliert gegenüber dem Vorjahreszeitraum jedoch rund 15 Prozent. Gründe sind unter anderem das Auslaufen staatlicher Förderungen und der intensive Preiswettbewerb in China. Tesla rückt mit 838.000 Einheiten (+16 Prozent) dicht an BYD heran. Mit Geely (571.000) und SAIC (540.000) stellen chinesische Konzerne dennoch drei der fünf größten BEV-Hersteller weltweit. Die Volkswagen Group komplettiert mit 438.000 Einheiten (−6 Prozent) die Top-5.
Abbildung 2: Globaler BEV-Absatz ausgewählter Automobilhersteller im 1. Halbjahr 2026 (im Vergleich zum 1. Halbjahr 2025)

Kräftig zulegen können vor allem Toyota (+135 Prozent), Nio (+68 Prozent), Hyundai (+60 Prozent) und die Mercedes-Benz Group (+49 Prozent). Bei Mercedes-Benz, dem Spitzenreiter der Halbjahres-Innovationsstärke, geht der Innovationsschub damit auch mit deutlich steigenden Verkäufen einher. Deutliche Rückgänge verzeichnen dagegen Xiaopeng (−23 Prozent), Ford (−32 Prozent) und Honda (−38 Prozent) (vgl. Abbildung 2).
Deutschland: E-Auto-Markt wächst kräftig, Mercedes-Benz und chinesische Hersteller legen deutlich zu
Auch in Deutschland gewinnt die Elektromobilität deutlich an Fahrt. Von Januar bis September 2026 wurden 604.144 batterieelektrische Pkw neu zugelassen, ein Plus von 58,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der BEV-Anteil an allen Neuzulassungen steigt damit von 18,1 auf 27,2 Prozent. Die Volkswagen Group bleibt mit 207.586 E-Autos (+22,5 Prozent) klarer Marktführer, wächst jedoch deutlich langsamer als der Gesamtmarkt. Ihr Anteil am deutschen BEV-Markt sinkt von rund 44 auf 34,4 Prozent. Die Kernmarke Volkswagen stagniert mit 76.024 Einheiten auf Vorjahresniveau, das Wachstum kommt vor allem von Škoda (+62 Prozent) und Audi (+40,7 Prozent).
Deutlich dynamischer entwickeln sich die Wettbewerber. Die chinesischen Hersteller verdoppeln ihre BEV-Neuzulassungen auf 69.327 Einheiten (+100,1 Prozent) und steigern ihren Marktanteil von rund 9 auf 11,5 Prozent. Bemerkenswert ist vor allem Leapmotor, das mit 15.128 Einheiten (+295 Prozent) inzwischen fast so viele E-Autos absetzt wie BYD (16.355 Einheiten). Auch Stellantis (+103 Prozent auf 56.407 Einheiten) und die Mercedes-Benz Group (+91 Prozent auf 44.081 Einheiten) wachsen weit überdurchschnittlich. Mercedes-Benz, Spitzenreiter der Innovationsstärke im ersten Halbjahr, steigert seinen Anteil am BEV-Markt von 6,0 auf 7,3 Prozent. BMW legt mit 63.819 Einheiten (+41,6 Prozent) ebenfalls zu, verliert aber leicht an Marktanteil (10,6 nach 11,8 Prozent). Den stärksten Zuwachs verzeichnen die US-Marken mit 64.819 Einheiten (+129,5 Prozent), getragen vor allem von Tesla (+202 Prozent) (vgl. Abbildung 3).
Abbildung 3: Elektro-Neuzulassungen in Deutschland (BEV) nach ausgewählten Konzernen/Ländern, Januar–Sept 2026

ANHANG: Methodik zur Berechnung der InnovationsstärkeDie CAM-Innovationsstärke im Technologiefeld der Elektromobilität (BEV, bestehend aus Neuerungen von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) und des Elektro-Ökosystems) basiert auf der systematischen Erfassung und Bewertung von Serien-Innovationen. Innovationen werden definiert als technische Neuerungen, die einen spürbaren, zusätzlichen Kundennutzen bieten. Die Innovationen werden systematisch nach dem M.O.B.IL-Ansatz bewertet. Jede Innovation erhält einen „Score“, d.h. einen kumulierten Indexwert (Innovationsstärke) entsprechend ihrer Reife (Serie vs. Konzept), Originalität (Weltneuheit vs. Unternehmensneuheit), ihrem Kundennutzen und ihrem Innovationsgrad (niedrig vs. hoch). Im Mittelpunkt der Bewertung von Innovationen im Bereich der Elektromobilität steht die CAM-Triade, bestehend aus Reichweite, Stromverbrauch und Ladeleistung, die als zentrale kundenrelevante Leistungsparameter der Elektromobilität gelten. Ergänzend werden die Segmentbesetzung (z. B. erstmalige Einführung elektrischer Antriebe in bestimmten Fahrzeugsegmenten) sowie weitere innovationsrelevante Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem Fortschritte in der Batterietechnologie, der Ladesteuerung oder verwandten Systemkomponenten. Als Serien-Innovation gelten Neuerungen, die auf mindestens einem relevanten globalen Pkw-Markt (insbesondere Europa, USA, China oder Japan) für Endkunden bestellbar sind. Im Zeitraum 2021 bis 1.HJ 2026 wurden insgesamt 910 Serien-Innovationen im Bereich der Elektromobilität erfasst und ausgewertet

Über den CAM Electromobility Report
Der CAM Electromobility Report analysiert regelmäßig die aktuellen Markt-, Absatz- und Innovationstrends der Elektromobilität in wichtigen Kernmärkten (z.B. China, USA, Europa und Deutschland). Gleichzeitig werden die wesentlichen Einflussfaktoren auf den Markthochlauf der Elektromobilität empirisch beleuchtet. Die Untersuchung konzentriert sich auf reine Batteriefahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV).

Weitere Informationen: https://auto-institut.de/e-mobility-2/
Über das CAM:
Das Center of Automotive Management (CAM) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung sowie für strategische Beratung an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Seine Kunden unterstützt das Auto-Institut auf Basis umfangreicher Datenbanken, insbesondere zu fahrzeugtechnischen Innovationen der globalen Automobilindustrie sowie zur Markt- und Finanz-Performance von Automobilherstellern und Automobilzulieferunternehmen. Mittels eines fundierten Branchen-Know-hows und intimer Marktkenntnisse erarbeitet das Auto-Institut individuelle Marktforschungskonzepte und praxisorientierte Lösungen für seine Kunden aus der Automobil- und Mobilitätswirtschaft.
Center of Automotive Management (CAM)
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