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Die innovationsstärksten Automobilhersteller der E-Mobilität 2022.

Globales Innovationsranking und Absatzprognose

  • Tesla bleibt der weltweit innovationsstärkste Automobilhersteller im Bereich der batterieelektrischen Mobilität (BEV). Der VW-Konzern behauptet sich auf Rang 2, während sich Hyundai auf Rang 3 verbessert. Chinesische Automobilhersteller erreichen Bestwerte in der E-Mobilität: BYD, Geely (inkl. Volvo) und SAIC zeigen sich enorm innovationsstark und kommen auf die Plätze 4, 5 und 7
  • Ford belegt weiter nur Rang 18 und ist ebenso Nachzügler der batterieelektrischen Mobilität wie Honda und Toyota, die sich aus innovationstechnischer Sicht teilweise aufstrebenden Start-Ups wie Rivian, Lucid, Nio oder Xiaopeng geschlagen geben müssen.
  • Globaler Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen steigt nach Prognosen des CAM von 4,6 Millionen im zurückliegenden Jahr auf 6,7 Millionen im Jahr 2022.

Der globale Hochlauf der Elektromobilität führt zu einer Neuordnung der Automobilindustrie. Dabei spielt die Innovationsstärke von Automobilherstellern eine zentrale Rolle. Im Rahmen des jährlich aktualisierten „Electromobility Report 2022“ des Center of Automotive Management (CAM) wurde die kumulierte Innovationsstärke von über 30 Automobilkonzernen im Zeitraum zwischen 2012 und 2021 im Bereich batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) systematisch erfasst und bewertet. Auf Basis von insgesamt mehr als 700 einzeln bewerteten Serieninnovationen bleibt der US-amerikanische Elektroautopionier Tesla mit deutlichem Abstand Top-Innovator. Die Volkswagen Group führt auf Rang 2 das Feld der „Fast Follower“ an, während Hyundai sich in diesem Jahr im Kampf um Rang 3 knapp gegen den chinesischen Mischkonzern BYD durchsetzen konnte. Mit SAIC und Geely schaffen neben den deutschen Premiumherstellern BMW und Mercedes-Benz zwei weitere asiatische Hersteller den Einzug in die Top 10. Absatzstarke Hersteller wie Toyota, Honda und Ford bleiben vorerst Nachzügler der Elektromobilität (vgl. Abb. 1).

Die Innovationsstärke eines Automobilherstellers wird mittels eines Indexwertes berechnet. Dabei werden die serienreifen Innovationen im Bereich „Elektromobilität“ in den Feldern Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung im Hinblick auf die Verbesserung des Kundennutzens systematisch erfasst und bewertet (vgl. Anhang). Nach dieser Methodik erhöht der kalifornische Elektroautobauer Tesla auch im Kalenderjahr 2021 seinen Vorsprung als Top-Innovator um mehr als 23 Indexpunkte (IP) und kommt nunmehr auf eine kumulierte BEV-Innovationsstärke von rund 176 IP. Verantwortlich für diesen Aufwärtstrend ist beispielsweise die Reichweitenerhöhung der Mittelklasse-Limousine Model 3 von 580 km auf 614 km (WLTP) im Rahmen eines Softwareupdates. Damit erreicht das Fahrzeug einen erneuten Segment-Bestwert und kann sich u.a. vom BMW i4 mit 590 km (WLTP) abheben. Der Volkswagen Konzern kann seinen Abstand zu Tesla nicht verkürzen, da im Kalenderjahr 2021 die Innovationsstärke nur leicht um 10,6 IP steigt. Unter anderen führt der Porsche Taycan eine Neuerung des Allradantriebs ein, die es ermöglicht den vorderen Elektromotor nahezu vollständig abzukoppeln, wodurch der Stromverbrauch reduziert wird.

Die Hyundai Motor Group kommt erstmals auf Rang 3 und kann sich mit einer Gesamt-Innovationsstärke von 76,9 IP gegen den chinesischen Großkonzern BYD durchsetzen. Als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Elektro-Offensive der Premium-Tochtermarke Genesis anzuführen. Mit der Veröffentlichung der G80e-Limousine und des Mid-size SUV GV60 erzielen beide Modelle in puncto Ladeleistung mit bis zu 350 kW Gleichstrom neue Segment-Bestwerte, wodurch sich die Wartezeit an der Ladesäule für Kunden erheblich reduziert. BYDs Innovationszugewinn ist hauptsächlich auf die Einführung des Elektro-Kleinwagens „Dolphin“ zurückzuführen. Dieser ist nun auch mit der speziellen auf Lithium-Eisenphosphat basierenden Blade-Batterie ausgestattet, wodurch das Fahrzeug weniger brandanfällig ist und laut Herstellerangaben einen Zeitraum von 8 Jahren mit einer berechneten Reichweite von 1,2 Millionen Kilometern übersteht. Der chinesische Hersteller verpasst zwar knapp den dritten Rang, bestätigt aber mit einer Gesamt-Innovationsstärke von über 76 IP seine Rolle als Fast Follower.

Abbildung 1: Kumulierte BEV-Innovationsstärke globaler Automobilhersteller – Top 25 (Serie, 2012-2021)

Quelle: CAM.    Anmerkungen: * Kumulierte Innovationsstärke hier betrachteter OEMs (Serie, 2012- 2021) **Addition von FCA und PSA (bereinigt); eingeschränkte Vergleichbarkeit der Daten ab 2016 mit den Vorjahren aufgrund einer leicht veränderten Methodik (insb. strengere Maßstäbe der Innovationsdefinition, Höherbewertung von Weltneuheiten).

Der chinesischen Automobilkonzern Geely kommt erstmals in die Top-5 dank einer starken Innovationssteigerung um fast 21 IP, die im Wesentlichen durch die Marken Zeekr und Polestar getragen wird. So überzeugt die auf der SEA-Plattform basierende Elektro-Premiumlimousine Zeekr 001 mit einer NEFZ-Reichweite von 712 km, wodurch der bisherige Segment-Bestwert des Arcfox Alpha S mit knapp 700 km (auch NEFZ) überboten wurde. Polestars Innovationen betreffen neben der Einführung der leichteren Single Motor Variante des Polestar 2 mit einem niedrigeren Gesamt-Stromverbrauch insbesondere Konzernneuheiten via Over-the-Air-Updates. So erhalten Kunden der Dual Motor Variante einerseits eine softwarebasierte Leistungssteigerung und darüber hinaus eine an Google Maps geknüpfte Batterie-Vorkonditionierung, um möglichst hohe Ladeleistungen abrufen zu können.

Während der 2021 entstandene 14-Marken-Konzern Stellantis auf Basis vorheriger Innovationen von Fiat-Chrysler und PSA bereinigt auf Platz 6 zu verorten ist, kommt mit SAIC auf Rang 7 ein weiterer chinesischer Automobilhersteller auf vordere Ränge. Ursächlich für diese Entwicklung sind u.a. zwei Produkteinführungen der Submarke „Maxus“. Diese veröffentlichte einen Minivan namens „MIFA 9“ mit einer Reichweite von bis zu 560 km (NEFZ) sowie einen Pick-Up-Truck mit der Bezeichnung T90, dessen elektrische Reichweite mit 535 km (NEFZ) den zweitbesten Segmentwert hinter dem Rivian R1T erreicht. Die deutschen Premiumhersteller BMW und Mercedes-Benz können dank des Ausbaus ihrer Elektro-Modellpalette durch den BMW i4 und iX bzw. den Mercedes-Benz EQA und EQS in die Top 10 aufschließen, die überwiegend neue Segment-Benchmarks in den Bereichen Reichweite, Ladeleistung und Verbrauch setzen.

Renault und General Motors rutschen dagegen ab: Während Renault trotz Einführung des verbrauchsarmen Dacia Spring Electric (mittlerweile nicht mehr bestellbar) um 6 Plätze auf Rang 11 zurückfällt, kommt der US-Konzern General Motors trotz einer unbefriedigenden Innovationsperformance im Kalenderjahr 2021 mit knapp 44 Innovationspunkten noch auf Rang 10 (Vorjahr: 6). Konzerninterne Verbesserungen von Reichweite und Stromverbrauch durch den Chevrolet Bolt EUV, Menlo EV und den Buick Velite 6 EV bewahren die Amerikaner vor einem schlimmeren Abstieg. Der Renault Allianzpartner Nissan, im Jahr 2015 noch auf Platz 3 der innovationsstärksten BEV-Hersteller, kommt nur noch auf Rang 17.

Als Nachzügler der reinen Elektromobilität bleiben etablierte Automobilherstellern wie Tata (JLR), Ford, Mazda sowie Toyota und Honda. Dagegen entwickeln automobile Newcomer wie Rivian, Lucid, Nio, GAC oder Xpeng mit ihren Neuerungen trotz weniger Serienfahrzeuge im Markt bereits eine hohe Innovationsstärke. So gelang es dem US-amerikanischen Start-Up Lucid Motors mit dem Lucid Air (Dream Edition) ein Fahrzeug auf die Straße zu bringen, das mit einer gelisteten EPA-Reichweite von umgerechnet 837 km und einer Batteriekapazität jenseits der 100 kWh selbst Flaggschiffe wie einen Mercedes-Benz EQS (770 km WLTP) übertrifft. Das von Amazon unterstützte Unternehmen Rivian schafft es sogar, mit R1T und dem R1S zwei neue Fahrzeuge parallel zu launchen, die ebenfalls Bestwerte in ihren Segmenten erreichen. Vor diesem Hintergrund fällt der Aufholbedarf von traditionellen Automobilgiganten wie Toyota oder Honda mit 5 respektive 3 IP umso stärker ins Gewicht.

Studienleiter Stefan Bratzel: „Der Elektromobilität wächst in allen großen Automobilregionen weit überdurchschnittlich zum Gesamtmarkt. Auch im laufenden Jahr 2022 werden hohe Zuwächse erwartet. Es zeigt sich, dass die innovationsstarken Automobilhersteller im Bereich batterieelektrischer Fahrzeuge auch zu den Marktführern der E-Mobilität zählen. Das gilt nicht nur für Tesla, sondern etwa auch für chinesische Automobilhersteller. Mit dem Zeitalter der Elektromobilität verändert sich dabei zunehmend die angestammte Branchenstruktur und Rangordnung der Automobilhersteller. Auch hier gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

Analog zur Innovationstätigkeit im Bereich der Elektromobilität rechnet das Center of Automotive Management für das Kalenderjahr 2022 abermals mit einer deutlichen Steigerung der globalen BEV-Absatzzahlen. Auf Basis des kontinuierlich steigenden Fahrzeugangebots sowie zunehmender Produktionskapazitäten von batterieelektrischen Fahrzeugen wird im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um rund 50 Prozent von 4,6 Millionen auf über 6,7 Millionen BEVs prognostiziert. Die in Abb. 2 ausgewählten Automobilhersteller dürften mit insgesamt über 5 Millionen verkauften BEVs den Löwenanteil zu diesem Ergebnis beisteuern.

Abbildung 2: BEV-Absatz ausgewählter Automobilhersteller 2021 (inkl. Prognose 2022)

Quelle: CAM.    Anmerkungen: * SAIC Motor inkl. SAIC-GM-Wuling (SGMW) ** Stellantis BEV-Absatz 2021 geschätzt.

Der größte BEV-Absatz wird voraussichtlich, wie in den Vorjahren, vom US-Elektroautobauer Tesla mit über 1,3 Millionen verkauften Fahrzeugen erwartet. Die Absatzprognose stützt sich auf den erneuten Auslieferungsrekord im 1. Quartal 2022 mit über 310.000 Einheiten und berücksichtigt insbesondere den geplanten Produktionshochlauf der Gigafactories in Texas, USA sowie Grünheide in Deutschland. Insgesamt ist zu erwarten, dass weitere relevante Player wie SAIC, Volkswagen oder BYD im Zuge ihrer Elektrifizierungsstrategie schrittweise zum globalen Marktführer Tesla aufschließen werden und dabei der Meilenstein von über 500.000 verkauften Elektrofahrzeugen innerhalb eines Jahres immer öfter überboten wird.

Die deutschen Premiumhersteller BMW und Mercedes-Benz liegen mit ihren aktuellen BEV-Absätzen zwar analog zur kumulierten Innovationsstärke mit rund 100.000 Fahrzeugen immer noch eher im Mittelfeld, allerdings wird im Rahmen der Ausdehnung des Modellangebots für das Kalenderjahr 2022 eine Verdopplung auf circa 200.000 Einheiten erwartet. Während die Automotive Start-Ups Xiaopeng und Nio zeitversetzt zum Branchenprimus Tesla ihre Produktion und Absätze kontinuierlich hochfahren, liegen etablierte Hersteller wie Ford oder Toyota aktuell noch weit zurück. Strategische Neuaufstellungen wie beim US-Autobauer dürften sich erst in den kommenden Jahren vollends auswirken.


Anhang: Bewertung der Innovationen im Bereich Elektromobilität

Source: CAM

Über das CAM:

Das Center of Automotive Management (CAM) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung sowie für strategische Beratung an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Seine Kunden unterstützt das Auto-Institut auf Basis umfangreicher Datenbanken, insbesondere zu fahrzeugtechnischen Innovationen der globalen Automobilindustrie sowie zur Markt- und Finanz-Performance von Automobilherstellern und Automobilzulieferunternehmen. Mittels eines fundierten Branchen-Know-hows und intimer Marktkenntnisse erarbeitet das Auto-Institut individuelle Marktforschungskonzepte und praxisorientierte Lösungen für seine Kunden aus der Automobil- und Mobilitätswirtschaft.


Center of Automotive Management (CAM)

Prof. Dr. Stefan Bratzel

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51465 Bergisch Gladbach

Tel.: +49 (0) 22 02 / 28577-0

Mobil: +49 (0) 174 / 9 73 17 78

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Bedeutung und Effekte des Russland-Krieges auf die Automobilindustrie

Der kriegerische Angriff von Russland auf die Ukraine hat erhebliche direkte und indirekte Folgen für die Automobilindustrie.
Während die Ukraine als Automobilmarkt keine relevante Rolle spielt, galt Russland lange Zeit als wichtiger Zukunftsmarkt der globalen Automobilindustrie, der im Jahr 2012 mit 2,8 Mio. abgesetzten Fahr-zeugen sich sogar dem Niveau des deutschen Marktes annäherte. Allerdings stagniert der russische Automobilmarkt seit dem Jahr 2015 zwischen 1,4 und 1,8 Mio. Fahrzeugen.
Im Jahr 2021 wurden in Russland rund 1,67 Mio. Pkw (2020: 1,60 Mio.) und leichte Nutzfahrzeuge abgesetzt. Damit kommt Russland nach Südkorea und vor Frankreich und UK auf Rang 8 der weltweit größten Automobilmärkte.
Absatzstärkste Herstellergruppen im Jahr 2021 sind Hyundai (inkl. Kia) mit rund 380.000 Fahrzeugen sowie Avtovaz (Lada) mit 351.000 und Renault-Nissan-Mitsubishi Allianz 212.000 Fahrzeugen, wobei Renault seit 2017 auch einen Mehrheitsanteil an Avtovaz besitzt. Unter den deutschen Herstellern hat die Volkswagen-Gruppe mit 204.000 Fahrzeugen einen Marktanteil von 12 Prozent, während BMW und Mercedes mit einem Marktanteil von rund 3% rund 49.000 bzw. 50.000 Fahrzeuge in Russland verkaufen (vgl. Abb. 1).
Die zu erwartenden wirtschaftlichen Sanktionen treffen insofern neben dem Hyundai Konzern die Renault-Nissan-Mitsubishi Kooperation sowie auch die Volkswagen Gruppe am stärksten. Da die Marktrelevanz von Russland für Volkswagen jedoch nur bei 2 Prozent liegt (Russlandabsatz/Gesamtabsatz), sind die negativen direkten Absatzeffekte ähnlich wie bei BMW und Mercedes-Benz jedoch als moderat einzuschätzen. Renault-Nissan-Mitsubishi ist dagegen aufgrund der hohen Absatzanteile der Gruppe sowie des russischen Tochterunternehmen Avtovaz wirtschaftlich am stärksten betroffen.

Abbildung 1: Absatz und Marktanteile von globalen Automobilherstellern in Russland (2021)

Source: CAM

Russland besitzt eine Automobilproduktion mit insgesamt 34 Produktionsanlagen für Pkw, Lkw, Vans, Busse und Motoren, die jedoch überwiegend für den eigenen inländischen Markt produzieren. Im Jahr 2020 bzw. 2019 wurden 1,4 Mio. bzw. 1,65 Mio. Fahrzeuge hergestellt. Im Vor-Coronajahr 2019 wurden jedoch weniger als 50.000 Pkw exportiert. Der gesamte Exportwert der russischen Automobilindustrie lag im Jahr 2019 bei 3,3 Mrd. US-Dollar. Der Importwert lag dagegen bei 20 Mrd. US-Dollar.
Grundsätzlich muss aufgrund des Russland-Ukrainekrieges und der anstehenden Sanktionen mit erheblichen Störungen der Lieferkette der Produktion in Russland gerechnet werden. Besonders betroffen dürfte die Renault-Gruppe mit seinen Autowerken im Land sein. Aber auch Volkswagen und andere Hersteller betreiben Fahrzeugwerke in Russland. Die meisten dieser Werke sind für die Fahrzeugproduktion zu hohen Anteilen von der Teilebelieferung aus dem Ausland angewiesen. Die absehbaren Sanktionen könnte in kurzer Frist zu einem Stopp der Teileversorgung aus Europa und auch aus anderen Ländern führen. Damit droht der Stillstand der Produktionsbänder in Russland.
Russland und die Ukraine spielen umgekehrt zwar als Zuliefer-Standort der globalen Automobilindustrie nur eine untergeordnete Rolle. Aber auch hier könnten Störungen der Lieferkette eintreten. Aufgrund der komplexen Wertschöpfungsnetzwerke der Automobilindustrie könnten Zulieferer vorgelagerter Produktionsstufen negativ betroffen sein, was in der Folge zu Engpässen in der Teileversorgung der europäischen Werke führen kann.

Hierzu Institutsleiter Stefan Bratzel: „Russland wird lange Zeit als wichtiger Absatzmarkt und Produktionsstandort für die Automobilindustrie ausfallen. Zwar sind die konkreten Effekte des Krieges und der anstehenden Sanktionen noch nicht genau abzusehen. Allerdings dürfte das Anlagevermögen von Automobilherstellern und Zulieferern in Russland erheblich an Wert verlieren. Die Automobilindustrie wird für viele Jahre keine relevanten Investitionen in Russland tätigen. Allerdings ist auch mit erheblichen indirekten Folgen für die Automobilbranche in Deutschland und Europa zu rechnen. So werden in den nächsten Jahren nicht zuletzt aufgrund der Verteuerung der Energie- und Mineralölpreise die Kosten für die Automobilproduktion und für die Autonutzung steigen.“

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E-Mobilität in Deutschland 2021

  • Das Jahr 2021 wird mit einem Rekord in Deutschland von rund 350.000 Pkw-Neuzulassungen für reine Elektrofahrzeuge (BEV) enden; für das Jahr 2022 wird mit weiterem Wachstum der BEV- Neuzulassungen auf 450.000 Pkw gerechnet
  • Marktführer von reinen Elektrofahrzeugen ist die Marke VW; meist verkauftes Modell ist das Tesla Model 3; große Unterschiede zwischen Automobilherstellern bei der Elektroquote
  • Die Gesamtzulassungen sind im Deutschland im Jahr 2021 mit rund 2,65 Mio. Pkw so niedrig wie zuletzt im Jahr 1985.

In Deutschland werden im Gesamtjahr 2021 rund 350.000 Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeu- gen (BEV) realisiert werden (+80%). Dies entspricht fast einer Verdopplung des Marktanteils von 6,7 auf 13 Prozent. Nach 11 Monaten liegen die BEV-Neuzulassungen bei 307.000 Fahrzeugen (Marktanteil 12,8%). Im November 2021 wurde mit über 40.000 Neuzulassungen ein Spitzenwert beim Marktanteil von reinen E-Fahrzeugen von 20,3 Prozent erreicht, was einer Verdopplung zum Vorjahresmonat dar- stellt. Der BEV-Marktanteil hat sich nach der Erhöhung der Elektroprämien von 3,7 Prozent im Juni 2020 fast kontinuierlich erhöht (vgl. Abb. 1). Treiber ist neben der Förderung auch die zunehmende Verfügbarkeit von entsprechenden Modellangeboten der Automobilhersteller. Das zeigen die neues- ten Auswertungen des „Electromobility Report 2021“ des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, indem die Markt-, Absatz- und Innovationstrends der E-Mobilität regelmäßig bilanziert werden.Deutschland wird im Jahr 2021 nach China und den USA der drittgrößte Einzelmarkt für reine Elektro- fahrzeuge. In China wird für das Gesamtjahr mit rund 2,7 Mio. Elektro-PKWs gerechnet. Bis Ende No- vember wurden bereits 2,3 Mio. BEVs verkauft, was einem Marktanteil von 12 Prozent entspricht. Für die USA schätzt das CAM die BEV-Absätze im Gesamtjahr auf rund 440.000 Pkw.

Marktführer bei reinen Elektrofahrzeugen in Deutschland ist die Marke VW gefolgt von Tesla, Renault, Hyundai und Smart. Von Januar bis November 2021 setzte VW rund 64.000 Pkw ab, während Tesla auf 33.000, Renault auf 26.000 und Hyundai auf 24.000 Elektro-Pkw kommt.

  • Bei Volkswagen ist der VW Up mit 25.454 Fahrzeugen noch vor dem ID3 (25.201) und dem ID4(11.384) das meistverkaufte Modell.
  • Bei Tesla dominiert mit 29.166 Fahrzeugen das Model 3, das gleichzeitig das meistverkaufte Elekt-rofahrzeug darstellt. Das Model Y von Tesla liegt bereits bei einem Absatz von 3.834 Fahrzeugen.
  • Renault kommt mit dem Zoe auf 20.165 Fahrzeuge und dem Twingo auf 6.036 Pkw.
  • Bei Hyundai verkauft sich der Kona vor dem Ioniq5 am besten mit 16.069 bzw. 5.825 Pkw.

Abbildung 1: Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen (BEV) in Deutschland 2020/2021 YTD

Quelle: KBA, CAM Electromobility Report 2021; Dez 2021=CAM Prognose

Die Bedeutung von reinen Elektrofahrzeugen für den Gesamtabsatz in Deutschland differiert zwischen Automobilherstellern erheblich. Neben den reinen Elektrofahrzeugherstellern wie Tesla, Smart oder Polestar liegt bei einigen Marken der Elektroanteil an den Neuzulassungen weit über dem Durchschnitt von 12,8 Prozent. Bei Renault und Hyundai machen BEVs bereits 28 bzw. 24,7 Prozent ihres Gesamt- absatzes in Deutschland aus, und auch bei Peugeot und Mini liegt die Elektroquote deutlich über 20 Prozent. Signifikant über dem BEV-Marktdurchschnitt liegen auch VW, Fiat, Kia sowie Nissan und Honda. Bei Porsche ist bereits fast jeder sechste Fahrzeugverkauf (17,4%) ein reines Elektroauto (Taycan) (vgl. Abbildung 2). Hersteller, die bereits ein attraktives BEV-Portfolio aufgebaut haben, können damit von einem starken Nachfragewachstum in Deutschland profitieren.

Demgegenüber ist bei vielen Herstellern der (reine) Elektroanteil an den Neuzulassungen noch gering. Dazu zählen insbesondere die deutschen Premiumhersteller BMW (6,8%), Audi (7,5%) und Mercedes (5,2%), bei denen die Verkäufe der Plug-in-Hybride (PHEVs) die BEVs um mehr als das Doppelte (BMW, Audi) bzw. Fünffache (Mercedes) überschreiten. Niedrige BEV-Anteile weisen auch Volumenmarken wie Seat (4,1%), Volvo (2,6%) oder etwa Ford (1,9%) auf, die wiederum ein Vielfaches an PHEVs abset- zen. Mazda und der Low-Cost Spezialist Dacia haben keine PHEV-Modelle im Angebot, die BEV-Ver- käufe von Einzelmodellen wie des MX-30 oder des Modells Spring summieren sich auf 8,7 bzw. 6,3 Prozent ihrer Neuzulassungen.

Beim japanischen Weltmarktführer Toyota spielt die reine Elektromobilität praktisch noch keine Rolle: Nur 45 Elektrofahrzeuge der Marke Toyota bzw. 41 Lexus wurden bislang im Jahr 2021 in Deutschland zugelassen, ihre BEV-Quote ist entsprechend vernachlässigbar. Selbst der PHEV-Anteil ist mit 3,6 Pro- zent sehr niedrig. Allerdings kündigte Toyota vor kurzem an, 30 BEV-Modelle bis zum Jahr 2030 anzu- bieten, was einem Strategiewechsel gleichkommt.

Abbildung 2: Absatz von Elektrofahrzeugen (BEV) und Anteil am Gesamtabsatz der Automobilhersteller (Marken)

Source: CAM
Hierzu Stefan Bratzel: „Deutschland positioniert sich immer stärker als Elektrofahrzeugmarkt. Derzeit liegen die Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeugen nur leicht vor den Plug-in-Hybriden, die sich im Gesamtjahr auf rund 330.000 Neuzulassungen summieren werden. Zusammengenommen werden damit rund 680.000 Elektro-Pkw neu auf die Straße kommen, wodurch Deutschland nach dieser Zähl- weise im weltweiten Vergleich sogar der zweitgrößte Einzelmarkt der Elektromobilität ist.“

Source: CAM
Hierzu Stefan Bratzel: „Deutschland positioniert sich immer stärker als Elektrofahrzeugmarkt. Derzeit liegen die Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeugen nur leicht vor den Plug-in-Hybriden, die sich im Gesamtjahr auf rund 330.000 Neuzulassungen summieren werden. Zusammengenommen werden damit rund 680.000 Elektro-Pkw neu auf die Straße kommen, wodurch Deutschland nach dieser Zähl- weise im weltweiten Vergleich sogar der zweitgrößte Einzelmarkt der Elektromobilität ist.“

Abbildung 2: Absatz von Elektrofahrzeugen (BEV) und Anteil am Gesamtabsatz der Automobilhersteller (Marken)

Source: CAM

Hierzu Stefan Bratzel: „Deutschland positioniert sich immer stärker als Elektrofahrzeugmarkt. Derzeit liegen die Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeugen nur leicht vor den Plug-in-Hybriden, die sich im Gesamtjahr auf rund 330.000 Neuzulassungen summieren werden. Zusammengenommen werden damit rund 680.000 Elektro-Pkw neu auf die Straße kommen, wodurch Deutschland nach dieser Zähl- weise im weltweiten Vergleich sogar der zweitgrößte Einzelmarkt der Elektromobilität ist.“

Die Verlängerung der Förderung wird auch im Jahr 2022 die Nachfrage beflügeln. Das CAM erwartet für 2022 Neuzulassungen von rund 450.000 BEV und 400.000 PHEV. Eine große Herausforderung bleibt die Ladeinfrastruktur, die die Akzeptanz von E-Fahrzeugen und den künftigen Markthochlauf bremsen könnte.

Insgesamt werden in Deutschland im Jahr 2021 aufgrund der Chip-Krise jedoch nur 2,65 Mio. Pkw neu zugelassen werden (-9,2%). Die Gesamtzulassungen sind damit so niedrig wie zuletzt im Jahr 1985. Für das Jahr 2022 wird mit einer Verbesserung der Teileversorgung und einer deutlichen Belebung des Gesamtmarktes auf 3,25 Mio. gerechnet.

For more information: https://auto-institut.de/e-mobility/

Contact

Center of Automotive Management (CAM) Prof. Dr. Stefan Bratzel
Tel.: (02202) 28 57 70
E-Mail: stefan.bratzel@auto-institut.de www.auto-institut.de

Performance-Trends globaler Automobilhersteller.

Absatz- und Finanzperformance bis Q3 2021

  • Toyota behauptet sich nach drei Kalenderquartalen als absatzstärkster Automobilkonzern und kommt deutlich besser als Volkswagen durch die Chip-Krise; Hyundai setzt sich mit starken Quartalszahlen von General Motors ab und landet auf Rang 3.
  • Nach drei Kalenderquartalen erzielen die Toyota, Daimler, Volkswagen, Stellantis und BMW bereits zweistellige Milliardengewinne (EBIT).
  • Tesla überzeugt trotz Corona- und Chip-Krise mit einer Verdopplung der Auslieferungen und einem starkem Konzernergebnis, das kaum noch von den CO2-Zertifikatserlösen abhängig ist.
  • Für die globalen Automobilhersteller wird das Gesamtjahr 2021 – trotz erheblicher Absatzeinbußen gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 – mit Rekordgewinnen enden.

Der vorherrschende Mangel an Halbleitern beeinträchtigt weiterhin das Tagesgeschäft der Automobilindustrie. Während Tesla, Toyota und Hyundai ihre Auslieferungszahlen in den ersten drei Quartalen auf oder über das Vor-Pandemieniveau von 2019 steigern können, haben Konzerne wie Renault, Volkswagen, General Motors, Daimler und Ford stärker mit der Chip-Knappheit zu kämpfen. Insgesamt erholen sich die Konzerngewinne (EBIT) aber ausnahmslos deutlich vom Vorjahr und erreichen im Zuge des Produktionsverlagerung auf margenträchtigere Fahrzeuge auf noch nie da gewesene Rekordwerte. Das sind die zentralen Ergebnisse der aktuellen AutomotivePERFORMANCE-Studie des Center of Automotive Management (CAM), in der regelmäßig die Markt- und Absatztrends der globalen Automobilhersteller analysiert werden.

Weitere Infos und Bestellung der Studie: https://auto-institut.de/automotiveperformance-2/

Performance der globalen Automobilmärkte 2020/2021

  • Die globalen Automobilmärkte sind insbesondere seit dem dritten Quartal stark vom Halbleitermangel betroffen. In Europa zeigt sich nach drei Quartalen nur eine geringe Erholung zum Vorjahr.
  • Für das Gesamtjahr 2021 wird mit einem Rückgang der Absatzzahlen von rund 12 Prozent im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019 gerechnet. CAM schätzt die Produktionsausfälle weltweit auf rund 10 Mio. Pkw.
  • Die Kombination aus Produktionsausfällen und hoher Nachfrage führt jedoch zu Rekordgewinnen bei vielen Automobilherstellern

Die globalen Automobilmärkte sind weiterhin massiv von der Halbleiter-Krise belastet. In den sieben wichtigsten Automobilmärkten liegen die Neuzulassungen nach neun Monaten nur bei 45,6 Mio. Pkw, was einem Rückgang von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019 (52,2 Mio.) entspricht. Allerdings stellt sich die Situation in den USA und in China deutlich besser dar, wo das Minus lediglich 7,9 bzw. 9,3 Prozent beträgt, während in Europa 24,4 Prozent weniger Fahrzeuge im Vergleich zu 2019 abgesetzt werden konnten. Für die drei automobilen Kernregionen China, USA und Europa wird damit gerechnet, dass der Automarkt im Gesamtjahr 2021 insgesamt nur um 3 Prozent über dem durch die Pandemie beeinflussten Vorjahr und um rund 12 Prozent unter dem Wert des Jahres 2019 liegen wird. Das sind die Ergebnisse der Studie AutomotivePERFORMANCE 2021 des Center of Automotive Management (CAM), in der regelmäßig die Markt- und Absatztrends der globalen Automobilindustrie analysiert werden.

Im Einzelnen kommt China in den ersten drei Kalenderquartalen des aktuellen Jahres auf Neuzulassungen von 16,6 Mio. Pkw, was im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von fast 25 Prozent entspricht. Allerdings hat die internationale Chip-Krise die positive Gesamtentwicklung insbesondere in den letzten Monaten negativ beeinflusst. Eine ähnliche Situation ergibt sich auf dem amerikanischen Markt: Zwar liegen die Neuzulassungen mit rund 11,8 Millionen Fahrzeugen[1] mehr als 13 Prozent über dem Vorjahreswert, allerdings wird auch hier der Wachstumstrend vom globalen Mangel an Halbleitern ausgebremst. Während US-Hersteller wie GM und Ford ihre Produktion drosseln oder gar stoppen müssen, führt die erstarkte Nachfrage nach Automobilen zu Rekordtiefs bei den Fahrzeugbeständen der Autohändler. Bedingt durch den Chipmangel liegen die Zulassungszahlen im dritten Quartal 2021 in den USA sogar 14 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Besonders betroffen zeigt sich der europäische Markt, wo sich das erhoffte Absatzwachstum durch eine sich verbessernde Pandemielage im Laufe des Jahres 2021 aufgrund der sich dramatisierenden Halbleiter-Krise abschwächte. Im direkten Vergleich ergibt sich bis einschließlich September nur noch ein Plus von rund 7 Prozent gegenüber 2020, obwohl im Halbjahresvergleich noch eine Steigerung der Neuzulassungen um 27 Prozent verzeichnet wurde.

In den übrigen betrachteten Automobilmärkten Japan, Brasilien, Russland und Indien setzt sich die bereits beschriebene Entwicklung überwiegend fort. Indiens Absatzzahlen erholten sich innerhalb der ersten drei Kalenderquartale mit einem Plus von 51 Prozent am stärksten vom coronabedingten Rückgang im Jahr 2020. Aber auch hier wird die positive Entwicklung seit Beginn des dritten Quartals von steigenden Rohstoffpreisen und dem weltweiten Chipmangel ausgebremst. Der letzte Zulassungsbericht der indischen Behörde SIAM legte für September einen Rückgang um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat offen.

Für das Gesamtjahr 2021 wird nach Prognosen des Center of Automotive Management (CAM) in allen Kernregionen trotz des coronabedingten Nachfrageüberhangs das Marktniveau des Jahres 2019 stark verfehlt. In Europa werden aufgrund der Halbleiter-Knappheiten nur rund 12 Mio. Pkw-Neuzulassungen erwartet, während in den USA mit 15,2 und in China mit 20,3 Mio. Neuzulassungen gerechnet wird. Weltweit hätten ohne die Halbleiter-Krise rund 10 Mio. Fahrzeuge mehr verkauft werden können. Am stärksten betroffen ist hier Europa, wo der Nachfrageüberhang auf rund 3,5 Mio. Pkw geschätzt wird.

To this end, study director Stefan Bratzel: „Die Halbleiter-Krise ist ein zweischneidiges Schwert, die zu unerwarteten Folgeeffekten führt: Einerseits sorgt die Kombination aus Produktionsausfällen und hoher Nachfrage zu Rekordgewinnen bei vielen Automobilherstellern, die die knappen Chips vorwiegend in höherpreisige Fahrzeuge einbauen und zudem keine Rabatte gewähren müssen. Auf der anderen Seite leiden vor allem die Automobilzulieferer, die nach der Menge ihrer produzierten Teile entlohnt werden und daher von Produktionsstopps bzw. geringen Produktionszahlen besonders betroffen sind. Die Automobilhersteller sollten darauf achten, dass wichtige Zulieferunternehmen nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten, da sich viele Unternehmen ohnehin in einer schwierigen Transformationsphase befinden. Sonst könnten im nächsten Jahr wiederum wichtige Glieder der Wertschöpfungskette wegfallen und weitere Produktionsausfälle drohen. Die Halbleiter-Krise wird die Branche noch mindestens bis zum Frühjahr 2022 belasten. Allerdings ist gleichzeitig in den nächsten Jahren von einem hohen Nachholbedarf bei der Pkw-Nachfrage in den Kernmärkten auszugehen.“

Zur Studie: Das Center of Automotive Management (CAM) analysiert seit dem Jahr 2004 die Performance der globalen Automobilmärkte und -hersteller. Auf Basis von Geschäftsberichten, von Markt- und Innovationskennzahlen werden die finanziellen und marktbasierten Leistungsstärken der Automobilhersteller und wichtiger Big Data Player analysiert und in den regelmäßig erscheinenden AutomotivePERFORMANCE Reports veröffentlicht.

Zur Studie: https://auto-institut.de/automotiveperformance/


[1] Passenger Cars inkl. Light Commercial Vehicles

Recall trends of global automotive manufacturers in long-term comparison (2011-2021) Reference market USA

  • Between 2011 and 2020, a record 331 million vehicles were recalled in the reference market of the USA due to safety-related defects. This corresponds to a recall rate of 201 percent, i.e. more than twice as many vehicles were recalled than new vehicles were sold in the same period.
  • The analyses of the recalls for 2020 and the first half of 2021 do not show a reversal of the trend, but rather an intensification of the negative trend. The number of vehicles recalled by global manufacturers amounts to 30.3 million in 2020 and already 18.6 million passenger cars in the first half of 2021. The recall rates of 208 percent (2020) and 227 percent (2021) are thus once again above the 10-year average.
  • In 2020, Toyota, Honda and the U.S. manufacturer Ford had to recall the most vehicles due to safety defects. In addition to Volvo, the highest recall rates were recorded in particular by the Japanese groups Honda, Mitsubishi and Toyota. In the first half of 2021, the premium manufacturer Daimler and the US groups General Motors and Ford will be particularly affected.

Recall trends of automotive manufacturers in comparison 2020 - HY1 2021

The number of recalls by automotive manufacturers remains at a very high level. According to current calculations, 30.3 million passenger cars were recalled for safety defects in the reference market of the USA in 2020 as a whole. In the first half of 2021, the figure was already over 18.6 million cars (including LCVs). This means that the recall rate, which expresses the number of recalled vehicles as a proportion of new registrations for the year, is again at an above-average level of 208 percent in 2020 (2019: 219%) and 227 percent in the first half of 2021. These are the key findings of the study "Recall Trends of Global Automakers 2011-2021" by the Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, which takes stock of OEM recalls on an annual basis.

With recall rates in excess of 400 percent, Volvo, Honda and Mitsubishi are the worst-performing manufacturers in 2020. With a rate of 328 percent and around 7 million vehicles affected, Toyota will recall the most passenger cars to workshops due to safety-related defects, followed by Honda with 5.8 million passenger cars and Ford with around 5 million vehicles. Tesla (13%), Mazda (26%), GM (53%) and Jaguar Land Rover (75%) have the lowest recall rates in 2020. The German automakers BMW, Volkswagen and Daimler are more in the middle of the pack with 126, 121 and 86 percent respectively.

Occupant protection accounted for around 27 percent of all safety-related product defects in 2020, while powertrain (engine, transmission) quality defects accounted for around 21 percent of recalls. Safety defects attributable to the body accounted for around 20 percent of recalled vehicles, followed by electrical and electronics problems (14%) and brake system defects (10%). The first-ever evaluation of recalls due to software defects shows that around 7 percent of passenger cars had to be recalled for this reason in 2020, corresponding to a volume of just under 2 million vehicles. Most of the software problems, with a share of 89 percent, are attributable to Honda, followed by Volvo with 6 percent and Fiat-Chrysler with just under 2 percent.

Figure 1: Distribution of safety-related defects among assemblies in the 2020 U.S. market.

Source: CAM

In the first half of 2021, the number of recalls in the US market will already be 18.6 million, which corresponds to a recall rate of 227 percent. The American groups have a high recall volume: market leader GM recalls around 7 million cars, while Ford recalls 3.7 million cars. Their recall rates are very high at 525 and 374 percent respectively. Daimler fares even worse, having to recall around 2 million passenger cars in the first half of 2021 on U.S. sales of around 160,000, which corresponds to a recall rate of 1,275 percent. Occupant protection accounted for more than half of all safety-related product defects in H1 2021, while electrical/electronics accounted for 17.5 percent and powertrain just under 10 percent. The other areas such as chassis (8%), brake system (6%), body (4%), steering system (2%) and other assemblies (1%) tend to play a minor role. With an absolute recall volume of just under 2.7 million vehicles, or a share of around 15 percent, software defects already exceed the full-year figure for 2020 at the end of the first half of 2021. Daimler had to recall the most vehicles due to software defects, with a share of around 64 percent, followed by Subaru (17%), General Motors (11%) and Tesla (5%).

In the first half of 2021, the number of recalls in the US market will already be 18.6 million, which corresponds to a recall rate of 227 percent. The American groups have a high recall volume: market leader GM recalls around 7 million cars, while Ford recalls 3.7 million cars. Their recall rates are very high at 525 and 374 percent respectively. Daimler fares even worse, having to recall around 2 million passenger cars in the first half of 2021 on U.S. sales of around 160,000, which corresponds to a recall rate of 1,275 percent. Occupant protection accounted for more than half of all safety-related product defects in H1 2021, while electrical/electronics accounted for 17.5 percent and powertrain just under 10 percent. The other areas such as chassis (8%), brake system (6%), body (4%), steering system (2%) and other assemblies (1%) tend to play a minor role. With an absolute recall volume of just under 2.7 million vehicles, or a share of around 15 percent, software defects already exceed the full-year figure for 2020 at the end of the first half of 2021. Daimler had to recall the most vehicles due to software defects, with a share of around 64 percent, followed by Subaru (17%), General Motors (11%) and Tesla (5%).

Very different safety-relevant components may be responsible for the high overall recall volumes and rates in individual cases:

  • Toyota had to recall a total of nearly 2.9 million vehicles in the Avalon, Corolla and Matrix model lines in 2020 because the airbag's electronic control unit malfunctioned.
  • Around 2.1 million passenger cars of various model series (including Transit, Mustang, Fiesta) were recalled by US manufacturer Ford because a repair already carried out on the door locking system may not have been carried out properly. In addition, Ford has already recalled 2.6 million Ranger, Fusion and Explorer passenger cars in 2021 because the front airbags on the driver's side could deploy uncontrollably if exposed to high humidity or high temperatures for a long time.
  • The largest volume of recalls in the first half of 2021 was recorded by the US company General Motors. By June, a total of around 4.4 million vehicles (including the Cadillac Escalade) had been called into workshops because of the risk that the airbags could deploy in an uncontrolled manner. At the end of August 2021, General Motors additionally announced that all Chevrolet Bolt EV passenger cars produced had recently been recalled due to a risk of battery fires. The manufacturer put the cost of retrofitting the approximately 140,000 affected vehicles at around one billion US dollars.

Figure 2: Safety-related recalls of passenger cars/LCVs in the U.S. market 2011 - 2021 (H1) (in millions).

Source: CAM

To this end, study director Stefan Bratzel:

"The high recall figures of recent years are also a sign of the enormous pressure for change that is weighing on the industry. Overall, it is already foreseeable that problems around the battery system as well as software problems will increase significantly. However, safety-related recalls are only the tip of the iceberg. It is not uncommon for the product manufacturing process of some automotive companies to resemble "banana development": the product does not mature until it reaches the customer. This often annoys car buyers and can lead to personal injury and property damage. It also costs manufacturers a lot of money in the medium and long term and damages their image."

Long-term comparison of recalls

Over the past 10 years (2011-2020), an all-time negative record of more than 331 million(!) vehicles recalled has been achieved in the U.S. reference market alone, representing an average recall rate of 201 percent. Including H1 2021, 349.7 million passenger vehicles have been recalled since 2011 (204% recall rate). This means that more than twice as many vehicles have been recalled to workshops than new cars were sold in the same period (see Figure 2). Accordingly, a large proportion of the models recalled relate to model years further back in time.

By manufacturer, General Motors, Honda, Fiat-Chrysler as well as Ford and Toyota are particularly affected, having to recall between 60 and 46 million passenger cars due to safety defects within a decade (see Figure 3). At 342 percent, Honda also achieved the negative peak in the recall rate, ahead of Mitsubishi (331%), Fiat-Chrysler (273%) and Mazda (266%). General Motors, Toyota and Ford are in the middle of the pack with recall rates of 202, 191 and 185 percent, respectively. The premium manufacturer BMW is affected more than average in the long-term comparison, with a recall rate of 219 percent, while Daimler and the Volkswagen Group are slightly below the average of the manufacturers considered, with 201 and 173 percent respectively. In a long-term comparison, Jaguar-Land Rover and Tesla have the lowest safety-related recall rates in the industry, at 86 and 55 percent respectively, followed by Volvo (136%), Nissan (138%) and Hyundai (152%).

Figure 3: Recall volume and recall rates of passenger car manufacturers 2011-2021 (H1) in the US market.

Source: CAM

Reasons for quality problems and conclusions

Recalls in 2020 and 2021 (H1) again show that product quality remains a key issue in the automotive industry. Growing recall risks and increasing global sensitivity to quality defects call for a paradigm shift in quality management at automotive manufacturers. The risk of major recalls has increased significantly due to cross-brand and cross-model platform and common part strategies as well as global production networks. At the same time, safety-relevant defects in vehicles are less and less accepted in the important automotive markets, especially because customers are very well informed via cross-national Internet blogs and newsgroups. Safety-relevant defects can lead to deaths and injuries to drivers and also cause image losses and high costs for manufacturers.

In many cases, the quality management systems of many automotive manufacturers do not yet take account of the new global product safety requirements. In order to maximize profits in the short term, some manufacturers and suppliers tend to operate reactive quality management systems with after-the-fact elimination of defects, sometimes even accepting that accidents will occur, as in the case of airbag defects. Against the backdrop of changing development and production conditions and new technologies and functions in the vehicle, however, proactive and preventive product quality strategies are necessary, which must focus on comprehensive and long-term cost/benefit considerations.

Stefan Bratzel on this topic:

"Against the backdrop of new technical requirements and growing public awareness, manufacturers' quality management must become much more relevant in automotive companies. For example, new customer benefits will arise in the future as a result of electromobility, networking and (partially) autonomous driving functions. But this will also significantly increase the risks. Overall, the cyber security of vehicles will become a major security and quality issue for the industry, which will play a key role in determining the acceptance of new growth areas in the automotive industry. Over-the-air updates of vehicle functions can provide a remedy, as many problems can be remedied by software optimizations without the vehicle having to physically go to the workshop. At present, however, only a few automakers have mastered this."

To the study: Global automakers' recall trends in 2020 and 2021 (H1) (AutomotivePERFORMANCE Report 2021).

The Center of Automotive Management (CAM) has been analyzing the recalls of global automotive manufacturers on an annual basis since 2005. The USA is chosen as the reference market. The U.S. market is a meaningful indicator of the product quality of automotive companies due to its sales volume, relatively strict safety guidelines and, above all, the high risk of lawsuits. A recall is registered by the National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) in the U.S. when a safety-relevant defect occurs in a vehicle or the vehicle or its parts do not meet safety standards. Recalls are often triggered by complaints and information about vehicle defects, e.g. from motorists, which are reported to NHTSA. If a manufacturer fails to comply with its duty to report or delays a recall, it faces stiff penalties as well as lawsuits worth millions of dollars. The recall trends indicate that product quality - especially with regard to safety-relevant features in the vehicle - remains a critical issue for the industry, which can not only lead to an enormous direct cost burden, but also place an enormous strain on the image of vehicle manufacturers.


Structural causes of growing quality problems.

1. increasing technical complexity of the vehicle

The technical complexity of vehicles has increased enormously over the last 20 years, which has made vehicles fundamentally safer. However, the technical complexity has also led to an increase in the frequency of faults and susceptibility to faults. Contributing factors include passive and active safety systems (such as ABS, ESP, airbags; driving assistance systems), which have at the same time significantly increased vehicle safety. Other factors include engine optimization (start/stop systems, turbocharging, etc.) and numerous convenience features such as in-vehicle navigation and Internet services. It is to be expected that the degree of complexity of vehicles will continue to increase significantly in the future as further comfort and safety features as well as networking and software functions are developed.

2. increase in the speed of development due to increased intensity of competition

Product development cycles have been significantly shortened over the past 15 years. Due to the highly competitive nature of the industry, global manufacturers are bringing new models and derivatives onto the market in ever shorter periods of time, thus continuously broadening their product portfolio. Those who manage to be on the market quickly with new models or variants have advantages in global competition. The high time pressure in product development has a negative impact on quality assurance.

3. relocation of value creation and globalization of development and production

In order to realize cost, time and innovation advantages, significant parts of the value chain have been transferred to automotive suppliers. Their share of the value chain has now risen to around 75 percent. At the same time, this shift is increasing the demands on cross-company quality management, which must also be ensured at a global level. On the one hand, it is necessary to ensure not only the company's own product quality, but also the quality of parts from global suppliers through suitable processes. On the other hand, the complexity of quality management is also increased by the fact that automotive manufacturers not only have to assess the quality of the parts they supply, but usually also the quality of their suppliers' internationally distributed production facilities, and safeguard this quality through processes.

4. increased cost pressure as a threat to product quality

Automotive manufacturers are also under enormous cost pressure due to the high intensity of innovation and competition. At the same time, the manufacturers are passing on the cost pressure to the automotive suppliers, who are required to reduce their own costs and those of their parts and raw material suppliers. There is a risk here that the cost pressure will be to the detriment of parts and product quality.

5. modular and common parts strategy

In order to save costs and increase development speed, manufacturers must increasingly rely on common parts or modular strategies. Here, OEMs use the same components and modules in as many models as possible in order to benefit from the associated volume effects. As a result, a defect discovered late in a modular system can lead to millions of vehicle recalls.

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